20/12/2024
Feuer, positiv für den Wald ? 🔥🧐
Ja, es hört sich tatsächlich sehr fragwürdig an, doch Feuer können einen positiven Einfluss auf die Waldgesundheit haben. Hierbei geht es selbstverständlich nicht um willkürliche Brandrodungen, sondern geplante Feuer. Feuerökologie ist eine eigene Wissenschaftsrichtung, die sich mit den Auswirkungen von Feuer auf verschiedene Ökosysteme beschäftigt. Es gibt zahlreiche Biome die von Feuern profitieren können. Im Naturschutz wird ein kontrollierter Brand von Feuerökolog:innen gemeinsam mit Feuerwehrleuten geplant und durchgeführt. Hierbei wird auf die aktuellen Wetterverhältnisse, die potentielle Entwicklung des Feuers, die Windrichtung und ähnliches geschaut und akribisch geplant. Einerseits kann ein Wald davon profitieren, indem die Gefahr für natürlich ausgelöste Feuer die sich zu stark ausbreiten reduziert wird, da der Wald lichter wird und das Feuer sich nicht mehr so schnell ausbreiten kann. Andererseits gibt es sogenannte Phyropyhten, Pflanzen die an Feuereinwirkung angepasst sind oder sogar dadurch begünstigt werden. Beispielsweise sind viele Fichten-und Kieferarten bei der Samenverteilung auf Feuer angewiesen, da ihre Zapfen so fest durch das Harz verschlossen sind, dass nur die Hitze eines Feuers diese öffnen kann. Außerdem gibt es Tierarten die davon profitieren, wie zum Beispiel den Schwarzen Kiefernprachtkäfer (Melanophila acuminata). Dieser Käfer kann ohne Asche gar nicht erst überleben, denn die Weibchen legen ihre Eier in die warme Asche, die Larven ernähren sich anschließend vom frisch verbrannten Holz und sind geschützt vor Fressfeinden. Die paarungsbereiten Tiere werden durch den Pflanzenstoff Guajacol, welcher durch rauchende Bäume freigesetzt wird, angelockt. Die Wanzenart Aradus lugubris kann Waldbrände ebenfalls dank spezieller Rauchsensoren lokalisieren. Sie ernährt sich von Pilzarten die besonders häufig auf Brandflächen vorkommen.
Ein weiterer positiver Effekt von kontrollierten Waldbränden, ist die bessere CO² Speicherung. Der Forscher Pellegrini beschäftigt sich in seinem Labor genau mit dieser Thematik. In gemäßigten Zonen, Savannen und Grasland stabilisieren Feuer den Bodenkohlenstoff oder erhöhen die Menge sogar. Durch die Verbrennung werden zersetzungsresistente Holzkohle und Aggregate gebildet. Also Bodenklumpen die das kohlenstoffreiche Material in der Mitte schützen. Bei zu häufigen und starken Bränden wird jedoch die Pflanzenbiomasse komplett verbrannt und Kohlenstoff freigesetzt, außerdem sterben Bodenbakterien und Pilze ab, was zu einer Destabilisierung des Bodens führt. Somit können gezielt eingesetzte, kontrollierte Feuer sogar zum Klimaschutz beitragen. Wichtig ist auch das Gebiet in dem so ein Feuer stattfindet, im Regenwald beispielsweise ist es kontraproduktiv, da die Bäume dort eine dünnere Rinde haben und einem Feuer nicht standhalten können.
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