Rainbow Farm

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Autismus-Fachkraft & Expertin
✧ Aufklärung, die echt ist
✧ Fachwissen & gelebte Erfahrung
✧ Schwerpunkt Schule
✧ Förderung für Kinder & Jugendliche - Tiere als Begleiter
✧ Workshops & Elternbegleitung
✧ Buch siehe Link

⭐️Was hilft denn nun im autistischen Burnout?Wenn ein Kind im autistischen Burnout ist, hilft vor allem eines: Ruhe.Viel...
13/06/2026

⭐️Was hilft denn nun im autistischen Burnout?

Wenn ein Kind im autistischen Burnout ist, hilft vor allem eines: Ruhe.

Viel schlafen. Viel erholen. Viel Zeit für das Lieblingsinteresse. Das Beschäftigen mit dem Lieblingsinteresse reguliert das Nervensystem, es beruhigt und gibt ein Glücksgefühl. Jedoch fällt auch das im Burnout manchmal schwer.

Es ist vollkommen okay, wenn das Kind dann auch länger am Tablet ist oder Serien schaut, wenn das zu seinen Interessen gehört und das Nervensystem dadurch zur Ruhe kommt.

Und es ist auch vollkommen okay, in dieser Zeit keine sozialen Kontakte zu haben. Gerade soziale Kontakte sind oft anstrengend und überfordernd. Vielleicht gibt es einen Freund oder eine Freundin, die das Kind für eine Stunde zuhause besuchen kann, wenn das Kind das möchte. Das ist oft leichter, als sich außerhalb des Zuhauses zu treffen.

Das Kind braucht seinen Safe Space. Und das ist häufig das Zuhause.

Ansonsten gilt: Alles rausnehmen, was Druck macht.

Alles rausnehmen, was Aufforderungen und Anforderungen sind.

Einfach einmal nichts tun.

Auch keine gut gemeinten Ausflüge.

Es kann schon überfordernd sein, wenn man einen Garten hat und das Kind hinausgehen soll, weil man denkt, dass Natur und frische Luft guttun. Doch in einem autistischen Burnout kann selbst das zu viel sein.

Schon das Hinausgehen. Das Anziehen.
Der Wechsel des Raumes.

Dinge, die sonst selbstverständlich wirken, können unglaublich anstrengend sein.

Ein autistisches Burnout entsteht nicht ohne Grund. Er ist die Folge von Überforderung, Reizbelastung und all den Umständen, die über lange Zeit zu viel waren.

Darum können selbst ein Ausflug oder ein Spaziergang bereits eine Anforderung sein. Genau solche Anforderungen sollte man im Burnout so gut wie möglich rausnehmen.

Auch Kommunikation ist oft sehr anstrengend.

Es kommt häufig vor, dass Sprache im Burnout teilweise oder sogar ganz verloren geht.

Darum können visuelle Hilfsmittel sehr unterstützend sein und dem Kind helfen, sich trotzdem mitzuteilen.

Viele Eltern haben Angst, dass ihr Kind dann in ein Loch fällt oder nicht mehr herausfindet.

Diese Angst ist verständlich.

Ein autistisches Burnout bedeutet nicht, dass das Kind für immer darin bleibt. Jedoch kann es immer wieder kommen, vor allem, wenn sich das Umfeld nicht ändert und man weiterhin all dem ausgesetzt ist, was zu Überforderung und Burnout führt.

Es kann zusätzlich auch eine Depression auftreten.

Wenn man das Kind versteht, Überforderung reduziert, sensorische Reize reduziert, Anforderungen und Ansprüche rausnimmt und Druck vermeidet, dann kann sich das Nervensystem erholen.

Wichtig ist Sicherheit im Sinne von: das Kind braucht ein Sicherheitsgefühl, also Stabilität, keine Änderungen, Vorhersehbarkeit. Denn das Fehlen dieser Dinge sind ein Teil davon, der auch zum Burnout beiträgt.

Wenn sich das Kind nach einer Zeit der Erholung wieder etwas stabiler fühlt, können kleine, überschaubare Pläne hilfreich sein. „Was möchtest du heute machen?“

Wirklich ganz kleine Schritte.

Vielleicht zwei oder drei Punkte, die man gemeinsam mit dem Kind bespricht, an Dingen, die es gerne tun möchte.

