21/08/2026
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❌️ BITTE LEST UND HALTET DURCH – ES IST WIRKLICH WICHTIG FÜR UNS. ❌️
Liebe Tierfreunde,
Wahre Geschichten aus dem Wildtierquartier 👇⬇️👇⬇️
Dieses Posting ist unangenehm. Und ja – es soll unangenehm sein.
Denn wir können nicht mehr zählen, wie oft wir Wildtiere übernehmen,
denen wir vielleicht hätten helfen können, wenn sie rechtzeitig in
fachkundige Hände gekommen wären.
Stattdessen werden sie tagelang, wochenlang und teilweise monatelang
privat gehalten, herumgetragen, Kindern gezeigt, mit ungeeignetem Futter
versorgt und nach irgendwelchen Tipps aus dem Internet behandelt.
Und irgendwann klingelt bei uns das Telefon.
Nicht mehr, weil das Tier Hilfe braucht. Sondern weil es bereits zum
Sterben zu uns gebracht wird.
Wir möchten euch einige Fälle zeigen, die tatsächlich bei uns gelandet
sind.
❌️ 🐦⬛ DIE DOHLE
Eine Dohle wurde ungefähr ein Jahr lang in einem kleinen
Meerschweinchenkäfig gehalten.
Sie hatte einen gebrochenen Flügel, der nie fachgerecht behandelt worden
war. Das Wildtier wurde wie ein Haustier und teilweise als Beschäftigung
für Kinder gehalten.
Ein Jahr.
Ein Wildvogel mit gebrochenem Flügel.
❌️ 🐦 DER SPATZ
Ein Spatz wurde über Wochen privat gehalten und versorgt.
Als er schließlich zu uns kam, zeigte er bereits massive Gefiederschäden
und Federverlust, neurologische Auffälligkeiten mit Kreisdrehen, eine
Darmentzündung und Leberschädigung.
Wir haben gemeinsam mit unserem Tierarzt um diesen kleinen Vogel
gekämpft.
Er ist trotzdem verstorben.
❌️ 🐧 DER KUCKUCK
Ein Kuckuck-Nestling wurde über Wochen von einem etwa achtjährigen Kind
gefüttert.
Als er endlich zu uns kam, war er in seinem völlig verschmutzten Nest
regelrecht verschnürt und eingewachsen.
Seine Beine waren bereits nekrotisch. Der Bauch war offen. Innere
Strukturen lagen frei und waren mit Nestmaterial und Kot verklebt.
Wir versuchten, dieses kleine Tier überhaupt erst aus diesem Nest
herauszuschneiden.
Der Kuckuck starb dabei.
Er war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr lebensfähig.
❌️ 🐇 DAS FELDHASEN-BABY
Bei diesem Tier mussten wir tatsächlich darum kämpfen, dass es überhaupt
herausgegeben wurde.
Nicht nur wir.
Sogar unsere Tierärztin musste mit der Familie diskutieren.
Die Familie hatte gemeinsam entschieden, das Feldhasen-Baby zu behalten.
Trotz Aufklärung. Trotz Warnungen. Trotz der Aufforderung, das Wildtier
abzugeben.
Erst nachdem schließlich die Polizei angekündigt wurde, brachte der
Vater das Tier.
Die Kinder trugen das Feldhasen-Baby in den Händen aus dem Auto.
Dieses Wildtier war fünf Tage lang wie ein Stofftier herumgetragen,
herumgezeigt und ständig angefasst worden.
Gefüttert wurde es unter anderem mit Fencheltee und Aufzuchtmilch.
Innerhalb dieser wenigen Tage hatte das Jungtier ungefähr 20 Gramm
verloren.
Als es bei uns ankam, war es schwer aspiriert und hatte bereits eine
massive Lungenentzündung. Seine Überlebenschance war praktisch nicht
mehr gegeben.
Es kam zu uns zum Sterben.
Wenige Stunden später war es tot.
❌️ 🐦 DER HAUSROTSCHWANZ
Ein junger Hausrotschwanz wurde im vergangenen Jahr über längere Zeit
privat aufgezogen – mindestens über eine Woche, möglicherweise sogar
mehrere Wochen.
Gefüttert wurde unter anderem Dehner-Nestlingsfutter, das für eine
fachgerechte, artspezifische Aufzucht dieses Insektenfressers ungeeignet
war.
Nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch wurde uns der Vogel
schließlich übergeben.
Bereits während der ersten Beobachtungsstunde war anhand seiner
Ausscheidungen erkennbar, dass etwas massiv nicht stimmte: ungewöhnlich
große Kotmengen für einen derart kleinen Vogel, leichte Blutspuren und
der Verdacht auf eine Darmentzündung. Auch das Gefieder im
Schwanzbereich war bereits geschädigt.
Wir stellten das Tier auf eine fachgerechte, artspezifische Ernährung,
unter anderem mit Heimchen, um.
Das bereits vorgeschädigte Jungtier hat es nicht geschafft.
Und dann kam jener Satz, den wir so oder ähnlich immer wieder hören:
„Bei mir war er aber noch quietschfidel und agil!“
Nein.
