Historische Runde Traismauer

Historische Runde Traismauer Ist ein Verein, der Heimatgeschichte erforscht u. aufzeichnet; Fachvorträge anbietet; Exkursionen u. Führungen organisiert;Fotos, Erinnerungen, alte Bräuche u.

Ausdrücke für nachfolgende Generationen erhalten u. Kulturdenkmäler bewahren will

3. Juni 1883: In der Gemeindeausschusssitzung wird die Errichtung einer 4. Schulklasse beschlossen, weil die 3 bestehend...
31/05/2026

3. Juni 1883: In der Gemeindeausschusssitzung wird die Errichtung einer 4. Schulklasse beschlossen, weil die 3 bestehenden Klassen überfüllt sind und dadurch die Gesundheit der Kinder gefährdet erscheint und der Lernerfolg nun gesteigert wird. Dafür werden die zwei Lehrerwohnungen im Erdgeschoß der Schule für Lehrzimmer adaptiert, die Adaptierungskosten von 200 Gulden übernimmt zur Hälfte (100 fl) Herr Wiesenburg (damals Eigentümer der Seidenbandfabrik in Rittersfeld). Den Lehrern werden 40 Gulden
jährlich mehr bezahlt, damit sie sich eine ordentliche Privatwohnung mieten können.
Das Foto zeigt die alte Schule in der Wienerstraße, ein Schulneubau –die heutige Volkschule- wurde 1895 Baumeister Schutzbacher übertragen, die Eröffnung der Schule erfolgte am 30. Aug. 1896 = vor 130 Jahren. Topothek Traismauer, Besitzer Archiv Raika Traismauer

180 JAHRE wird in diesem Jahr der mittlere Torturm unseres Wienertores alt! (Ab etwa 1900 romantisierend als „Römertor“ ...
16/05/2026

180 JAHRE wird in diesem Jahr der mittlere Torturm unseres Wienertores alt! (Ab etwa 1900 romantisierend als „Römertor“ bezeichnet)
Dem Ratsprotokoll vom 11. Mai 1846 kann man entnehmen: „Unter einem wurde der neue Bauplan von Josef Gattringer, Zimmermeister, von den abgebrannten Türmen unter dem Wienertor vorgelegt, um bestimmen zu können, ob nach diesem Plan gebaut werden könne, und derselbe allseitig anzunehmen ist. Über genauer Einsicht dieses vorgelegten Planes hat die Mehrzahl der anwesenden Herren Bürger die Äußerung gegeben, dass nicht drei Türme sondern nur einer hierin im Mittel gebaut werde soll“.
Ergänzend aus dem Amtsblatt zur „Wiener Zeitung“ vom 18. Mai 1846: Von der Herrschaft Traismauer und Nußdorf wird hiemit bekannt gemacht: Es werde der Bau eines Turmes über das Wiener Tor im Markte Traismauer bei einer Lizitation an den Mindestfordernden überlassen. Nach dem Überschlage betragen die Maurermaterialien 241 fl (Gulden) 25 kr; die Maurer- und Handlangarbeiten 352 fl; Spenglerarbeit samt Material 269 fl Ziegeldeckerarbeit samt Handlanger 36 fl 47 kr; Unternehmungslustige haben mit dem 10 pct. Vadium versehen am 2. Junius d.J.Vormittags am 10 Uhr auf hiesiger Amtskanzlei zu erscheinen, wo Bauplan, Vorausmaß- und Überschlag täglich in hiesiger Amtskanzlei einzusehen sind. Schriftliche Offerte werden angenommen, wenn sie mit dem Vadium versehen sind“.
Das Resultat einer neuen archäologischen Bauuntersuchung ergab, das erfuhr man im Vorjahr bei einem Vortrag im Festsaal des Schlosses Traismauer, dass der südliche (linke) Turm des Wienertores aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammt.
Die Abbildungen aus der Topothek Traismauer, wo noch weitere Informationen geboten werden, zeigen die ursprüngliche Baulichkeit unseres Wienertores.

Auch im Sommer 1904 gab es eine so große Trockenheit, dass der damalige Bischof der Diözese St. Pölten Johannes Baptist ...
09/05/2026

Auch im Sommer 1904 gab es eine so große Trockenheit, dass der damalige Bischof der Diözese St. Pölten Johannes Baptist Rößler ein Rundschreiben an alle Pfarren erließ, mit dem er ein Gebet um Regen anordnete. (Original im Diözesanarchiv St. Pölten)
Transkription:
Gebet um Regen
für die ganze Diözese St. Pölten wird hiermit angeordnet, daß bis zum Eintritte eines ausgiebigen Regens alle Priester bei jeder heiligen Messe, wenn es die Rubriken gestatten, die Kollekte „Ad petendam pluviam“ I: No. 16 inter orationes ad diversa :I einschalten.
Am Schlusse der täglichen Pfarrmesse und beim Nachmittagsgottesdienste, wo ein solcher stattfindet, ist auch das Gebet um Regen I: Gebete und Gesänge zum Gebrauche beim nachmittägigen Gottesdienste, Seite 42 :I laut vorzubeten.
St. Pölten den 24 Juli 1904
Johannes m. p.
Bischof