Danach wieder Pause.

Und dann Schritt für Schritt weiter.

Pläne geben Vorhersehbarkeit.

Zum Beispiel Tagespläne oder visuelle Anleitungen für einzelne Handlungsschritte wie Zähneputzen, Waschen oder Anziehen.

Gerade im Burnout gehen oft Basiskompetenzen verloren, weil die Erschöpfung so groß ist.

Dann hilft es, eine Übersicht zu haben, was als Nächstes kommt oder wie einzelne Schritte nacheinander ablaufen.

Pläne geben Sicherheit.

Sie nehmen Angst.

Und sie reduzieren Druck und Überforderung.

Genau das braucht ein Kind im autistischen Burnout.

Also:

Ausruhen.

Entspannen.

Beschäftigung mit dem Lieblingsinteresse.

Safe Food.

Vorhersehbarkeit und Sicherheit.

Visuelle Pläne.

Druck rausnehmen.

Wenig bis keine Anforderungen.

Keine Unternehmungen.

Keine Therapie.

Sensorische Reize reduzieren.

Kommunikation reduzieren und Hilfsmittel zum Verständigen anbieten.

Einen Safe Space schaffen.

Auch Yoga oder kurze Entspannungsübungen unterstützend sein.

Autistisches Burnout. Warum Reha und Therapie meist nicht helfenDie Frage, die viele Eltern stellen: „Was hilft meinem K...
11/06/2026

Autistisches Burnout. Warum Reha und Therapie meist nicht helfen

Die Frage, die viele Eltern stellen: „Was hilft meinem Kind, wenn es im autistischen Burnout ist?“

Oft werden dann ein Reha-Aufenthalt oder (Gesprächs-)Therapien empfohlen.

Tatsächlich höre und lese ich das immer wieder.

Das Problem ist nur: Ein autistisches Burnout lässt sich nicht einfach wegtherapieren.

Ganz im Gegenteil.

Schickt man ein Kind während eines autistischen Burnouts auf Reha oder in eine Therapieeinrichtung, kann das die Situation sogar verschlimmern.

Warum?

Weil das Umfeld dort oft dieselben Belastungen mit sich bringt, die bereits zum Burnout geführt haben.

Es gibt sensorische Reize, die verarbeitet oder unterdrückt werden müssen. Es gibt neue Menschen, neue Abläufe und eine neue Umgebung.

Zusätzlich kommen Therapien, Gruppensettings und häufig auch laute Speisesäle dazu.

Selbst wenn es einen festen Plan gibt, treten immer wieder Änderungen auf.

Es herrscht oft viel Druck, bei den Angeboten und Therapien mitzumachen. Oft sogar bei Dingen, die das Kind sonst eigentlich gar nicht tun würde.

Für viele autistische Kinder bedeutet das wieder Anpassung, wieder Anstrengung und wieder Stress.

Von einem Burnout kann man sich unter solchen Bedingungen nicht erholen.

Denn um zu verstehen, was helfen könnte, muss man zuerst verstehen, wie ein autistisches Burnout überhaupt entsteht.

Ein autistisches Burnout kommt nicht plötzlich.

Es baut sich über einen Zeitraum auf.

Meistens deshalb, weil die Welt rundherum nicht für neurodivergente Menschen geschaffen ist.

Besonders die Schule spielt bei autistischen Kindern dabei oft eine große Rolle.

Da sind die sensorischen Reize. Da sind die sozialen Anforderungen. Da ist Kommunikation, die ständig Energie kostet.

Selbst wenn ein autistisches Kind hochintelligent ist und sprechen kann, bedeutet das nicht automatisch, dass soziale Kommunikation leichtfällt.

Über Wissensthemen oder Spezialinteressen zu sprechen ist etwas völlig anderes, als sich im sozialen Alltag zurechtzufinden, Fragen zu beantworten oder unausgesprochene Erwartungen zu verstehen.

Das kostet Kraft.

Dazu kommen das soziale Umfeld, Anforderungen, Veränderungen, ständige Unvorhersehbarkeit, Leistungsdruck, sowie die permanente Verarbeitung von Eindrücken.

Alles, was den ganzen Tag ausgehalten, verarbeitet oder unterdrückt wird (Masking), verbraucht Energie.

