02/09/2026
Im Café fragt die Bedienung meine Assistenz: „Und was möchte er trinken?"
Ich sitze daneben. Ich bin ansprechbar. Ich habe eine Meinung zu Kaffee.
Diese Szene passiert mir seit Jahrzehnten, und sie zeigt ganz gut, wie viele Menschen sich Assistenz vorstellen: als eine Art Betreuung, bei der jemand anderes für mich denkt, plant und entscheidet.
So funktioniert das aber nicht. Persönliche Assistenz heißt, dass ich es bin, der den Tag strukturiert: Ich sage, wann ich aufstehe, welcher Zug genommen wird und wann Schluss ist. Meine Assistent*innen setzen um, was ich nicht selbst umsetzen kann. Sie sind meine Arme, manchmal meine Beine – aber eben nie mein Kopf.
Der Unterschied ist nicht bloß eine Formulierungsfrage. Er entscheidet darüber, ob ich mein Leben führe oder ob mein Leben verwaltet wird.