16/10/2026
Auf in den Süden! Zugschmetterlinge auf dem Weg in die Winterquartiere
Admiral, Distelfalter, Postillon oder Taubenschwänzchen – das sind bei uns bekannte Zugschmetterlinge. Zugschmetterlinge, weil sie, wie Zugvögel, nicht bei uns überwintern. Sie machen sich auf den Weg in den Süden. Für die zarten Tiere ist das eine unglaubliche Leistung. Je nach Windstärke und Flughöhe schaffen sie täglich 50 bis 300 km, mit Geschwindigkeiten von 20 bis 50 km/h. Die Strecken, die sie in rund zwei Wochen schaffen, sind bis zu 4.000 km lang. Sie flattern nicht herum, sondern fliegen immer direttissima, auf direktem Weg. Gibt es Hindernisse, weichen sie ihnen nicht aus, sie überfliegen sie. Kein überflüssiger Meter auf dem Weg in den Süden. Zum Energie sparen nützen sie gezielt Rückenwind. Bei uns ist der Föhn eine willkommene Flugunterstützung. Zwischendurch müssen Zugschmetterlinge natürlich Kraftstoff tanken. Den liefern süßes Fallobst und jetzt noch blühende Pflanzen, hier ist das zum Beispiel der Efeu. Im Winterquartier sorgen die Zugschmetterlinge dann für mindestens zwei Generationen Nachwuchs. Die Urenkel werden im Frühjahr aus den mediterranen Ländern zu uns zurückkehren. Ungefähr an den Standort, den ihre Urgroßeltern auf ihrer Reise verlassen haben. Woher sie ihn kennen? Ihre Gene sind darauf programmiert, dass sie zurückfinden.