3. Mai 1863, aus dem Gemeinderatsprotokoll: „Der Bitte des Tischlermeisters Wenzel Preis (Nachf. Franz Pribyl) ihm den a...
02/05/2026

3. Mai 1863, aus dem Gemeinderatsprotokoll: „Der Bitte des Tischlermeisters Wenzel Preis (Nachf. Franz Pribyl) ihm den alten Torturm in Venusberg käuflich zu überlassen wird durch den Gemeindevorstand entsprochen. Kaufpreis 450 Gulden, abzüglich 50 Gulden als Entgelt für den Abbruch des Turmes und der Brücke. Es wird bestimmt, den Bauschutt für die Auffüllung des neuen Weges zu verwenden. Um die Auffüllung des neuen Torweges zu beschleunigen, wird beschlossen einen Tag Robot (8. Mai) für den Markt Traismauer anzuordnen". Im Kaufvertrag wird gesondert vermerkt, dass die beiden Kastanienbäume beim Haus des Wenzel Preis im Eigentum der Marktgemeinde verbleiben. Von den beiden erwähnten Kastanienbäumen blieb bis heute einer erhalten. (Foto Topothek Traismauer, Bes. Verlassenschaft Gottfried Geier)
Von der Innenseite des alten Torturmes, dem St.Pöltner Tor, gibt es in unserer Topothek (1233980) eine zeitnahe, naturgetreue Zeichnung des Künstlers Ludwig Passini. Nicht zu verwechseln mit der allbekannten fantasievollen Darstellung der Außenansicht des Tores.
Bitte helfen sie mit, unsere kostenloste Oneline-Chronik, die „Topothek Traismauer“, laufend zu erweitern. Es werden dafür lediglich Kopien ihrer Fotografien und Zeitdokumente benötigt, alle Rechte verbleiben natürlich bei den Besitzern.

Aus dem Ratsprotokoll, Thema: Konkurrenzkampf unter den Geschäftsleuten. Am 27. April 1908 hat Anton Volke um den Kleinv...
17/04/2026

Aus dem Ratsprotokoll, Thema: Konkurrenzkampf unter den Geschäftsleuten.
Am 27. April 1908 hat Anton Volke um den Kleinverschleiß (Ausschank) für gebrannte geistige Getränke für sein Geschäft im Haus Nr. 30, heute Wienerstr. 15, angesucht. „Hierauf ergreift Herr Engelbert Pröglhöf das Wort und beantragt das Ansuchen des Anton Volke abzulehnen und motiviert dies mit folgenden Gründen: 1. ist kein Lokalbedarf vorhanden, 2. hat auf dem Hause Nr. 30 in Traismauer niemals solche Konzession bestanden, 3. ist Volke kein Kaufmann, da er keinen Befähigungsnachweis besitzt, 4. haben ohnehin alle Kaufleute in Traismauer diesen Kleinverschleiß und die Wirte den Ausschank gebrannter geistiger Getränke. Der Antrag des Herrn Gemeinderates Engelbert Pröglhöf wird vom Herrn Gemeinderat Ignaz Schwab unterstützt, worauf der versammelte Ausschuss den einstimmigen Beschluss fasst, das Ansuchen des Anton Volke abzulehnen, nachdem für den angesuchten Kleinverschleiß der Lokalbedarf absolut nicht vorhanden ist“. Topothek Traismauer, Bes. Reinhard Prestl

5. April 1735, aus dem Ratsprotokoll: „Auf die von Hochwürden Herrn Pfarrer zu Reidling eingereichte Klage, dass ihm Max...
06/04/2026

5. April 1735, aus dem Ratsprotokoll: „Auf die von Hochwürden Herrn Pfarrer zu Reidling eingereichte Klage, dass ihm Maximilian Vogl, Braumeister und Gastwirt allhier für empfangenen Wein etwas schuldig sei und zur Zahlung nicht gelangen könnte, wird ihm Vogl auferlegt, selbst einen Termin zu wählen, wann er erwähnten Herrn Pfarrer die Schuld bezahlen wolle. Verspricht Vogl, er wolle dem Herrn Pfarrer zu Reidling die Hälfte des schuldigen „Kleingelds“ kommende Pfingsten, die andere Hälfte aber kommenden Jacobi (25. Juli) wahrhaftig abführen“.
Braumeister und Gastwirt Maximilian Vogl übernahm 1712 von seinem Vater Martin Vogl, ebenfalls Braumeister, Gastwirt und auch Ratsherr das „bürgerliche Brauhaus“ in Traismauer.
Die Besitzer des Brauhauses „zu den drei güldenen Kronen“ sind schon ab 1658 namhaft zu machen. Ab etwa 1710 wird die Beifügung „gülden“ im Brauhausschild, weil vermutlich zu lang und umständlich, nicht mehr verwendet.
# Foto Topothek Traismauer, Besitzer Fam. Manfred Riedler

30. März 1901, Kremser Volksblatt: „Oberndorfer Säuerling. In Oberndorf am Gebirge scheint ein frischer pulsierender Zug...
27/03/2026