Und wenn diese Energie Tag für Tag verloren geht, ohne ausreichend wieder aufgefüllt werden zu können, entsteht irgendwann ein autistisches Burnout.

Oft kommen noch Ängste und Schlafprobleme dazu.

Man befindet sich ständig im Überlebensmodus.

In einer Kampf- oder Fluchtreaktion oder man zieht sich immer mehr zurück.

Das Nervensystem ist dauerhaft dysreguliert.

Und all das führt schließlich zum autistischen Burnout.

Solange sich das Umfeld nicht verändert, hilft die beste Reha oder Therapie nicht dabei, dass man sich davon erholen kann. Und die Ursache des Burnouts bleiben meist weiterhin bestehen.

Die Frage ist deshalb nicht, welche Therapie oder welche Reha einem Kind im autistischen Burnout helfen kann.

Die Frage ist vielmehr:
Wie können wir zuhause ein Umfeld schaffen, in dem sich das Kind bestmöglich erholen und regenerieren kann?

Mehr zu Lösungen für Unterstützung im autistischen Burnout gibts im nächsten Post am Wochenende 🫶

Pica - wenn Kinder Dinge essen, die keine Lebensmittel sind Viele Eltern autistischer Kinder kennen das Thema Essen nur ...
10/06/2026

Pica - wenn Kinder Dinge essen, die keine Lebensmittel sind

Viele Eltern autistischer Kinder kennen das Thema Essen nur zu gut. Manche Kinder essen nur wenige Lebensmittel, manche akzeptieren ausschließlich bestimmte Marken, Zubereitungsarten oder Konsistenzen.

Dafür kann es viele Gründe geben. Sensorische Über- oder Unterempfindlichkeiten, der Wunsch nach Vorhersehbarkeit, Schmerzen beim Kauen oder Schlucken, Angst oder Stress können eine Rolle spielen.

Es gibt aber noch ein anderes Essverhalten, über das deutlich seltener gesprochen wird:

👉Pica.

Pica bezeichnet das Kauen oder Essen von Dingen, die keine Lebensmittel sind und keinen Nährwert haben. Dazu gehören beispielsweise Papier, Karton, Erde, Sand, Steine, Haare, Stoffe, Plastik oder Metall.

Pica kommt bei autistischen Kindern deutlich häufiger vor als bei neurotypischen Kindern.

⭐️Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein.

Manche Kinder suchen bestimmte sensorische Reize und mögen die Konsistenz, das Knirschen oder das Gefühl bestimmter Materialien im Mund. Andere haben Schwierigkeiten zu erkennen, was essbar ist und was nicht.

Kinder können Gegenstände in den Mund nehmen oder schlucken, um sich von Schmerzen wie Magen-Darm-Beschwerden abzulenken, zum Beispiel von Sodbrennen, Reflux oder Verdauungsproblemen.

Auch Angst und emotionale Dysregulation spielen eine große Rolle. Pica und ungewöhnliche Essverhaltensweisen können zunehmen, wenn ein Kind überfordert ist, Ängste hat oder eine größere Veränderung im Leben erlebt.

Bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder Lernschwierigkeiten kann Pica manchmal auch damit zusammenhängen, dass die Unterscheidung zwischen Nahrung und Nicht-Nahrung schwerfällt.

Ein weiterer möglicher Auslöser ist ein Nährstoffmangel. Besonders häufig wird ein Zinkmangel mit Pica in Verbindung gebracht. Zink ist wichtig für das Immunsystem und beeinflusst auch das Essverhalten. Auch Eisenmangel wird oft beobachtet.

Kinder nehmen dann häufig Papier, Bücher, Erde, Kreide, Sand, Steine, Haare, Kleidung, Stoffetiketten, Plastikspielzeug oder Metallgegenstände und andere Materiealien in den Mund oder verschlucken diese.

⭐️Die Folgen können ernst sein.

Dazu gehören Verstopfungen, Darmverschlüsse, Vergiftungen durch Schadstoffe, Zahnschäden oder Parasiteninfektionen. Schon das regelmäßige Kauen auf Sand, Steinen oder harten Gegenständen kann Schmerzen verursachen und die Zähne schädigen.