„Quietschfidel“ ist keine medizinische Diagnose.
Aktivität, Stress, Unruhe oder Fluchtverhalten können von einem Laien
vollkommen falsch interpretiert werden. Ein Wildtier, das sich bewegt
oder herumspringt, ist deshalb nicht automatisch gesund.
Die bereits vorhandenen Schäden verschwinden auch nicht in dem Moment,
in dem ein Tier die Tür einer Wildtierstation passiert.
Besonders bitter wurde dieser Fall danach:
Unsere Fachkompetenz wurde mit dem Hinweis angezweifelt, ChatGPT habe
etwas anderes gesagt.
Nachdem das Tier verstorben war und wir die Zusammenhänge erklärt
hatten, wurden schließlich wir bei der Bezirkshauptmannschaft wegen
angeblicher Tierquälerei angezeigt.
Auch dazu möchten wir etwas ganz deutlich sagen:
ChatGPT und andere KI-Systeme können sich irren.
Eine KI untersucht kein Tier. Sie sieht keinen Kot unter fachlichen
Bedingungen, tastet keinen Vogel ab, beurteilt keinen Ernährungszustand
und ersetzt weder Tierarzt noch ausgebildete Tierpfleger noch eine
kompetente Wildtierstation.
❌️ 🦌 DAS VERUNFALLTE REHKITZ
Auch dieser Fall hat uns fassungslos gemacht.
Ein verunfalltes junges Rehkitz wurde nicht fachgerecht gesichert
transportiert.
Es lag während des Transports auf dem Schoß. Bei der Ankunft kam uns der
Überbringer mit dem völlig aufgeregten, herumhüpfenden Kitz auf dem Arm
entgegen.
Ein verunfalltes Wildtier braucht Ruhe, Reizabschirmung und einen
sicheren Transport.
Zusätzlich wurde bereits versucht, dem Kitz eine nicht näher bekannte
Kuhmilch-/Milchsubstanz zu verabreichen.
Nur weil jemand Jäger ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er über
die notwendige Fachkenntnis zur medizinischen Erstversorgung oder
Aufzucht eines Rehkitzes verfügt. Das sind unterschiedliche
Fachbereiche.
Besonders bei einem verletzten und nicht kooperativen Tier kann ein
unsachgemäßer Fütterungsversuch schwerwiegende Folgen haben.
Das Kitz ist verstorben.
Nach unserer fachlichen Einschätzung hätte es ohne diesen unsachgemäßen
Fütterungsversuch eine deutlich bessere Überlebenschance gehabt.
❌️ 🥚🐦 DAS TAUBENEI
Und manchmal beginnt die Verantwortungslosigkeit sogar, bevor das Tier
geschlüpft ist.
Kinder fanden ein Taubenei.
Der Familienvater nahm das Ei mit und ließ es auf Wunsch der Kinder in
einem Inkubator ausbrüten.
Erst nachdem das Küken geschlüpft war, wurde darüber nachgedacht, wie
dieses Tier eigentlich ernährt und aufgezogen werden soll.
Der Vater rief bei uns an und fragte, ob wir zufällig „Kropfmilch“
hätten.
Auf unsere Frage, wie er sich die weitere Aufzucht überhaupt vorgestellt
habe, stellte sich heraus: Darüber hatte man sich vorher keine
wirklichen Gedanken gemacht.
Die Kinder wollten es unbedingt.
Kinder dürfen vieles unbedingt wollen.
Aber Erwachsene tragen die Verantwortung.
Ein frisch geschlüpftes Taubenküken fachgerecht aufzuziehen, ist hoch
anspruchsvoll. Es benötigt artspezifische Aufzuchtnahrung, korrekte
Temperaturen, richtige Mengen und Fütterungsintervalle und
gegebenenfalls Fütterungstechniken, die Erfahrung voraussetzen.
Unsachgemäße Sondenfütterung beispielsweise kann lebensgefährlich sein.
Hinzu kommt die Gefahr von Fehlprägung und übermäßiger Gewöhnung an den
Menschen.
Wildtieraufzucht ist kein Kinderprojekt.
❌️ UND DAMIT KOMMEN WIR ZUM EIGENTLICHEN GRUND DIESES POSTINGS ❌️
Wir hören immer wieder:
„Ich wollte doch nur helfen.“ „Die Kinder wollten es behalten.“ „Bei mir
war es noch quietschfidel.“ „Ich habe niemanden erreicht.“ „Ich habe im
Internet gelesen …“ „ChatGPT hat aber gesagt …“
Aber „Ich wollte helfen“ macht eine Fehlversorgung nicht ungeschehen.
„Ich wusste es nicht besser“ macht ein totes Tier nicht wieder lebendig.
Und „Bei mir war es noch quietschfidel“ ist keine fachliche Beurteilung
eines Gesundheitszustandes.
Wer ein Wildtier findet, übernimmt in diesem Moment Verantwortung für
ein Lebewesen.
