29/12/2021
Der Großglockner, der höchste und auch einer der schönsten Berge Österreichs. Mit seinen 3798 m ü.A. ist es auch kein Ausflugsziel für Flip-Flop-Touristen, dennoch oder genau deswegen wollten wir diesen Gipfel unbedingt erklimmen. Fast genau 121 Jahre nach der Erstbesteigung machten wir uns auf den Weg. 4:00 Uhr war Abfahrt in Vorderstoder mit dem Ziel am selben Tag nicht nur den Gipfel zu erreichen, sondern auch wieder einen Teil abzusteigen. In Osttirol angekommen brannte es uns unter den Finger ähh.. sorry Zehennägel und wir wollten sofort loslegen… Der erste Teil ist eine gemütliche Schotterstraße die, bis zum Fuß der Materialseilbahn reicht. Von dort bis zur Stüdlhütte wird der weg steiler, aber dennoch alles außer schwieriges Gelände. Gemütliche Serpentinen geleiten uns zum wohlverdienten Mittagessen mit, wie soll‘s in Osttirol auch anders sein, Gösser. Gestärkt von Hopfen, Malz und einer riesen Portion Spaghetti wollten wir nun die zweite Etappe in Angriff nehmen. Kurz über steiniges Gelände direkt zum Gletscher. Ab hier heißt es Steigeisen anlegen und mit kurzem Seil sichern. Also wie beim Schulwandertag, Jausenpause mit hohem Eisengehalt. Die Teleskopstöcke noch justieren, Karabiner einhängen und los geht’s über das schön blendende Eis. Unser nächster Zwischenstopp war die Erzherzog-Johann-Hütte, von dieser trennte uns nur eine kurze Kletterei über einen schönen Grat. Dieser endet praktischerweise direkt auf der Terrasse der Hütte. Oben angekommen nur schnell das Gepäck für die Nacht abgelegt und sofort weiter, wir hatten ja ein Tagesziel zu erreichen. Wieder über ein Gletscherfeld zum Grat der über den Klein- zum Großglockner führt. Dieser sehr ausgesetzte Grat bietet eine wunderschöne Szenerie vom Großvenediger über die Tauern bis in die weite Ferne. Die Kletterei am Grat ist nicht sehr fordernd, die Höhenluft aber schon. Oben angekommen nach nicht einmal 6h Gehzeit machten wir es wie die Pioniere vor 121 hoffentlich auch, erstmal ein Bier. Nach gefühlt hunderten Fotos und mit dem Wissen des schwindenden Biervorrats trieb es uns runter zum Abendessen auf die Erzherzog-Johann-Hütte. Die Sonnenstrahlen begleiteten uns und mit dem befreiten Gefühl unser Ziel erreicht zu haben waren wir schneller beim Essen, als was der Wirt erwartet hatte. Geschwächt von den Strapazen des langen Tages versorgte uns das Team der Hütte mit vielen lokalen Energy-Drinks (Bier). Wir ließen den Tag auf der Terrasse mit dem Sonnenuntergang und Flip-Flops ausklingen. Tag zwei, aufstehen, Kaffee und Abmarsch. Ca. 3,5 Stunden brauchten wir für den Abstieg der mit etwas schlechterem Wetter nicht weniger süß wurde.
Alles in allem eine wunderschöne Tour, das Wetter hatte wohl etwas gut zu machen und beglückte uns mit toller Fernsicht und wenig Wind. Für einige von uns war dies die erste Hochalpine Erfahrung, welche bravourös gemeistert wurde. Ein toller Vereinsausflug der uns, so kitschig wie es klingen mag, für immer in Erinnerung bleiben wird. Eure Freizeit Freunde.