16/06/2026
Im Mai lud die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichische Ärztekammer zur Enquete „Auswirkungen des Tourismus auf die Spitäler" in die Ärztekammer für Tirol. Der Tenor der Vortragenden war eindeutig: Der rasante Anstieg des saisonalen Alpintourismus muss sich auch in der Ressourcen- und Infrastrukturplanung für die Gesundheitsversorgung niederschlagen.
Während der Skisaison sind die Spitalsambulanzen am Limit. In Bezirken wie Landeck und Imst gibt es mehr Gästebetten als Einwohnerinnen und Einwohner, das Land Tirol hat in der Hochsaison infrastrukturell rund 50 % mehr Menschen zu versorgen. Saisonale Spitzen bei Ski- und Bergtourismus, aber auch Trendsportarten wie Tourengehen oder Bike-Parks belasten das System zunehmend das ganze Jahr über.
„Wir müssen auf die Menschen, die im Spital arbeiten, achtgeben. Die Überlastung ist keine Gefahr mehr, sie ist real", betonte Dr. Daniel von Langen, Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte. Neben Dienstzeitenregelungen und Arbeitsbedingungen wurde auch die psychische Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten als oft unterschätzter Faktor diskutiert.
Die politische Forderung der Enquete: Tourismuszahlen müssen in die Spitalsplanung, den Finanzausgleich und den Strukturplan Gesundheit einfließen. Auch eine Tourismusabgabe zur Mitfinanzierung der medizinischen Infrastruktur wurde als Denkansatz diskutiert. Und nicht zuletzt: Prävention bleibt ein zentrales Thema. Denn die Berge sind kein Freizeitpark und fehlende Vorbereitung führt immer wieder zu vermeidbaren Einsätzen.
Den vollständigen Bericht zur Enquete aus der Österreichischen Ärztezeitung finden Sie in den Kommentaren ⬇️