Und verantwortungsvoll handeln bedeutet manchmal vor allem eines:
❌️ NICHT SELBST HERUMPROBIEREN! ❌️
❌ Nicht füttern. ❌ Kein Wasser einflößen. ❌ Nicht herumtragen. ❌
Nicht Kindern zum Spielen oder Herzeigen geben. ❌ Nicht erst einmal ein
paar Tage beobachten. ❌ Nicht ausprobieren, welches Futter vielleicht
funktionieren könnte. ❌ Nicht nach einer Woche feststellen, dass es
doch nicht funktioniert.
Sichern. Wärmen, wenn erforderlich. Abdunkeln. Ruhe. Sofort fachkundige
Hilfe kontaktieren.
Und wenn wir gerade nicht ans Telefon gehen können, heißt das NICHT:
„Dann mache ich es eben selbst.“
Schickt uns ein Foto und eine kurze Information per SMS oder WhatsApp.
Wir versorgen Tiere. Wir behandeln Notfälle. Wir füttern Jungtiere. Wir
können deshalb nicht jede Sekunde am Telefon sein.
Aber wir melden uns.
❌️ AUCH DAS MÜSSEN WIR INZWISCHEN DEUTLICH SAGEN ❌️
Wir haben bisher sehr viel aufgeklärt, erklärt und versucht, Konflikte
zu vermeiden.
Wir sind keine Menschen, die wegen jedes Fehlers sofort jemanden
anzeigen.
Aber unsere Gutmütigkeit darf nicht auf Kosten der Tiere gehen.
Wenn ein Wildtier trotz ausdrücklicher fachlicher Aufforderung nicht
abgegeben, über Tage oder Wochen unsachgemäß gehalten, falsch gefüttert
oder dadurch vermeidbar geschädigt wird, werden wir künftig auch prüfen,
solche Fälle den zuständigen Behörden zu melden.
Nicht aus Rache.
Nicht, weil wir jemanden bestrafen wollen.
Sondern weil wir in erster Linie den Tieren verpflichtet sind.
Unsere Aufgabe ist nicht, das gute Gewissen eines Finders zu schützen.
UNSERE AUFGABE IST ES, DAS WILDTIER ZU SCHÜTZEN.
Bringt uns Wildtiere nicht erst dann, wenn sie zum Sterben zu uns
kommen.
Gebt uns die Chance zu helfen, solange noch etwas zu retten ist.
Ein Wildtier ist kein Haustier. Kein Stofftier. Kein Kinderprojekt. Kein
Experiment.
Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht.
Manchmal entscheidet eine einzige falsche Handlung über Leben und Tod.
Und manchmal ist die größte Hilfe, die man einem Wildtier geben kann:
NICHTS HINEINFÜTTERN. RUHE GEBEN. FACHKUNDIGE HILFE HOLEN.
Danke an all jene Menschen, die genau das tun. ❤️
Die anrufen. Die nachfragen. Die unsere Anweisungen befolgen. Und die
ein gefundenes Wildtier rechtzeitig in fachkundige Hände geben.
Ihr gebt diesen Tieren eine echte Chance.
❤️ UND ZUM SCHLUSS NOCH ETWAS GANZ PERSÖNLICHES:
Bitte wundert euch nicht, wenn wir manchmal grantig, kurz angebunden
oder auch einmal unfreundlich reagieren.
Mit genau solchen Fällen haben wir tagtäglich zu tun.
Wir übernehmen Tiere, die unnötig gelitten haben. Wir kämpfen um sie.
Wir versuchen Schäden wiedergutzumachen, die längst entstanden sind –
und müssen viel zu oft dabei zusehen, wie ein Tier trotz all unserer
Bemühungen stirbt.
IRGENDWANN GEHT DAS AN DIE SUBSTANZ.
Wir sind Tierpfleger – aber wir sind auch Menschen.
Und ich sage es an dieser Stelle ganz offen und persönlich:
Die persönlichen Befindlichkeiten von Menschen interessieren mich in
solchen Situationen derzeit schlichtweg nicht.
Wenn vor mir ein verletztes, schwer krankes oder sterbendes Wildtier
liegt, gilt meine gesamte Aufmerksamkeit diesem Tier. Ich habe in diesem
Moment weder die Zeit noch die Kraft, mich zusätzlich darum zu kümmern,
ob sich jemand durch meine direkte Art gekränkt, vor den Kopf gestoßen
oder nicht freundlich genug behandelt fühlt.
MEIN FOKUS LIEGT AUF DEM TIER, DAS MEINE HILFE BRAUCHT. PUNKT.
Wer dafür kein Verständnis aufbringen kann, dem können wir leider auch
nicht helfen.
Denn am Ende des Tages muss ich nicht dafür sorgen, dass sich jeder
Mensch bei uns wohl und verstanden fühlt.
Ich muss dafür sorgen, dass das Wildtier vor mir die bestmögliche Chance
bekommt.
Unsere Freundlichkeit gegenüber Menschen darf niemals wichtiger werden
als unsere Verantwortung gegenüber den Tieren.
Euer Team vom HuKaMau Wildtierquartier Fach- & Kompetenzstelle für
heimische Wildtiere in Not