In den ersten Jahren waren die Mitglieder des Ländlichen Fortbildungswerkes die Absolventen der Fortbildungsschulen. Es war klar definiert, dass die bäuerliche Jugend in mehreren Fachbereichen aus- und weitergebildet werden solle. "Das Ländliche Fortbildungswerk fördert vor allem die Ertüchtigung im Beruf, festigt die Treue zur Scholle, sowie das bäuerliche Standesbewusstsein, vertieft die Erkennt
nis von der Bedeutung des Bauerntum für Volk und Staat und erzieht zur Lösung der Fragen des Gemeinschaftslebens im bäuerlichen Geist. (DI Otto Dornik 1949)
Diese Zielsetzung war Jahre hindurch gültig, aber nach einiger Zeit setzte ein verstärkter Strukturwandel (auch aufgrund der Mechanisierung der Landwirtschaft) ein. Die Landjugendmitglieder waren nicht mehr ausschließlich in der Landwirtschaft tätig. Mit der Einführung des landwirtschaftlichen Schulwesens gab es die Fortbildungsschulen im alten Sinn nicht mehr. Es änderte sich die Bedeutung der beruflichen Ausbildung durch das Ländliche Fortbildungswerk, weg von der schulischen Ausbildung hin zur außerschulischen Fortbildung. Die Ziele lauteten dann so: Erziehung zur Gemeinschaft, Berufliche Weiterbildung, Erweiterung und Vertiefung der Allgemeinbildung, Bildung der Persönlichkeit auf christlicher Grundlage, Volks- und Brauchtumspflege, körperliche Ertüchtigung. Mit dem bewussten Herangehen an die "neuen" Mitglieder aus allen Berufsschichten im ländlichen Raum ändert sich auch das äußere Erscheinungsbild, der Name "Ländliches Fortbildungswerk" wird in "NÖ Landjugend" umgeändert. Im Vordergrund der NÖ Landjugend, die eine überparteiliche Jugendorganisation darstellt, stehen unter anderem die Persönlichkeitsentwicklung, die sinnvolle Freizeitgestaltung sowie die aktive Mitgestaltung im ländlichen Raum.