30/07/2026
Mahnwache CSD Berlin🖤🏳️⚧️🏳️🌈
Auszug der gestrigen Rede:
Heute stehen wir nicht hier, um über politische Forderungen zu sprechen. Wir stehen hier, weil ein Mensch ermordet wurde. Eine Mutter wurde beim CSD in Berlin aus dem Leben gerissen. Viele weitere Menschen wurden verletzt. Ein Ort, der für Freiheit, Selbstbestimmung und den Kampf für q***re Rechte steht, wurde zum Schauplatz von Angst und Gewalt.
Viele von uns kennen das Gefühl nach solchen Nachrichten: die Angst. Die Nachricht an Freund*innen: „Bist du okay?“ Die Hoffnung auf eine Antwort. Und die erschütternde Erkenntnis, dass manche heute vergeblich auf eine Antwort warten.
Unsere Gedanken sind bei der getöteten Frau, bei allen Verletzten, ihren Familien, Freund*innen und allen, die diesen Abend miterleben mussten.
Wir wissen: Das war kein Einzelfall. Orlando. Oslo. Bratislava. Immer wieder werden q***re Menschen gezielt angegriffen, weil sie sind, wer sie sind.
Dieser Anschlag war islamistisch motiviert. Islamismus richtet sich gegen Freiheit, Vielfalt und unsere Existenz. Gleichzeitig dürfen wir nicht zulassen, dass daraus Hass auf ganze Bevölkerungsgruppen entsteht. Unsere muslimischen Nachbarinnen, Freundinnen und Mitmenschen sind nicht unsere Gegner. Hass schafft keine Sicherheit.
Auch die Politik trägt Verantwortung. Worte haben Konsequenzen. Wer mit Ausgrenzung und Feindbildern arbeitet, schafft ein Klima, in dem Gewalt wachsen kann.
Pride war nie nur ein Fest. Pride war immer Protest: gegen Hass, gegen Gewalt und für das Recht, frei, sichtbar und mit Q***r Joy zu leben.
Jetzt ist die Zeit für Zusammenhalt. Differenzen müssen zurückstehen. Social-Media-Posts allein reichen nicht. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Räume schaffen und unsere Community stärken. Q***re Spaces sind Schutzräume – und sie brauchen uns.
Lassen wir nicht zu, dass aus Angst Schweigen wird oder aus Trauer Spaltung. Diejenigen, die uns angreifen, wollen genau das.
Unsere Antwort bleibt Zusammenhalt. Hoffnung. Sichtbarkeit.
Heute trauern wir gemeinsam. Morgen gehen wir weiter.
Weiter laut. Weiter sichtbar. Weiter solidarisch.
Denn aufgeben können wir uns nicht leisten. 🏳️🌈🖤