08/03/2026
Für die Durchführung eines eigenständigen Forschungsprojekts mit geowissenschaftlichem Inhalt vergibt die ÖGG ein Marta-Cornelius-Furlani Stipendium. Aber welche Persönlichkeit steckt hinter diesem Stipendium?
Dr. Marta Cornelius-Furlani, geboren am 4.7.1886 in Triest, absolvierte dort Lyzeum und Lehrerausbildung bis 1905 und holte 1907 die Reifeprüfung am Staatsgymnasium in Triest nach, um das begeistert begonnene Geologie Studium an der Universität Wien weiterführen und abschließen zu können.
1910 promovierte sie an der Universität Wien mit einer Sondergenehmigung als erste Frau in Geologie. In den folgenden Jahren legte sie außerdem die Lehramtsprüfung für Naturgeschichte, Mathematik und Physik an Mittelschulen ab.
Als Dissertation bearbeitete sie die Lemes-Schichten im Jura Mitteldalmatiens, aber schon im Jahre vor ihrer Promotion erschien 1909 im zweiten Band der Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft ihre erste Studie über die Tektonik der Sellagruppe mit neuen Beobachtungen zur Gliederung des Jura und zur „Gipfelfaltung”.
Marta Cornelius-Furlani blieb bis zu ihrer Pensionierung 1944 im Schuldienst an Realgymnasien und einer Hauptschule in Wien, hat aber daneben die wissenschaftlich-geologische Geländearbeit nie aufgegeben und fokussierte sich vor allem auf den südalpinen Arbeitsbereich. Nach ihrer Pensionierung erfolgte die Arbeitstätigkeit als Kuratorin und Korrespondentin in der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien. Zwischen 1951 und 1953 übernahm sie die Führung als Präsidentin der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, zu deren Gründungsmitgliedern sie 1907/1908 zählte und in deren Beirat sie bis 1971 tätig war. 1958 wurde ihr außerdem die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Marta Cornelius-Furlani verstarb am 20. Juni 1974 in einem Heim bei Purkersdorf. Die Grabinschrift auf dem Familiengrab am Wiener Zentralfriedhof nennt neben Namen und Lebensdaten auch die Profession, die ihr zeitlebens am wichtigsten war: Feld-Geologin.
Quellen: Mitt. Österr. Geol. Ges. , 68, 1978, S. 163-165; frauundkarriere.com/nhm/
Bilderquellen: ÖGG; Furlani 1909; Hannah Pomella