28/03/2023
Apotheker ohne Grenzen Deutschland und Apotheker ohne Grenzen Österreich gemeinsam in der Türkei: Die beiden Apothekerinnen Luise Marenbach aus Koblenz, eine frühere PhiP bei AoG Deutschland, und Cornelia Fasching, eine AoG-Einsatzkraft aus Graz in Österreich, waren gemeinsam in Gaziantep in der Türkei. Sie besuchten dort unseren neuen Partner MAPS Turkey, lernen seine Arbeitsweise und Schwerpunkte kennen und klären letzte Fragen in Bezug auf die Nothilfe für Erdbebenopfer auf der syrischen Seite der Grenze.Im Laufe der Woche werden Arzneimittel im Wert von 70.000 Euro an 10 Krankenhäuser im Norden Syriens verteilt. MAPS hat dabei eine entscheidende Rolle in der Koordination, der Bedarfsanalyse und der Beschaffung übernommen. Auch werden sie persönlich die Logistik und Verteilung vor Ort begleiten.
Luise und Cornelia konnten nun vor Ort ein tieferes Verständnis der Partnerorganisation erhalten, zeitgleich nutzten sie die Gelegenheit um nochmals die Situation in und um Gaziantep im Epizentrum des Erdbebens zu eruieren. Sie berichten von extremen Zerstörungen, aber zeitgleich auch von einem bereits laufenden Prozess des Aufräumens und Wiederaufbaus. Der türkische Katastrophenschutz Afad hat an vielen Orten neben Zelte auch bereits Containerstädte aufgebaut. In Gaziantep werden zerstörte Gebäude bereits abgerissen, viele Straßen sind repariert. Alle stehenden Gebäude wurden laut Auskunft von MAPS zweimal statisch geprüft, damit sich die Menschen in den Häusern wieder sicher fühlen können. Es beruhigt uns zu erfahren, dass es hier vor Ort keine Lücken in der medizinisch-pharmazeutischen Versorgung gibt. Unsere Entscheidung den EMT (Emergency Medical Teams)-Camp-Aufbau nicht voranzutreiben Mitte Februar, sondern nach anderen Optionen der Unterstützung zu suchen, war die richtige.
Nach der Großlieferung an Medikamenten nächste Woche möchten wir weiterhin mit MAPS zusammenarbeiten, gerne auch in einer Kooperation zusammen mit AoG Österreich. Wichtig bleibt für uns, dass der Bedarf vor Ort und die Notwendigkeiten der Bevölkerung dabei im Mittelpunkt stehen müssen. Gerade auf syrischer Seite waren bereits vor dem Erdbeben viele Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. In einem solchen schwierigen Kontext und einer nicht enden wollenden Notlage, ist es essenziell sich auf einen kundigen und kompetenten Partner verlassen zu können. Nur so können wir sichergehen, dass wir alle Spendengelder wirkungsvoll und effizient einsetzen können, idealerweise in einem längerfristigen Projekt mit dem wir es schaffen, Menschen vor Ort nicht nur kurzfristig zu versorgen, sondern zur Verbesserung der Gesundheitsstrukturen und damit ihrer Lebensgrundlage beizutragen.
Apotheker ohne Grenzen Deutschland und Österreich – gemeinsam stark mit unseren Partnern vor Ort für die Erdbebenopfer!