Deshalb ist es wichtig, nicht nur das Verhalten selbst zu sehen, sondern auch nach den Ursachen zu suchen.

⭐️Was kann helfen?

Wichtig ist herauszufinden, warum das Kind diese Dinge isst oder kaut. Z.B. sensorische Bedürfnisse, Stress, fehlendes Verständnis, körperliche Beschwerden oder auch ein Nährstoffmangel.

Regelmäßige Zwischenmahlzeiten oder Snacks, besonders wenn das Kind das Bedürfnis hat zu kauen. Alternativen wie Kauringe oder Kauketten anbieten oder Kaualternativen mit ähnlichen Konsistenzen, die ein ähnliches sensorisches Erlebnis bieten.

Beispiele:

Zerbröselte Kekse (ähnlich wie Sand oder Erde)
Esspapier oder Reispapier (ähnlich wie Taschentücher)
Ba**er (ähnlich wie Kreide)
Boba-Perlen (ähnlich wie verschiedene weiche oder elastische Materialien)

Leicht zugängliche Nicht-Nahrungsmittel aus der Umgebung entfernen und das Kind umlenken, wenn es nach ungeeigneten Gegenständen greift.

Sinnvoll kann auch die Abklärung möglicher Nährstoffmängel sein. Eine Ernährungsberatung oder eine ärztliche Untersuchung kann dabei unterstützen.

Diese Dinge können helfen, die Ursachen besser zu verstehen und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

⚡️Angst vor Ablehnung und Zurückweisung Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) oder eine starke Angst vor Zurückweisung und...
08/06/2026

⚡️Angst vor Ablehnung und Zurückweisung

Rejection Sensitive Dysphoria (RSD) oder eine starke Angst vor Zurückweisung und Ablehnung ist häufig mit ADHS verbunden, kommt aber auch sehr oft im Autismus-Spektrum vor.

Ich kenne das selbst sehr gut.

🦋Gerade als autistischer Mensch ist man oft viel Kritik ausgesetzt. Man hört immer wieder, was man angeblich falsch macht oder nicht richtig verstanden hat.

Wenn man nachfragt, weil man sich nicht sicher ist, bekommt man oft Antworten wie: „Das habe ich gerade erklärt. Du passt nicht auf. Du hörst nicht zu.“

Viele Kinder hören auch Sätze wie: „Du bist zu dramatisch.“

Man ist zu viel oder zu wenig. Aber selten scheint man richtig zu sein.

▫️So entsteht oft schon in der Kindheit das Gefühl, grundsätzlich falsch zu sein.

Viele beginnen deshalb irgendwann, es allen recht machen zu wollen. Dieses People Pleasing kommt im Autismus-Spektrum häufig vor. Man versucht ständig, niemanden zu enttäuschen, niemanden zu verärgern und keine Fehler zu machen.

▫️Daraus kann sich eine sehr starke Angst vor Zurückweisung und Ablehnung entwickeln. Für manche Menschen fühlt sich diese Angst sogar körperlich schmerzhaft an.

Das kann auch dazu führen, dass autistische Kinder und später Erwachsene Aufgaben gar nicht erst beginnen. Von außen sieht das oft wie eine Verweigerung aus. In Wirklichkeit steckt manchmal die panische Angst dahinter, etwas falsch zu machen.

Oder man sagt zu allem Ja, obwohl man es eigentlich nicht möchten. Oder man entschuldigt sich ständig.

Schon das kleinste Gefühl, jemandem nicht zu gefallen, etwas nicht richtig gemacht zu haben oder möglicherweise abgelehnt zu werden, kann starke Reaktionen auslösen.

Es sind echte Ängste.

Und wir wissen, was Angst im Körper, im Gehirn und im Nervensystem macht: Die Alarmglocken gehen an. Das Nervensystem schaltet in den Überlebensmodus. Entsprechend intensiv fallen die Reaktionen aus.

Meltdowns, Schreien, Dinge werden oder „zumachen“ - verweigern, gar nicht mit einer Aufgabe oder Arbeit beginnen, Rückzug usw sind typische Reaktionen.

🫶Deshalb ist es wichtig, dieses Thema zu verstehen.

▫️Gerade als autistischer Mensch unterdrückt man dabei oft die eigenen Bedürfnisse und versucht mit aller Kraft, nichts falsch zu machen, um nicht wieder Kritik oder Ablehnung zu erfahren.

