12/06/2026
📣 Gestern präsentierte Dokustelle Österreich, gemeinsam mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft, ihren 11. Bericht zu antimuslimischem Rassismus in Österreich, mit dem Schwerpunkt: Kein Einzelfall, sondern System.
„Antimuslimischer Rassismus entsteht nicht im luftleeren Raum. Was wir dokumentieren, sind keine isolierten Einzelfälle, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen, in denen Ausgrenzung wiederholt, verstärkt und dadurch schrittweise normalisiert wird. Wer ihn wirksam bekämpfen will, muss genau diese Bedingungen in den Blick nehmen.“ Rumeysa Dür-Kwieder.
„Mit 1.684 dokumentierten Vorfällen verzeichnen wir die höchste Fallzahl seit Bestehen der Dokustelle Österreich. Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl antimuslimischer Übergriffe deutlich höher liegt. Unsere Daten sind nicht repräsentativ, zeigen aber seit Jahren ein klares Muster, in dem politische Kampagnen, mediale Berichterstattung und öffentliche Debatten das gesellschaftliche Klima prägen und zur schrittweisen Normalisierung von antimuslimischem Rassismus beitragen. Das wirkt sich unmittelbar auf den Alltag von Muslim:innen und jene, die als solche wahrgenommen werden, aus.“ Dunia Khalil
„Die hohen Fallzahlen zeigen nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Betroffenheit. Viele Menschen melden Diskriminierung nicht, weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden oder negative Konsequenzen zu erfahren. Umso wichtiger sind vertrauenswürdige Melde- und Beratungsstrukturen und die konsequente Anerkennung von Rassismus als strukturelles Problem mit realen Folgen für Betroffene.“ Hüseyin Günes (Gleichbehandlungsanwaltschaft)