DPI - Dokumentationsstelle

DPI - Dokumentationsstelle Österreichischer Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus

Die 1928 von Hasan al-Banna gegründete Muslimbruderschaft stellt eine breite, ideologisch flexible islamistische Bewegun...
29/08/2026

Die 1928 von Hasan al-Banna gegründete Muslimbruderschaft stellt eine breite, ideologisch flexible islamistische Bewegung dar, die die Islamisierung der Gesellschaft durch Bildung, Wohlfahrtseinrichtungen und politisches Engagement propagiert. Der Slogan der Bruderschaft „Der Islam ist die Lösung“ (𝘢𝘭-𝘐𝘴𝘭𝘢̄𝘮 𝘩𝘶𝘸𝘢 𝘢𝘭-ḥ𝘢𝘭𝘭) spiegelt den Glauben an die lenkende Kraft der Religion sowohl für eine persönliche als auch gesellschaftliche Reform wider. Die Hamas ist der bekannteste und palästinensische Ableger der islamistischen Bewegung.

Strukturen, die der Muslimbruderschaft zugerechnet werden, verfolgen in Europa einen legalistischen Ansatz. Dabei geht es auch um den schrittweisen Aufbau von Einfluss innerhalb und im Umfeld bestehender staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen. Gerade darin liegt eine besondere Herausforderung für den demokratischen und pluralistischen Rechtsstaat.

➡ Mehr dazu in den Publikationen der Dokumentationsstelle: https://www.dokumentationsstelle.at/publikationen

25/08/2026

DPI-Direktorin Lisa Fellhofer: „Antisemitismus nicht zuzulassen, genauso wie auch die Diskriminierung von Muslimen nicht in Ordnung ist – das muss man klar kommunizieren.“

🎙️ Aus dem Podcast "Was wichtig ist" von Die Presse mit Lisa Fellhofer (DPI) und Anna Wallner (Die Presse): https://www.youtube.com/watch?v=Apr-zZboijQ

Ein Blick in den Nahen Osten zeigt: Politische Bündnisse zwischen christlichen und islamistischen Akteuren sind kein Wid...
20/08/2026

Ein Blick in den Nahen Osten zeigt: Politische Bündnisse zwischen christlichen und islamistischen Akteuren sind kein Widerspruch, sondern oft strategisches Kalkül.

🔹 Libanon: Die Hisbollah suchte gezielt die Nähe zu christlichen Kräften und ging ein Bündnis mit der Freien Patriotischen Bewegung von Michel Aoun ein. Auch der salafistische Prediger Ahmad al-Asir näherte sich im gemeinsamen Widerstand gegen die Hisbollah dem früheren christlichen Milizenführer Samir Geagea an.
🔹 Jordanien: Da Christen unter dem besonderen Schutz der Monarchie stehen, müssen islamistische Akteure hier eine moderate Haltung einnehmen, um politikfähig zu bleiben. 2007 wurde sogar ein Christ ins Führungskomitee der Islamischen Aktionsfront gewählt.

💡 Interessant dabei: Obwohl sich Muslimbrüder, Salafisten, Vertreter eines offiziellen Islam und schiitische Organisationen gleichermaßen auf „den Islam“ berufen, kommen sie zu völlig unterschiedlichen, teils gegensätzlichen, Schlussfolgerungen. Während sich etwa die salafistische 𝘢𝘥-𝘋𝘢ʿ𝘸𝘢 𝘢𝘴-𝘚𝘢𝘭𝘢𝘧𝘪̄𝘺𝘢 in Ägypten ausschließlich auf die klassischen Schriftquellen stützte und damit die Gleichstellung von Kopten und Muslimen ablehnte, übernahm die Hisbollah gerade das gegenteilige, im Libanon gängige, Narrativ: das Bild einer vorbildlichen Nation harmonischer christlich-muslimischer Beziehungen.

👉 Der gemeinsame Nenner bei aller Uneinheitlichkeit: Wo Christen politisches Gewicht oder staatlichen Schutz genießen, wird Kooperation für islamistische Akteure oft zur politischen Notwendigkeit, führt aber nicht zwangsläufig zum ideologischen Umdenken.

📖 Mehr dazu im Gastbeitrag von Anna Hager im DPI-Jahresbericht 2024:https://www.dokumentationsstelle.at/fileadmin/dpi/publikationen/DPI_Jahresbericht_2024.pdf

In den vergangenen Jahren, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023, lassen sich in Europa vermehrt ideologieübergreifende ...
18/08/2026

In den vergangenen Jahren, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023, lassen sich in Europa vermehrt ideologieübergreifende Kooperationen zwischen extremistischen Gruppierungen ausmachen. Dabei wird sichtbar, dass sich verschiedene extremistische Akteure in ihrer Darstellung immer stärker ähneln und für Außenstehende schwieriger voneinander zu unterscheiden sind.

Welche Folgen hat diese Annäherung auf ihre Anhängerschaft, und worin besteht unter diesen Bedingungen noch ihr jeweiliges Alleinstellungsmerkmal? Dieser Fragestellung widmet sich ein DPI-Experte in dem Magazin „The Hub. Insights“, welches im Rahmen des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation publiziert wurde.

