Ich lebe in Salzburg und möchte Ihnen
meine besondere Geschichte erzählen. Dezember 1999 änderte sich mein Leben radikal. Ich erfuhr vom Tod
meines Vaters und einige Monate später erhielt ich die Diagnose Krebs. Am Tag der ersten Chemotherapie sagte der Arzt beim Verlassen des
Krankenzimmers: „Sie sind HIV positiv.“
Ich lebe immer noch. So viele Menschen haben mich in diesen schwierigen
Zeite
n unterstützt, begleitet und ermutigt. Und deshalb möchte ich mit
Euch, mit Ihnen das Leben feiern. April 2018 organisiere ich ein Fest im
Republic. Ich werde mit allen, die das Leben lieben unter dem Motto
„Viva La Vida“ das Leben feiern. Der Reinerlös dieses Festes wird
zugunsten der Aidshilfe Salzburg und der Krebshilfe gespendet. Nun zu meiner Lebensgeschichte
Nach fast 20 Jahren als Bankkaufmann machte ich mich 1994 in Deutschland in der Freizeitbranche selbstständig. Die Firma lief gut an und die Arbeit machte mir großen Spaß. Und dann erreichte mich im Dezember 1999 die Nachricht: Mein Vater ist tot. Im April 2000 bemerkte ich ein "Wimmerl" neben meiner Nase. Das Gewächs war nicht rot oder entzündet. Ich konsultierte meinen HNO- Arzt. Dieser meinte, dass ich ins Krankenhaus gehen solle um eine Gewebeprobe entnehmen zu lassen. was ich auch machte. Zwei Tage nach der Untersuchung rief der Arzt an: Ich habe Krebs. Die Draufgabe kam während der ersten Chemotherapie. Diagnose HIV positiv, in Verbindung mit meiner Krebserkrankung war mein erster Gedanke: Werde ich das überleben? Ich war am Boden zerstört. Was als kleines "Wimmerl" begann, wurde für mich zu einer persönlichen Katastrophe. Die weiteren Folgen konnte ich zu dieser Zeit noch gar nicht abschätzen und ich fiel in ein großes schwarzes Loch. Es folgten vier weitere Chemotherapien und eine vierwöchige Bestrahlung - mit extremen Nebenwirkungen wie nächtliches Zusammenbrechen, starker Gewichtverlust (fast 27 kg in zwei Wochen). Im Jänner 2001 wurde ich von meiner bestehenden privaten Krankenversicherung in Deutschland gekündigt. Ich hatte also keine Krankenversicherung und auch keinerlei Einkommen. Mittlerweile war ich durch die Krankheit arbeitsunfähig. Ich suchte Hilfe und Unterstützung beim Sozialamt und der Pensionsversicherungsanstalt. Es fühlte sich jedoch keine Stelle für mich zuständig - obwohl ich fast 20 Jahre in Österreich gearbeitet und meine Steuern bezahlt habe. Mit kleineren Nebenjobs versuchte ich mich über Wasser zu halten (Call-Center, Tankstelle etc.). Im August 2001 bemerkte ich erneut eine Entzündung am Kiefer. Ich ging sofort davon aus, dass es wieder ein Krebs ist. Leider bestätigte sich mein Verdacht. Diesmal folgten sechs Chemotherapien, fünf davon direkt in das Rückenmark. Neben der Krebstherapie musste ich für die AIDS Therapie 40 Tabletten auf nüchternen Magen schlucken. Begleiterscheinungen wie Nierensteine in beiden Nieren, Herzmuskelschwäche und mehr waren die Folge. Ich hatte weder finanzielle noch andere Hilfe, da meine Mutter als einzige noch lebende Angehörige in Niederösterreich wohnte und selbst gesundheitlich angeschlagen war. Nach mehreren Hürdenläufen bei den diversen Ämtern bekam ich erst jetzt eine kleine Unterstützung vom Sozialamt.
2002 beantragte ich Pension und Pflegegeld. Die Pension wurde mir auf ein Jahr bewilligt; das Pflegegeld aber zunächst abgelehnt, erst nach einem Einspruch wurde mir Pflegestufe 2 zuerkannt. Im Februar 2002 bekam ich die letzte Chemotherapie. Danach trafen mich weitere Schicksalsschläge. Meine Mutter beging Selbstmord und ich musste Privatinsolvenz anmelden. Darüber hinaus konnte ich eine Räumungsklage abwenden. Die Räumungsklage war bedingt durch meine finanzielle Situation. All das neben zwei erfahrungsgemäß tödlichen Krankheiten. Bald bin ich 60 Jahre alt und das alles ist nunmehr 15 Jahre her. Ich stelle mir immer wieder dieselben Fragen: Warum überlebe ich zweimal Krebs, warum bin HIV positiv und warum ist meine gesamte Familie tot? Ich lebe mit 4 geliebten Hunden in Salzburg und genieße mein Leben, zwar ohne Familie, aber immer mit dem Ziel: Ich liebe mein Leben und es gibt noch sehr viel zu erleben. macht mit am 14.4.2018 und gemeinsam feiern wir das leben