24/10/2026
Der Astrophysiker und ZDF-Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hat sich in einem Interview, das die Welt am 23. Oktober veröffentlichte, deutlich gegen den Neubau von Kernkraftwerken ausgesprochen. Das Gespräch stammt ursprünglich vom Schweizer Tages-Anzeiger. Lesch bezeichnete die Kernkraft als „völlig veraltete Technologie“.
Wörtlich sagte Lesch: „Niemand, der bei Verstand ist, baut heute noch Kernkraftwerke - außer Staaten, die sie für die Plutoniumproduktion für Atombomben brauchen.“ Als Begründung nannte er unter anderem den hohen Wasserbedarf der Anlagen und zunehmende Dürren. In Frankreich hätten im Sommer mehrere der 57 Reaktoren wegen Wassermangels abgeschaltet werden müssen. Im selben Interview äußerte er sich zudem zu AfD-Politiker Tino Chrupalla und forderte ein Verbot von KI an Schulen.
Die Aussage löste in den sozialen Netzwerken eine intensive Debatte aus. Kritiker verweisen darauf, dass weltweit derzeit rund 440 Reaktoren in Betrieb sind und sich weitere 79 in mehr als 15 Ländern im Bau befinden, gut die Hälfte davon in China. Auch Länder ohne Atomwaffen wie die Türkei, Ägypten, Südkorea oder die Slowakei bauen neue Reaktoren. Zum Frankreich-Beispiel wird angemerkt, dass es dort um Umweltauflagen für die Einleitung wa**en Kühlwassers ging.