23/08/2026
Gestern hat uns unser Professor Frami einen ordentlichen Schrecken eingejagt. ❤️
Er hatte eine Kolik und damit war eigentlich ziemlich schnell klar, wie wir unseren Samstag verbringen.
Wir sind viel gegangen, haben ihn bewegt, seine Beine abgespritzt, den Kreislauf unterstützt, beobachtet, wieder eine Runde gedreht und wieder nach ihm geschaut. Immer mit dieser einen Frage im Kopf: Wird es besser oder müssen wir wieder in die Klinik?
Bei Frami sind wir wahrscheinlich noch ein bisschen schneller in Sorge als bei unseren anderen Pferden. Weil wir seine Geschichte kennen.
Bevor er zu uns kam, hatte er bereits elf Besitzer. Elf Mal ein anderes Zuhause, andere Menschen, andere Herden, andere Abläufe. Was diese vielen Wechsel mit ihm gemacht haben, können wir natürlich nur erahnen. Was wir wissen ist, dass er schon sehr früh massive Probleme mit dem Magen entwickelt und sehr lange mit Schmerzen gelebt haben muss, bevor überhaupt klar war, woher seine Probleme kommen.
Seitdem begleitet uns dieses Thema.
Frami braucht viel Aufmerksamkeit, viel Pflege und immer wieder tierärztliche Unterstützung. Wir haben mit ihm schon einige Aufhalte in der Pferdeklinik Pasterk (an dieser Stelle noch mal DANKE an das spitzenmässige Team dort!) hinter uns, kennen seine guten Phasen und leider auch die Momente, in denen wir sofort merken: Irgendetwas stimmt nicht.
Frami ist eines jener Pferde, die unseren Kindern so unglaublich viel geben. Er trägt sie geduldig, lässt sich putzen und umarmen, hört sich ihre Geschichten an und hat schon so manches Kind ein kleines Stück mutiger gemacht. Viele unserer Kinder lieben ihn heiß und innig.
Gestern war es einmal umgekehrt.
Da waren es die Menschen rund um ihn, die sich Sorgen gemacht haben. Die Erwachsenen genauso wie die Kinder. Es wurde nachgefragt, mitgefühlt, nach ihm geschaut. Immer wieder kam die Frage: Wie geht es Frami? Ist er wieder okay? Genau das finden wir so schön.
Unsere Tiere geben unseren Kindern wahnsinnig viel. Aber zu Herz & Hufe gehört für uns genauso, dass die Kinder erleben, dass diese Tiere auch uns brauchen. Dass sie älter werden. Dass es ihnen einmal nicht gut geht. Dass man Verantwortung übernimmt und da ist, auch wenn es gerade nicht darum geht zu reiten, Spaß zu haben oder etwas Schönes mit ihnen zu erleben.
Manchmal geht es einfach nur um sie.
Heute darf Frami sich erholen. Wir haben ihm eine Magnetfelddecke aufgelegt und sitzen einfach bei ihm. Er wird dabei richtig ruhig, lässt los und entspannt sich, man sieht das wunderschön an der hängenden und leicht zitternden Unterlippe. Und wir genießen es gerade sehr, einfach nur bei ihm zu sitzen.❤️
Frami hat uns schon so viel gegeben.
Für uns ist genau das eines der schönsten Dinge am Zusammenleben mit Tieren: dass wir ihnen auch etwas zurückgeben können.
Gesundheit ist so etwas Selbstverständliches. Bis sie es plötzlich nicht mehr ist. ❤️