26/04/2026
Sideevent des UN Permanent Forum on Indigenous Issues über Selbstbestimmung in Zeiten von Frieden und Konflikt: UN Special Rapporteur on the Rights of Indigenous Peoples Albert Barume (Demokratische Republik Kongo) - einer der 3 UN Hauptmechanismen für Indigene Völker - berichtete:
Als zentrales Problem identifizierte er das gestiegenene hohe Interesse auf Länder Indigener Völker aufgrund "Transition minerals und Transition Energy" ( "grüner Energie" und die dafür benötigten Mineralien), die Ausweitung des Kohlenstoffmarkts (Zertifikate-Handel zwecks "Klimaschutz", die Ausweitung sogenannter Schutzgebiete wie Nationalparks ohne die Rechte der lokalen Indigenen Völker zu berücksichtigen und geopolitische Expansion. Dadurch werden Indigene Völker zunehmend unter Druck gesetzt, vertrieben und zunehmender Gewalt ausgesetzt. UN Sonderberichterstatter Barume betonte, das Indigene Völker Teil der Dekolonialisierungsprozesse der vergangenen Jahrzehnte hätten sein müssen. Obwohl das Selbstbestimmungsrecht auch in der UN Deklaration für die Rechte Indigener Völker (UNDRIP) verankert ist, haben viele Indigene Völker dieses Recht gegenüber den Staaten nicht geltend geschweige den durchsetzen können. Daher muss es seiner Ansicht nach einen Paradigmenwechsel der Perspektive geben:
Eine WIN-WIN Situation für Indigene Völker und den übergeordneten, oppressiven Staaten. Selbige müssen den "Vorteil Indigene Völker" für sich erkennen: Indigene Völker leben zumeist an den Grenzen nationaler Staaten, in Zonen des "Vakuums". Diese Zonen werden oft von internationaler Kriminalität wie Drogen und Menschenhandel ausgenützt. Laut Barume reichen internationale Obligationen bezüglich der Rechte Indigener Völker nicht mehr aus, diese zu unterstützen, allerdings sollte das Argument, dass die staatliche Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts dieser Völker im Gegensatz zu ihrer Unterdrückung die beste Strategie gegen die Internationale Kriminalität wäre, die Staaten überzeugen.
Sara Olsvig, grönländische Politikerin und Vorsitzende des Inuit Circumpolar Councils, bestätigte Barumes Ansatz und betonte den positiven Einfluss der rechtlich bekräftigten Inuit im arktischen Raum. Sie haben viel zum Frieden in dieser Region während der letzten Jahrzehnte beigetragen, insbesondere im kalten Krieg und im Dialog mit Gorbatschow. Auch aktuell haben die Automomie Rechte der Inuit Grönlands Unabhängigkeit und Dänemarks Position gegenüber den USA wesentlich bestärkt.
Der Vizepräsident des CONAIE (Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador) verwies auf die schockierenden Zahlen seines Landes, alleine 2025 wurden 237 indigene AktivistInnen aufgrund der Verteidigung ihrer Landrechte - trotz weitreichender Rechte Indigener Völker - kriminalisiert und verhaftet. Immer wieder werden Indigene ermordet und insbesondere Frauen sind von Gewalt bedroht. Auch er betonte die Notwendigkeit, die Vorteile einer Kooperation zu erkennen und Indigene als Partner wahrzunehmen.
Jane Meriwas, leitende Samburu Repräsentantin aus Kenya, bekräftigte die essentielle Relevanz des Selbstbestimmungsrechts Indigener Völker für ihre Existenz und Würde. Rechte und Diplomatie Indigener Völker haben bereits vor den modernen Staatsgebilden existiert. Gegenseitiger Respekt ist unerlässlich für eine gelungene Zukunft für Alle.
Alle betonten und bekräftigten die existenzielle Notwendigkeit des Selbstbestimmungsrechts Indigener Völker und die dadurch resultierenden Vorteile. Indigene Völker sind "Rightsholders" und nicht lediglich "Stakeholders".