Oft bittet man auch nicht um Hilfe oder stellt Fragen nicht, obwohl man Unterstützung bräuchte, weil die Angst vor Zurückweisung und Kritik zu groß ist.

▫️Das kann sich aber auch auf Beziehungen und soziale Situationen wie Freundschaften beziehen, weil man „Ja“ sagt und Dinge tut, nur um keine Ablehnung zu erfahren.

In der Schule zeigt man vielleicht deshalb nicht auf oder gibt keine Antwort, macht Aufgaben nicht oder man macht es perfektionistisch.

📚In meinem Buch beschreibe ich auch meine eigenen Erfahrungen damit, besonders im Teenageralter und als junge Erwachsene.

🦋Was mich immer mehr beschäftigt:Wie schnell autistische Kinder bewertet werden.Wie schnell andere Ratschläge geben.Und ...
05/06/2026

🦋Was mich immer mehr beschäftigt:

Wie schnell autistische Kinder bewertet werden.

Wie schnell andere Ratschläge geben.

Und wie selten gefragt wird, warum ein Kind ein bestimmtes Verhalten zeigt.

Entweder wird das Kind sofort als unartig und auffallend bezeichnet, oder es wird den Eltern die Schuld gegeben und ihnen geraten, das Verhalten braucht eine Konsequenz.

Es braucht aber jemanden, der versucht zu verstehen, was dahinter steckt.



Es wird viel in Schubladen gedacht. Fast alles wird sofort negativ bewertet.

Es heißt dann: „Dem Kind muss einmal gezeigt werden, dass das so nicht geht.“

Ich höre immer wieder solche Aussagen. Von Eltern, aber auch von Fachkräften. Und ehrlich gesagt belastet mich das mittlerweile sehr. Weil hinter diesen Aussagen oft die Annahme steckt, dass das Kind absichtlich so handelt, dass es provoziert oder Grenzen austesten möchte.

👉Dabei wird oft gar nicht versucht zu verstehen, warum das Kind dieses Verhalten zeigt.

Und ich kann es nur immer wieder sagen: Zu 99,9 Prozent hat ein Verhalten einen Grund.

Egal ob ein Kind schreit, weint, tritt, mit Dingen wirft, davonläuft, sich komplett zurückzieht oder verweigert – dahinter steckt eine Ursache.

▫️Nehmen wir ein Beispiel:

Die Mutter muss weg. Das Kind beginnt zu schreien, möchte unbedingt mitgehen und kann die Situation überhaupt nicht aushalten. Es wirft vielleicht sogar mit Gegenständen herum.

Natürlich muss man dann auf die Ursache schauen. Und diese Ursache ist oft gar nicht so schwer zu erkennen.

🔸Dieses Kind ist massiv überfordert und hat Panik!

Häufig fehlt die Vorhersehbarkeit. Das Kind weiß nicht, was passieren wird. Es hat keine visuellen Hilfsmittel, keine Orientierung und keine Sicherheit.

Die Panik entsteht oft genau dann, wenn sich plötzlich etwas verändert. Wenn ein Übergang bevorsteht. Wenn von einer Situation in die nächste gewechselt wird. Wenn das Kind nicht weiß, was danach passiert.

Was bedeutet es für das Kind, wenn die Mutter weggeht?

Ist sie jetzt stundenlang weg? Kommt sie wieder? Wann kommt sie wieder?

Das können autistische Kinder oft gar nicht einschätzen. Oder begreifen, wenn man es verbal erklärt. Auch kann eine Veränderung der momentanen Situation nicht so schnell verarbeitet werden. Es löst Angst aus.

▫️Deshalb braucht es visuelle Hilfsmittel. Es braucht Verarbeitungszeit und Vorhersehbarkeit. Es braucht Social Stories. Es braucht Verständnis.

Und das Kind braucht etwas zur Beruhigung für die Zeit, in der es auf die Mutter wartet. Am besten das Beschäftigen mit dem Lieblingsinteresse. Es braucht visuelle Unterstützung, die den Zeitraum sichtbar macht - wie lange dauert es, bis Mama wieder kommt.

Aber sicher keine Konsequenzen oder Bestrafungen, damit es lernt, dass dieses Verhalten nicht geht.

