Lionheart Dogtraining

Lionheart Dogtraining 🦁 Lionheart Dogtraining | Hundeschule
❤️ Lionheart Foundation | Tierschutz
📍 AUT NÖ | Bezirk Melk | 3380 Pöchlarn

14/06/2026
12/06/2026

Heute waren wir mit vier Mensch-Hund-Teams im Baumarkt unterwegs.

Auftrag: Ruhe bewahren, Orientierung halten, Alltag meistern.

Hat auch wunderbar funktioniert.

Während unsere Teilnehmer Sitz, Platz und Orientierung trainierten, befand sich zusätzlich ein anderer Hund im Markt, der lautstark gegen unsere Hunde pöbelte. Unsere Hunde? Blieben ruhig, ansprechbar und orientiert.

Dann kam die vermeintliche Filialleitung energisch auf mich zugestampft:

„Sind Sie der Hundetrainer?“

„Ja.“

„Sie müssen sofort gehen! Die Hunde sorgen für Unruhe. Die Leute haben Angst. Ich habe auch Angst!“

Vor ihr stand zu diesem Zeitpunkt ein Dackel. Regungslos. Ruhig. Vermutlich genauso verwirrt wie ich.

Der Versuch zu erklären, dass die Geräuschkulisse nicht von unseren Hunden ausging, verlief ungefähr so erfolgreich wie einem Einkaufswagen den Klimawandel zu erklären.

Also haben wir das gemacht, was vernünftige Menschen tun, wenn Fakten gegen Überzeugungen antreten:

Wir sind gegangen.

Die eigentliche Erkenntnis des Tages?

Manche Menschen beobachten Hunde. Andere beobachten ihre eigenen Vorstellungen von Hunden.

Und zwischen diesen beiden Welten liegen manchmal erstaunlich viele Regalmeter. 😏

Zwischen gewaltvoller Gewaltfreiheit und der selbst ernannten EliteEs gibt Tage, an denen ich in die Hundewelt blicke un...
10/06/2026

Zwischen gewaltvoller Gewaltfreiheit und der selbst ernannten Elite

Es gibt Tage, an denen ich in die Hundewelt blicke und mich frage, wann wir aufgehört haben, über Hunde zu sprechen.

Wann wurde aus dem Austausch über Verhalten, Lernen, Verantwortung und Zusammenleben ein Kampf um Deutungshoheit? Wann wurde aus einer Szene, die sich angeblich dem Wohl von Hunden verschrieben hat, ein Ort, an dem Menschen vor allem darum ringen, moralisch überlegen zu erscheinen?

Je länger ich mich mit dieser Branche beschäftige, desto weniger habe ich das Gefühl, mich in einem konstruktiven, offenen und ideologiefreien Diskurs zu befinden.

Denn egal, in welche Richtung man blickt – man landet oft in einem Lager.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich Gewaltfreiheit auf die Fahnen schreiben. Ein großes Wort. Ein schönes Wort. Ein Wort, dem sich wohl die meisten vernünftigen Menschen anschließen würden. Wer möchte schon für Gewalt sein?

Das Problem beginnt dort, wo Gewaltfreiheit selbst zu einer Form von Gewalt wird.

Wenn Menschen nicht mehr diskutieren, sondern verurteilen.

Wenn Fragen nicht beantwortet, sondern moralisch abgeurteilt werden.

Wenn nicht mehr geprüft wird, ob eine Aussage stimmt, sondern nur noch, ob sie zur eigenen Ideologie passt.

Dann wird aus Gewaltfreiheit eine Waffe.

Eine Waffe gegen Andersdenkende.

Eine Waffe gegen Kollegen.

Eine Waffe gegen jeden, der es wagt, einen Gedanken auszusprechen, der nicht in das gewünschte Weltbild passt.

Plötzlich wird nicht mehr gefragt:

„Was sagt die Wissenschaft?“

Sondern:

„Auf welcher Seite stehst du?“

Und wer die falsche Antwort gibt, wird aussortiert.

Nicht durch Argumente.

Nicht durch Daten.

Nicht durch Evidenz.

Sondern durch soziale Ächtung.

Durch öffentliche Verurteilung.

Durch die stille oder laute Forderung, bestimmte Menschen aus der Branche zu entfernen.

Man könnte fast meinen, dass manche Personen Gewalt ausschließlich dann problematisch finden, wenn sie von den anderen ausgeht.

Auf der anderen Seite wird es allerdings auch nicht besser.

Denn dort sitzen jene, die sich selbst zur Elite erklärt haben.

Diejenigen, die jede Kritik als Angriff auf ihre Genialität empfinden.

Diejenigen, die sich bei jeder Gelegenheit selbst auf die Schulter klopfen.

Diejenigen, die glauben, ein perfekt erzogener Hund sei vor allem ein Beweis ihrer eigenen Überlegenheit.

