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Wir brauchen Alternativen zur Haft, sonst droht dem System der Kollaps. An Möglichkeiten mangelt es nicht. Worauf es ank...
08/06/2026

Wir brauchen Alternativen zur Haft, sonst droht dem System der Kollaps.

An Möglichkeiten mangelt es nicht. Worauf es ankommt, ist der politische Wille zur Umsetzung, dass die Medien mitspielen, die öffentliche Meinung. Bei oberflächlicher Informationslage geriert sich der Volksmund mitunter recht strafwillig. Aber müsste nicht ein System, das Kriminalität zu verhindern hilft und der Gesellschaft nutzt, das Ziel sein, Populismus hin oder her?

In unserem Report 26, haben wir uns ausgiebig mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Coverstory liest du hier nach: https://www.neustart.at/alles-besser-als-haft/

🎨 𝗥𝗲𝘀𝗼𝘇𝗶𝗮𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗠𝗮𝘂𝗲𝗿𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗦𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁In der Justizanstalt Feldkirch haben junge Inhaftierte in den v...
03/06/2026

🎨 𝗥𝗲𝘀𝗼𝘇𝗶𝗮𝗹𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗠𝗮𝘂𝗲𝗿𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗦𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝗵𝗲𝗶𝘁

In der Justizanstalt Feldkirch haben junge Inhaftierte in den vergangenen Tagen einen Container im Innenhof mit Graffiti gestaltet. Entstanden sind bunte Motive, Symbole für Freiheit, Hoffnung und Neuanfang.
NEUSTART Vorarlberg Leiter Johannes Pircher-Sanou war vor Ort und beeindruckt, mit welcher Motivation, Konzentration und Ausdauer die jungen Menschen an der Gestaltung gearbeitet haben.

Was auf den ersten Blick wie ein kreatives Freizeitprojekt wirkt, berührt einen zentralen Aspekt erfolgreicher Resozialisierung: Viele junge Menschen in Haft verbringen einen Großteil ihres Tages (bis zu 23 Stunden!) in der Zelle. Umso wichtiger sind Angebote, die Struktur schaffen, soziale Kompetenzen fördern und positive Erfahrungen ermöglichen.

Beim gemeinsamen Gestalten des Containers ging es nicht nur um Kunst. Es ging um Teamarbeit, Konzentration, Verlässlichkeit und die Erfahrung, etwas Eigenes schaffen zu können. Genau diese Momente von Selbstwirksamkeit sind für viele Jugendliche und junge Erwachsene von großer Bedeutung.

Ein Satz aus dem Interview der Vorarlberger Nachrichten ist mir besonders hängen geblieben:
„𝗠𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗻𝗸𝘁 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗱𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗻 𝗼𝗳𝘁, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗺𝗮𝗻 𝗲𝗵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁𝘀 𝗸𝗮𝗻𝗻. 𝗨𝗻𝗱 𝗱𝗮𝗻𝗻 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁 𝗺𝗮𝗻 𝗽𝗹ö𝘁𝘇𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁 𝗴𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺 𝘀𝗼 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀.“

Aus kriminologischer Sicht ist die Botschaft klar: Rückfallprävention entsteht nicht allein durch Strafe. Sie entsteht dort, wo Menschen Kompetenzen entwickeln, Verantwortung übernehmen und erleben, dass sie etwas Positives leisten können und Veränderungen möglich sind.

Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind sinnvolle Beschäftigungsangebote, Bildung, Arbeit und auch kreative Projekte keine Nebensache. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Resozialisierung und damit auch ein Beitrag zu mehr Sicherheit für uns alle.

Gratulation an die Leitung der Justizanstalt Feldkirch, Cornelia Leitner und ihr Team, die solche Projekte ermöglichen und den Mut haben, jungen Menschen hinter Gittern Entwicklungschancen zu eröffnen.

02/06/2026

Unser REPORT 26 ist da! Schwerpunkt: Alternativen zur Haft 🤝 Auf unserer Webseite könnt ihr die ganze Ausgabe lesen.

Kolleginnen aus der Zentrale in Wien waren beim Frauenlauf am Start 🏃‍♀️🏃‍♀️🏃‍♀️
01/06/2026

Kolleginnen aus der Zentrale in Wien waren beim Frauenlauf am Start 🏃‍♀️🏃‍♀️🏃‍♀️

"Männergewalt ist kein Naturgesetz! - Veränderung ist möglich. " Dafür braucht es:- Eine entsprechende primäre Präventio...
29/05/2026

"Männergewalt ist kein Naturgesetz! - Veränderung ist möglich. "

Dafür braucht es:
- Eine entsprechende primäre Prävention so früh als möglich, am besten schon im Kindesalter, mit entsprechenden Ressourcen bei Männer- und Frauenberatungen.
- Gesamtgesellschaftliche Beteiligung am Diskurs
- Einen vernetzten und gut ausgebauten Opferschutz und Täter:innenarbeit - denn Opfer brauchen Unterstützung und ohne Arbeit mit Tätern werden sich leider Gewaltmuster wiederholen... mit neuen Opfern.

Zum Thema weiterführend, empfehlen wir das ORF ON Interview mit Alex Grohs in Niederösterreich Heute vom 27. Mai 📺 Link im ersten Kommentar 👇

27/05/2026

Wie gelingt Mediation?