01/06/2026

☀️Einblick in eine Einheit unserer SoKo Gruppe für autistische Kinder.

Nach dem Erarbeiten des Gefühls „Wut“, wie es sich im Körper anfühlt und was individuell helfen kann, gabs ein Sensory Play mit Wasser in tierischer Umgebung bei den Hängebauchschweinen. 🐖

Die Kinder lernen,in unterschiedlichen Settings, auf natürliche Weise soziale Situationen kennen und damit umzugehen. Sie stellen fest, dass andere Menschen anders fühlen, als sie selbst und dass andere Menschen aber auch Schwierigkeiten haben können, genau so wie sie.

Man merkt, wie das Selbstvertrauen immer mehr wächst und Bedürfnisse mehr wahrgenommen werden.

Es geht NICHT darum, autistischen Kindern soziale Regeln oder Verhalten neurotypischer Menschen beizubringen, damit sie selbst neurotypischer handeln. Es geht NICHT darum, dass sie lernen, Gefühle auf eine neurotypische Art zu benennen oder zu zeigen.

Nein.
☀️In erster Linie geht es darum, dass sie so akzeptiert werden wie sie sind und Selbstvertrauen aufbauen können. Dass sie spüren, sie sind gut so, wie sie sind. Auch dass andere Kinder ähnliche Schwierigkeiten haben und es okay ist.

☀️Es geht darum, in ihrem Tempo zu lernen, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und diese auf eine, für sie am besten geeignete Weise, mitzuteilen.

☀️Es geht darum, Vertrauen aufzubauen und Spaß zu haben. Loszulassen und nicht maskieren zu müssen. Das Nervensystem zu regulieren. Selbständigkeit zu entwickeln. Miteinander etwas zu tun, auf ihre Art.

Auch wenn sie nebeneinander spielen, ist es ein Miteinander. Jeder kann in seinem Bereich sein, mit eigenen Materialien und es findet trotzdem ein Austausch statt.

Wir spielen und fördern auf „autistische Weise“, deswegen fühlen sich die Kinder wohl. Deswegen kann echte Förderung überhaupt erst beginnen.

„Das Kind muss sich daran gewöhnen.“⭐️Diesen Satz höre ich immer wieder.Es muss sich daran gewöhnen, wenn es laut ist.Es...
30/05/2026

„Das Kind muss sich daran gewöhnen.“

⭐️Diesen Satz höre ich immer wieder.

Es muss sich daran gewöhnen, wenn es laut ist.
Es muss sich daran gewöhnen, wenn niemand Rücksicht nimmt.
Es muss sich daran gewöhnen, Fragestellungen zu verstehen und nicht anders formuliert zu bekommen.
Es muss sich daran gewöhnen, unter mehreren Menschen zu sein und nicht ständig Pause zu machen.

Es muss lernen, Schmerzen auszuhalten.
Es darf nicht so sensibel sein.
Später wird schließlich auch niemand Rücksicht nehmen.

⭐️Aber genau das ist das Problem.

Autistische Kinder können sich nicht an Dinge gewöhnen, die sie anders wahrnehmen.

🔸Wenn Geräusche schmerzhaft sind, dann sind sie schmerzhaft.
Wenn Berührungen unangenehm sind, dann sind sie unangenehm.
Wenn Schmerzen stärker wahrgenommen werden, dann ist das die Realität des Kindes.
Wenn viele Menschen rundherum das Nervensystem massiv überfordern und Panik auslösen, dann ist das so.

🔸Wenn Wichtiges nicht von Unwichtigem gefiltert werden kann, dann ist das die Verarbeitung im Gehirn und das kann nicht geändert werden.

Das ist keine Frage von Wollen, Motivation oder Erziehung.

🔹Das neurodivergente Gehirn betrifft die gesamte Wahrnehmung, die Kommunikation, Verarbeitung, die Motorik, das Verständnis, die Reaktionszeit und das gesamte Nervensystem.

👉Man kann sich nicht an etwas gewöhnen, das den Körper ständig überfordert und sogar schmerzhaft ist.

Wenn auf diese Bedürfnisse keine Rücksicht genommen wird, passiert etwas anderes:

⭐️Das Kind beginnt zu maskieren.

