06/08/2026
Wenn nur ein Funken Sinn hinter der derzeitigen Notlage an unseren Gewässern ist, dann der, dass erstmals das Leben der Tiere unter Wasser in den Focus rückt. Sie sind, auch ohne Hitze- oder Trockenheit, die am schwersten bedrohten Spezies.
Ohne Fisch kein Eisvogel,
Ohne Fisch kein Fischotter,
Mit der Landwirtschaft kein Fisch?
Kein Niederschlag, Rekordhitze, absolutes Feuerverbot, Sauerstoffmangel in Gewässern, niedrigste Wasserstände im Alpenrhein und dem Binnenkanal, zahlreiche Fischsterben, Bäume im Herbstkleid.
Eigentlich müsste man meinen, dass es aktuell im Land allen klar ist, wie akut es um den Lebensraum Wasser steht. Doch Fische haben ein kleines Problem: Sie haben keinen Pelz, keine putzige Nase und keine Stimme, mit der sie bei Schmerzen nach Hilfe schreien könnten. Sie werden deshalb bei Umweltfragen oft übersehen und bei Tierschutzvereinen gerne vergessen. Aber: Ohne Fische gibt es keine Eisvögel, ohne Fische gibt es auch keine Fischotter, ohne Fische gibt es keine Muscheln. Fische sind wichtige Botschafter für intakte Gewässer und Nahrung für viele Lebewesen.
Seit über zehn Jahren wird der Landwirtschaft und dem Fischereiverein Liechtenstein vom Amt für Umwelt ein funktionierendes Bewässerungskonzept versprochen. Unzählige Sitzungen, viele Studien, kaum ein Resultat. Die Landwirtschaft braucht dann Wasser, wenn die Hitze gross und der Niederschlag klein ist. Genau zu dieser Zeit leidet die Wasserfauna am meisten. Dabei gäbe es schon lange Lösungen wie Kavernen, Brunnen, Hydranten oder Ernteausfallversicherungen bei Trockenheit.
Der Fischereiverein Liechtenstein hofft nun sehr, dass das neue Amt für Umweltschutz den Kompass «wieder» findet und wird diesbezüglich die Zusammenarbeit mit zielverwandten Organisationen suchen. So eine Situation will schliesslich niemand nochmals erleben.
Beste Grüsse
Rainer Kühnis, Präsident Fischereiverein Liechtenstein