VSIG - Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte

VSIG - Verein zur Förderung von Studien zur interkulturellen Geschichte ein wissenschaftlicher Verein Drei Schlagwörter, die Programm sind. Seit den 70er-Jahren des 20. Nolte und P.
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Unser Verein hat sich zur Aufgabe gesetzt, handliche Bücher zu publizieren, die weder eine geschlossene Einheit, noch eine vollständige Behandlung des Themas sein wollen. Jahrhunderts ist der schon immer vermutete innere Zusammenhang von “Moderne” westlicher Prägung, “Globalisierung” und dem so genannten “Weltsystem” (dazu H.-H. Feldbauer)- eine in seinen wesentlichen Zügen als Europäisierung der

Welt verstandene “Re-Formation” der Welt in politischer, wirtschaftlicher, militärischer und technisch-wissenschaftlicher Perspektive – ein Thema. Mittlerweile geht es mindestens so sehr um die Revision der Vorstellung, dass es ein einziges, immer schon vom Westen dominiertes Weltsystem gebe, wie um die Wieder-herstellung einer intellektuellen Unbefangenheit im Umgang mit dem eigenen christlich-abendländischen Ego. Das wieder zunehmende Interesse Europas an sich selbst weiter zu fördern, wäre Aufgabe von “grenzüberschreitender” Geschichtswissenschaft, wie sie unsere Bücherreihe und wissenschaftlichen Veranstaltungen bieten sollen. Dabei wird die Suche nach Schlüsselstellen in der europäischen bzw. einer “interkulturelle” eingebetteten europäischen Geschichte hier ein weites Feld für Forschung und Methode eröffnen. An die Stelle idealtypischer Konstruktionen ist bereits eine stärkere Konzentration auf die regionale Entwicklung mit ihren realen Besonderheiten getreten. Ob nun regionalisierend oder generalisierend – es ist uns ein Anliegen, den einzelnen Autoren soviel Gestaltungsfreiheit einzuräumen, solange sie am geforderten Leitmotiv orientiert bleiben. Somit sind die drei Schlagwörter nicht nur Leitmotiv und Programm unseres Vereins, sondern ihre Abfolge die Struktur der historischen Herangehensweise. Interaktion ist unser Ansicht nach der eigentliche Modus von Expansion und Akkulturation. Aufeinander reagieren und wechselseitig in seinem Verhalten beeinflussen bestimmt die Wege der Expansion, der räumlichen Ausdehnung und Erweiterung eines Macht- und Einflussbereiches. Keine gesell-schaftliche Expansion ist jemals gleichmäßig und homogen wie ein verlaufen. In jeder Phase, ja bereits bei der Ursachenforschung, wird man auf Interaktionen stoßen, die Akkulturation, eine Übernahme fremder geistiger und materieller Kulturgüter und Anpassung an fremdes Milieu von Einzelpersonen oder ganzen Gruppen zeigen. Kein Aufeinandertreffen von Menschen und Kulturen verlief wohl jemals in Einbahnordnung. Menschen und Kulturen können nicht einfach verpflanzt, wie ein Samenkern in neue Erde gesenkt werden, um sich identisch zu reproduzieren, denn “Fremdes” wird ungesehen zum “Eigenen” gemacht. Die Auseinandersetzung als soziale Zusammenkunft ist Motor der Entwicklung, macht den Unterschied, und daher die Unterscheidung in der Darstellung und historischen Herangehensweise Sinn. Differenz wird als Chance und nicht als Makel aufgefasst. Ein andere Autor, eine andere Autorin, hätte zum selben Thema ein anderes Buch geschrieben und andere Herausgeber die Themenschwerpunkte abweichend gesetzt. Die Zusammenstellung der einzelnen Bände wird dadurch nicht beliebig, sondern kreist in ergänzende Weise um die Expansion aus dem europäischen Raum, einem Raum der zu aller erst geographisch aufgefasst wird. Das Europa unserer Tage formiert sich eben erst in den Epochen, der auch unseren Betrachtungszeitraum schwerpunktmäßig abdecken soll – vom europäischen Hochmittelalter bis zur späten Neuzeit. Und gerade die Erfahrung der überseeischen Ausbreitung europäischer Mächte und Menschen trug zur wachsenden Einheit der Weltgeschichte bei, an der Europa entscheidenden Anteil genommen hat. Durch Zusammenschau und Verflechtung der unterschiedlichsten Themenbereiche soll eine Gesamtdarstellung mit persönlich gefärbter Auswahl geschrieben werden, die mehr Zusammenhänge und Dichte zustandebringt, als Fragment überzogener Ambitionen zu bleiben, denn alles umfassenden Sammelband zu verfassen.

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