25/08/2026
Zuckersüchtig oder betrunken - warum sind Wespen gerade so angriffslustig?
Jetzt, gegen Ende des Sommers, werden die Wespen lästig. Sie fliegen auf Eis, Saftln, auf alles Süße - man muss schon gut aufpassen, dass eine mitnaschende Wespe nicht sticht. Lästig werden sie nicht, weil sie an sich besonders aggressiv sind. Im Juni oder Juli merkt man sie kaum, ab Mitte August gehen sie dann aber offensiv auf Süßes los. Das ist ihr natürlicher Lebenszyklus. Im Herbst sterben die Wespen, nur die jungen Königinnen überleben. Im Mai werden sie wieder mit dem Nestbau beginnen. Im Gegensatz zu Bienen füttern Wespen ihre Brut mit Fleisch. Das erbeuten sie durch Jagd auf andere Insekten. Ab und zu säbeln sie auch einen Happen vom Grillkotlett ab, aber ganz friedlich. Das ändert sich mit dem Ende des Wespenjahres. Jetzt wird keine Brut mehr versorgt, jetzt müssen die Wespen nur mehr den eigenen Hunger stillen. Erwachsene Tiere fressen kein Protein, sondern Nektar und Pollen, also Süßes. Für die durchschnittlich 500 Tiere eines Staates wird es damit aber eng. Es blüht weniger, die Wiesen sind gemäht, man spricht hier vom grünen Loch. Da ist alles Süße, das wir uns gönnen, für eine hungrige Wespe einfach eine Einladung zum Superbuffet.
Warum sie nun häufiger stechen? Dafür gibt es zwei plausible Theorien. Die erste: Der Überlebenskampf bei geringem Nahrungsangebot wird härter, die Tiere werden angriffslustiger.
Die zweite: Der Alkohol ist schuld. Wespen naschen ja auch gern von gärendem Obst. Sie sind betrunken. So ein ordentliches Stamperl von der überreifen Zwetschke kann dann auch aggressiv machen.
Fun Fact:
Wenn dich eine Wespe sticht, hat die Natur erste Hilfe bereit. Ein Blatt vom Spitzwegerich oder der Tomate auf dem frischen Stich verreiben und der Pflanzensaft bringt rasche Linderung. Die modernen Hitzestifte sind auch sehr praktisch.