18/09/2026
💡Was bedeutet eigentlich Politischer Islam – und wo zieht man die Grenze zur legitimen politischen Betätigung von Musliminnen und Muslimen? Im aktuellen „Ö1 Journale – gehört vertieft“ hat die Direktorin der Dokumentationsstelle, Lisa Fellhofer, gemeinsam mit dem Integrationsforscher und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der DPI, Kenan Güngör, genau darüber gesprochen.
Im Gespräch erläutert Fellhofer die Arbeitsdefinition der Dokumentationsstelle: Politischer Islam ist eine Herrschaftsideologie, die versucht, Politik, Staat und Gesellschaft nach islamischen Werten zu formen – und dabei gegen demokratische Grundrechte verstößt. Moderne Rekrutierungsstrategien nutzen dabei Social Media und vermeintlich harmlose Formate wie Sportcamps, hinter denen sich islamistische Inhalte verbergen können. Güngör ergänzt aus seiner Forschung, dass Algorithmen und intensive Internetnutzung bei der Radikalisierung Jugendlicher eine größere Rolle spielen als einzelne Influencer.
Ein weiterer Schwerpunkt: die Muslimbruderschaft, die in Europa vor allem auf den Weg durch Institutionen statt auf Gewalt setzt – was sie schwerer greifbar macht als offen gewaltbereite Akteure. Beide Gesprächspartner betonen zudem einen zentralen Punkt, der in der öffentlichen Debatte oft untergeht: Die ersten Betroffenen von Islamismus sind Musliminnen und Muslime selbst, deren innere Vielfalt dadurch eingeschränkt wird.
🎧 Die ganze Folge gibt es unter: https://sound.orf.at/collection/57/159147/wie-gefahrlich-ist-der-politische-islam
#Ö1