30. März 1901, Kremser Volksblatt: „Oberndorfer Säuerling. In Oberndorf am Gebirge scheint ein frischer pulsierender Zug in die Cur- und Badegenossenschaft gekommen zu sein, denn soviel uns bekannt, wird dort eine neue Baderestauration errichtet und an die Fassung der zahlreich vorhandenen Eisenquellen geschritten. Da der Säuerling durch den Zusatz von natürlicher Kohlensäure haltbar ist und den Wein nicht schwärzt, so hat er sich die Doppeleigenschaft errungen, als Tafel- und Heilwasser gleich gut verwendbar zu sein“
Auf dieser Ansichtskarte kann man am linken Bildrand die Badeanstalt des Bades Ludwigsbrunn(en), in Oberndorf am Gebirge in ihrer ganzen Pracht bewundern. Damals wurden auch Villen in diesem aufstrebenden Kurort errichtet, an den heute nichts mehr erinnert.
Der Zusatz in der Ortsbezeichnung "am Gebirge" bezieht sich auf die umliegenden Weinberge, mundartlich "Biri" genannt - mit einem Gebirge hatte unser Oberndorf nichts zu tun. Topothek Traismauer, Bes. Historische Runde Traismauer.

In Vergessenheit geraten: Das Kaffeehaus Peinelt in Waldlesberg.Aus dem Gemeinderatsprotokoll: „Der versammelte Gemeinde...
17/03/2026

In Vergessenheit geraten: Das Kaffeehaus Peinelt in Waldlesberg.
Aus dem Gemeinderatsprotokoll: „Der versammelte Gemeinderat hält den in der Gemeinderatssitzung vom 17. März 1920 eingenommenen Standpunkt aufrecht und erblickt in dem Bestande eines Kaffeehauses in Waldletzberg Nr. 48 in moralischer Hinsicht eine große Gefahr für die heranwachsende Jugend.“ Es wird daraufhin einstimmig beschlossen, gegen die bereits positive Entscheidung der nö. Landesregierung Rekurs einzubringen, der jedoch sichtlich nicht erfolgreich war. # Foto aus der Topothek Traismauer, Bes. Traude Hensch, geb. Peinelt.
Auf der Zaunsäule ist ein Kinoplakat der Lichtspiele Schnabl zu erkennen, der Bub mit Milchkanne ist Alfred Turkovic

Am 14. März 1653 ordnet der Pfarrer von Traismauer Berthold Edl eine Fleischvisitation an, die durch einen Pater Benedic...
06/03/2026

Am 14. März 1653 ordnet der Pfarrer von Traismauer Berthold Edl eine Fleischvisitation an, die durch einen Pater Benedictus durchgeführt wurde. Dieser musste von Haus zu Haus gehen und Nachschau halten, was die Traismaurer in der Fastenzeit in ihren Kochtöpfen hatten und um zu kontrollieren, ob die Fastengebote eingehalten werden. Es wurden alle „halsstarrigen Deliquenten“, die in der Fastenzeit ohne Lizenz Fleisch gegessen haben, aufgelistet. Diese Liste existiert noch! Schlecht gegessen hat man in Traismauer in dieser Zeit nicht, was die Aufzählung der vorgefundenen „Fastenspeisen“ beweist: „Häfen Fleisch, gefüllte Brustpratl, Pluntzen samt Speck" und sogar ein halber Kälberschedl beim Wirt auf der Landstraße.
Das "Wirtshaus an der Landstraße", das Gemeindegasthaus des Marktes Traismauer, hat demnach eine sehr weit zurückreichende Hausgeschichte. Das hier abgebildete "Gasthaus zur Weintraube" Anton Mayer, wurde abgetragen und an seiner Stelle steht heute der "Nibelungenhof".

Am 22. Februar 1553 – vor 473 Jahren -  kamen die Rechtsvertreter aller Erben nach Urban Khünig (König), Bürger von Trai...
21/02/2026

Am 22. Februar 1553 – vor 473 Jahren - kamen die Rechtsvertreter aller Erben nach Urban Khünig (König), Bürger von Traismauer, die teils in Langenlois und Gobelsburg ansässig waren, vor Richter und Rat in Traismauer zusammen. Als Erbberechtigte anerkannten sie seinen letzten Willen, mit dem er das Haus zwischen Georg Zerers Behausung - damals Marktrichter - und dem Haus des Hans Schuerchummel liegend, dem Markt Traismauer übereignete, mit der Bestimmung, dass es für immer Rathaus bleiben soll. Urban König versprach schon zu seinen Lebzeiten die Schenkung dieses Hauses dem Markt Traismauer , wenn ihm der Marktrat „gehüflich sein wolle“, dass ihn die Witwe Ursula Weinspergerin als Ehegemahl annehmen wolle. So verdanken wir unser alt-ehrwürdiges Rathaus einer erfolgreichen Ehevermittlung! (Quelle: Rathausprotokoll 1552-1562 im NÖ Landesarchiv) # Foto Topothek Traismauer aus Beständen des ehem. Heimatmuseums.

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