Wer lange genug zuhört, bekommt manchmal den Eindruck, dass nicht der Hund trainiert wird, sondern das eigene Ego gefüttert.

Dort wird Härte mit Kompetenz verwechselt.

Dort wird Einschüchterung mit Führung verwechselt.

Dort wird Kontrolle mit Beziehung verwechselt.

Und manchmal wird mit einer Selbstverständlichkeit über Hunde gesprochen, dass man sich fragt, ob jemals die Möglichkeit in Betracht gezogen wurde, dass auch der Mensch Fehler machen könnte.

Besonders unerquicklich wird es, wenn aversive Methoden nicht nur eingesetzt, sondern glorifiziert werden.

Wenn schlechte Ausführung als Stärke verkauft wird.

Wenn mangelndes Timing als Konsequenz bezeichnet wird.

Wenn Unsicherheit hinter Dominanzrhetorik versteckt wird.

Und wenn man Hunde in Situationen beobachtet, bei denen weniger Fachwissen ausreichen würde, um zu erkennen, dass dort gerade nicht Kompetenz demonstriert wird, sondern deren Gegenteil.

Manchmal ist das so unerquicklich, dass man sich beim Zuschauen fremdschämt.

Nicht wegen des Hundes.

Wegen des Menschen.

Das eigentliche Problem ist jedoch nicht eines dieser Lager.

Das eigentliche Problem ist die zunehmende Unfähigkeit, die eigene Position kritisch zu hinterfragen.

Denn Ideologien haben eine bemerkenswerte Eigenschaft:

Sie funktionieren in alle Richtungen.

Der Mensch, der überzeugt ist, die einzige Wahrheit zu besitzen, unterscheidet sich erstaunlich wenig von seinem Gegenüber, das exakt dasselbe von sich glaubt.

Beide sehen sich als die Guten.

Beide sehen die anderen als das Problem.

Beide halten sich für aufgeklärt.

Beide fühlen sich berufen, die Szene zu retten.

Und beide übersehen dabei, dass Hunde herzlich wenig Interesse an diesen Machtkämpfen haben.

Der Hund interessiert sich nicht für Lager.

Der Hund interessiert sich nicht für Hashtags.

Der Hund interessiert sich nicht für ideologische Reinheit.

Er interessiert sich dafür, ob er sich sicher fühlt.

Ob er verstanden wird.

Ob sein Mensch berechenbar ist.

Ob Kommunikation funktioniert.

Ob Zusammenleben gelingt.

Vielleicht wäre genau das der Punkt, an den wir zurückkehren sollten.

Weniger Helden.

Weniger Erlöser.

Weniger selbst ernannte Eliten.

Weniger moralische Tribunale.

Mehr Fragen.

Mehr Zweifel.

Mehr Wissenschaft.

Mehr Demut.

Und vor allem mehr Bereitschaft, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass wir alle irren könnten.

Denn die Geschichte zeigt immer wieder:

Die gefährlichsten Menschen sind selten diejenigen, die Fragen stellen.

Es sind meistens diejenigen, die glauben, bereits alle Antworten zu kennen.

Zwischen gewaltvoller Gewaltfreiheit und der selbst ernannten EliteEs gibt Tage, an denen ich in die Hundewelt blicke un...
10/06/2026

Zwischen gewaltvoller Gewaltfreiheit und der selbst ernannten Elite

Es gibt Tage, an denen ich in die Hundewelt blicke und mich frage, wann wir aufgehört haben, über Hunde zu sprechen.

Wann wurde aus dem Austausch über Verhalten, Lernen, Verantwortung und Zusammenleben ein Kampf um Deutungshoheit? Wann wurde aus einer Szene, die sich angeblich dem Wohl von Hunden verschrieben hat, ein Ort, an dem Menschen vor allem darum ringen, moralisch überlegen zu erscheinen?

Je länger ich mich mit dieser Branche beschäftige, desto weniger habe ich das Gefühl, mich in einem konstruktiven, offenen und ideologiefreien Diskurs zu befinden.

Denn egal, in welche Richtung man blickt – man landet oft in einem Lager.

Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich Gewaltfreiheit auf die Fahnen schreiben. Ein großes Wort. Ein schönes Wort. Ein Wort, dem sich wohl die meisten vernünftigen Menschen anschließen würden. Wer möchte schon für Gewalt sein?

Das Problem beginnt dort, wo Gewaltfreiheit selbst zu einer Form von Gewalt wird.

Wenn Menschen nicht mehr diskutieren, sondern verurteilen.

Wenn Fragen nicht beantwortet, sondern moralisch abgeurteilt werden.

Wenn nicht mehr geprüft wird, ob eine Aussage stimmt, sondern nur noch, ob sie zur eigenen Ideologie passt.

Dann wird aus Gewaltfreiheit eine Waffe.

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09/06/2026

08/06/2026

08/06/2026

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