➡️ Mehr dazu unter: https://www.dokumentationsstelle.at/news/aktuelles/dpi-fachbeitraege-im-online-magazin-the-hub-insights

Vor vier Jahren wurde Salman Rushdie bei einem Attentat schwer verletzt – Ende Juli wurde Hadi Matar erneut schuldig ges...
15/08/2026

Vor vier Jahren wurde Salman Rushdie bei einem Attentat schwer verletzt – Ende Juli wurde Hadi Matar erneut schuldig gesprochen. Bereits 1989 forderte Ayatollah Khomeini in einer Fatwa die Tötung des Autors als Reaktion auf dessen Roman „Die satanischen Verse“.

Das Buch löste weltweit Proteste von Musliminnen und Muslimen aus, die sich durch den Roman beleidigt sahen. Da er in Teilen die Merkmale eines Schlüsselromans trägt, ließen sich mehrere seiner oft wenig schmeichelhaft gezeichneten Figuren – etwa ein Prophet namens „Mahound“ und eine Prostituierte namens „Aisha“ – auf Personen und Ereignisse der frühislamischen Geschichte zurückführen. In der Folge forderten viele Musliminnen und Muslime weltweit ein Verbot des Buches.

➡ Wie es von dort zur Fatwa kam und was das bis heute bedeutet, erklären wir in unserer Publikation.

📕„The Satanic Verses Controversy. Fatwas, Muslim Identity and the Ayatollahs“:https://www.dokumentationsstelle.at/fileadmin/dpi/publikationen/Report_The_Satanic_Verses_Controversy.pdf

Bild-Credits: 1 - Ternovaja, Elena – Wikimedia/CC-BY-SA-3.0, 2 - Croes, Rob C. / Anefo – Wikimedia/ CC-Zero

12/08/2026

Am Beispiel des Attentäters von Villach zeigt Lisa Fellhofer: Nicht immer sind religiös aufgewachsene junge Menschen anfälliger für Islamismus – auch das Gegenteil kann der Fall sein. Entscheidend ist ein Zusammenspiel aus psychischen, sozioökonomischen Faktoren, aber auch die Frage wer religiöse Inhalte wie vermittelt.

🎙️ Aus dem Podcast "Was wichtig ist" von Die Presse mit Lisa Fellhofer (DPI): https://www.youtube.com/watch?v=Apr-zZboijQ

Salafismus zählt zu den dynamischsten Strömungen des Islam und bildet eine zentrale Herausforderung der Radikalisierungs...
08/08/2026

Salafismus zählt zu den dynamischsten Strömungen des Islam und bildet eine zentrale Herausforderung der Radikalisierungsprävention. Trotz seiner Rückwärtsgewandtheit, handelt es sich beim Salafismus um ein strukturell modernes Phänomen.

Doch warum wirkt diese Ideologie ausgerechnet in einer postmodernen Welt so anziehend? Dieser Fragestellung widmet sich ein DPI-Experte in dem Magazin „The Hub. Insights“, welches im Rahmen des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation publiziert wurde.

➡ Mehr dazu unter: https://www.dokumentationsstelle.at/news/aktuelles/dpi-fachbeitraege-im-online-magazin-the-hub-insights

05/08/2026

„Die Dokumentationsstelle hat drei Säulen: Forschung, Dokumentation und Information."

DPI-Direktorin Lisa Fellhofer erklärt, wie die Dokumentationsstelle Politischer Islam arbeitet – von wissenschaftlichen Studien über die Dokumentation von Social-Media-Narrativen bis zur sachlichen Information der Öffentlichkeit.

🎙️ Aus dem Podcast „Was wichtig ist“ von Die Presse mit Lisa Fellhofer (DPI) und Anna Wallner (Die Presse): https://www.youtube.com/watch?v=Apr-zZboijQ

Nachdem wir im letzten Post zentrale Inhalte unseres DPI Focus „Was ist populistisch am politischen Islam?“ vorgestellt ...
30/07/2026

Nachdem wir im letzten Post zentrale Inhalte unseres DPI Focus „Was ist populistisch am politischen Islam?“ vorgestellt haben, werfen wir heute einen Blick hinter die Publikation.

In einem kürzlich erschienenen Interview im Newsletter des EU Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation (EUKH) spricht ein DPI-Experte über seine Forschung, die Entstehung des Berichts und die Frage, warum der Begriff des Populismus neue Perspektiven für die Analyse islamistischer Radikalisierungsprozesse eröffnen kann. Dabei betont er, dass es nicht um eine Kritik an Religion oder Musliminnen und Muslimen geht, sondern um ein besseres Verständnis populistischer Dynamiken und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen.

Das Interview gibt Einblicke in den Forschungsprozess und zeigt, welchen Beitrag wissenschaftliche Analysen für die Prävention von Radikalisierung leisten können.

👉 Der vollständige Beitrag ist auf unserer Website zu finden: https://www.dokumentationsstelle.at/news/aktuelles/dpi-experte-im-eukh-newsletter-zu-islamistischem-populismus

Warum es in Zeiten des wachsenden Populismus bei unterschiedlichen Akteuren wichtig ist, sich auch mit dem Politischen I...
28/07/2026

Warum es in Zeiten des wachsenden Populismus bei unterschiedlichen Akteuren wichtig ist, sich auch mit dem Politischen Islam zu beschäftigen, wird in unserem letzten DPI Focus genauer beschrieben.

➡️ Mehr dazu unter:https://www.dokumentationsstelle.at/fileadmin/dpi/publikationen/DPI_Focus_Islamistischer_Populismus.pdf

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