28/07/2026
Die V2000 macht es zunehmend zur Gewohnheit, alltägliche Aufgaben der Gemeindeverwaltung als eigene Parteileistung darzustellen.
Aktuelles Beispiel ist der Baustellenverkehr rund um das Microsoft-Rechenzentrum in der Benya-Siedlung. Laut V2000 wurden bei einem Lokalaugenschein die Beschwerden der Anrainer aufgenommen, die Bescheidlage soll geprüft und ein Gespräch mit allen Beteiligten geführt werden. Soweit ist daran nichts auszusetzen – genau diese Aufgaben gehören jedoch zum regulären Verantwortungsbereich der Gemeindeverwaltung und sind keine exklusive Leistung einer einzelnen Partei.
Bemerkenswert ist allerdings ein Kommentar unter dem Beitrag der V2000: Die Parteivorsitzende der FPÖ Vösendorf informiert dort, dass sie gemeinsam mit der Frau Bürgermeisterin bereits vor vier Wochen in der Benya-Siedlung war und es inzwischen bereits eine Klärung mit der Baufirma gegeben habe.
Sollte das zutreffen, stellt sich die Frage, warum derselbe Sachverhalt nun erneut als aktueller Erfolg präsentiert wird. Entweder gibt es in der Gemeindeverwaltung erhebliche Doppelgleisigkeiten bei der Aufgabenverteilung, oder politische Kommunikation und tatsächlicher Verwaltungsablauf laufen nicht mehr synchron.
Darüber hinaus wirft dieser Fall erneut die grundsätzliche Frage auf, wer in Vösendorf eigentlich Regierungsverantwortung trägt und wer die Rolle einer kontrollierenden Opposition wahrnimmt. Die Grenzen scheinen zunehmend zu verschwimmen.
Insgesamt entsteht der Eindruck einer Kommunalpolitik, die sich bereits im Wahlkampfmodus befindet – obwohl eigentlich eine stabile Regierungsperiode im Mittelpunkt stehen sollte. Bürgerinnen und Bürger erwarten keine Inszenierung alltäglicher Verwaltungsarbeit, sondern transparente Zuständigkeiten und verlässliche Lösungen.