Wir hatten Peer-Mediator:innen von Wiener Schulen bei uns zu einem Workshop. Gemeinsam mit unseren professionellen Konfliktregler:innen haben sie sich die Frage gestellt, was der beste Hack für eine gelungene Mediation ist - unter anderen kam dabei raus:

👉 Sich in die andere Person hineinversetzen
👉 Innehalten, reflektieren und Blickwinkel ändern
👉 Sich auch als Mediator:in untereinander austauschen

Was meint ihr? Wir bei NEUSTART führen täglich Mediation im Tatausgleich durch und hören immer wieder, dass Opfer und Beschuldigte es schätzen, die Möglichkeit zu haben, ihre Sichtweisen zu schildern, Verantwortung zu übernehmen und selbst faire Lösungen zu finden, wie ein Vorfall bereinigt wird.

„Man arbeitet nicht nur ‚für‘, sondern vor allem mit den Klient:innen – auf Augenhöhe, ressourcenorientiert und mit dem ...
25/05/2026

„Man arbeitet nicht nur ‚für‘, sondern vor allem mit den Klient:innen – auf Augenhöhe, ressourcenorientiert und mit dem Ziel, gemeinsam neue Perspektiven zu eröffnen.“

Lara engagiert sich seit 2024 ehrenamtlich als Bewährungshelferin im Burgenland. Hauptberuflich arbeitet sie als Sozialarbeiterin mit suchterkrankten Personen. Im Interview erzählt sie, warum sich Ehrenamt und Beruf für sie ideal ergänzen – und weshalb sie die langfristige Begleitung von Menschen besonders schätzt.

Das ganze Interview kannst du auf unserer Webseite nachlesen

21/05/2026

"Das heißt du stellst dich deinen Problemen, du bleibst dran und dann löst du sie." Vier Anläufe hat Wladislaw gebraucht, um seine Heroinsucht zu überwinden. Die Bedeutung die für ihn dabei Sport eingenommen hat, erklärt er im Video.

Wladislaw ist ehemaliger Klient, hat sich mit seinen Gefühlen auseinander gesetzt, Verantwortung für seine Taten übernommen und sein Leben neu geordnet. Wir sind stolz darauf, dass wir ihn im Rahmen der dabei unterstützen konnten.

🌍 EU-Austauschprogramm „Promens“: Ein inspirierender Blick über den Tellerrand der psychischen GesundheitDas von EU4Heal...
19/05/2026

🌍 EU-Austauschprogramm „Promens“: Ein inspirierender Blick über den Tellerrand der psychischen Gesundheit

Das von EU4Health finanzierte Programm „EU-Promens“ ist ein europäisches Austauschprojekt für Fachkräfte im Bereich psychische Gesundheit. Ziel ist es, Erfahrungen und Best Practices aus verschiedenen Herkunftsländern zusammenzubringen – und so neue Perspektiven für die Arbeit mit Klient:innen zu schaffen.

Bei den insgesamt neun Austauschprogrammen in verschiedenen EU-Ländern durften rund 900 Teilnehmer:innen dabei sein. Unsere Kollegin Manuela von NEUSTART Ried nahm kürzlich am letzten Programm teil, das vom 4. bis 15. Mai in Barcelona und Katalonien stattfand.

Was gab es zu entdecken?
🔹 Vorträge zu den Besonderheiten des katalonischen Sozial- und Gesundheitssystems
🔹 Austausch mit lokalen Fachkräften und spannende Diskussionen
🔹 Besuche in verschiedenen Einrichtungen, darunter:

Eine der größten Haftanstalten Kataloniens (über 1.800 Insassen)
Eine Jugendhaftanstalt
Stationäre psychiatrische Betreuungseinrichtungen
Obdachlosenzentren
Opferberatungsstellen für sexualisierte Gewalt
Flüchtlingsaufnahmezentren mit Fokus auf psychische Gesundheit

Fazit: Ein Mehrwert für die Praxis – mit neuen Strategien und einem erweiterten Blickwinkel für den Umgang mit psychischen Erkrankungen. 💡✨

"Volle Haftanstalten allein schaffen keine nachhaltige Sicherheit. Gerade am Ende einer Haft braucht es schrittweise Übe...
18/05/2026

"Volle Haftanstalten allein schaffen keine nachhaltige Sicherheit. Gerade am Ende einer Haft braucht es schrittweise Übergänge zurück in den Alltag: etwa durch Freigang, Arbeit, soziale Stabilisierung und Begleitung.

Aus Sicht von NEUSTART braucht es deshalb dringend Vollzugsformen wie den Freigang und die konsequente Ausweitung des elektronisch überwachten Hausarrest (eüH). Das ermöglicht Resozialisierung unter klaren Regeln, erhält Arbeit und soziale Bindungen und senkt nachweislich das Rückfallrisiko deutlich.

Wer nur über Strafe spricht und nicht über die Zeit danach, blendet die gesellschaftliche Realität aus: Die allermeisten Menschen kehren irgendwann wieder in die Gesellschaft zurück. Das ist auch gut so!

Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob sie zurückkommen, sondern in welchem „Zustand“ und unter welchen (Rahmen-)Bedingungen. Professionelle Täterarbeit, soziale Integration und strukturierte Übergänge sind deshalb kein Gegensatz zu Opferschutz, sondern ein wesentlicher Teil davon. Resozialisierung ist keine Romantisierung von Straftaten, sondern evidenzbasierte Kriminalprävention. „Täterarbeit ist gelebter Opferschutz“ bringt das sehr treffend auf den Punkt."

So NEUSTART Vorarlberg Leiter Johannes Pircher-Sanou.

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