Es unterdrückt seine Bedürfnisse.
Es versucht, nicht aufzufallen.
Es lernt, dass seine Wahrnehmung falsch ist.
Es lernt, dass es sich anpassen muss, egal wie hoch der Preis dafür ist.

Und das bedeutet Dauerstress und Überlebensmodus.

▫️Viele autistische Kinder sind dadurch dauerhaft angespannt und überfordert. Die Folgen zeigen sich oft erst Jahre später.

Autistische Kinder brauchen keine Aufforderung, sich an Schmerz, Überforderung oder Reizüberflutung zu gewöhnen.

Sie brauchen Verständnis, Unterstützung und Rahmenbedingungen, in denen sie sich sicher entwickeln können.

Zu sagen, das Kind soll sich an diese Dinge gewöhnen, weil es sonst später schwer haben wird, ist eigentlich eine Verletzung der Menschenrechte.

⭐️Wir sollten uns vielmehr fragen:

Warum leben wir in einer Welt, in der Kinder ihr eigenes Ich – die Art und Weise, wie ihr Gehirn und Nervensystem arbeiten – verstecken und unterdrücken müssen?

Warum wird niemand Rücksicht nehmen, wenn sie erwachsen sind?

Weil wir in einer Welt leben, die voll von Programmierung, Machtgier, Unterdrückung von Schwächeren und Profitgier ist.

🔸Weil wir meilenweit von echter Inklusion entfernt sind.

Weil Menschen nicht akzeptiert werden, wie sie sind.

Sie werden mit viel Glück geduldet, aber niemals miteinbezogen.

Statt Barrieren abzubauen, wird erwartet, dass sich bereits Kinder an etwas anpassen, dass gegen ihrer Natur ist.
Statt Unterschiede anzuerkennen, werden sie oft als Problem betrachtet.

Und genau deshalb haben es so viele neurodivergente Menschen schwer – nicht wegen ihrer Neurodivergenz, sondern weil sie in einer Welt leben, die noch immer nicht gelernt hat, Vielfalt wirklich anzunehmen.

🦋Und dabei könnte die Welt so viel bunter, offener und glücklicher sein.

29/05/2026

„Es ist doch nicht so schlimm.“ „Du reagierst über.“ „Stell dich nicht so an.“

Warum diese Sätze mehr Schaden anrichten, als sie helfen.

Das Kind weint, weil es eine Mütze aufsetzen soll.

„Stell dich nicht so an. Es ist doch nur eine Mütze.“

Das Kind schreit und rennt weg, weil eine Biene in seine Nähe kommt.

„Du reagierst über.“

Das Kind hält sich die Ohren zu, weil ein Summen oder Brummen unerträglich laut ist.

„Das hören wir doch gar nicht.“

Das Kind gerät in Panik, weil sich Pläne plötzlich ändern.

„Das ist doch nicht so schlimm.“

Für das Kind ist es schlimm.
Die Angst ist real.
Der Schmerz ist real.
Die Geräusche sind real.
Die Überforderung ist real.

Es hilft nicht, zu sagen:

„Du übertreibst.“
„Mach kein Drama.“
„Stell dich nicht so an.“

Denn damit lernt das Kind nicht, mit seinen Empfindungen umzugehen.

Es lernt, dass seine Empfindungen falsch sind.
Es lernt, sich selbst nicht zu vertrauen.
Es lernt, Gefühle, Schmerzen und Überforderung zu unterdrücken.

Nimmt man ein Kind ernst, lernt es etwas anderes:

Meine Wahrnehmung ist richtig.
Meine Gefühle sind wichtig.
Ich bin richtig.

Autistische Kinder brauchen nicht, dass ihre Empfindungen heruntergespielt werden.

Sie brauchen Erwachsene, die zuhören, verstehen und schützen.

Mein Kind ist autistisch. „Merkt man überhaupt nicht.“Wenn ich das höre….Man darf es merken. Man darf Autismus sehen. Ma...
28/05/2026

Mein Kind ist autistisch.
„Merkt man überhaupt nicht.“

Wenn ich das höre….

Man darf es merken. Man darf Autismus sehen. Man darf autistisch sein. Man muss nichts verstecken und man muss sich auch nicht schämen. Und schon gar nicht hilft es, wenn Menschen sagen: „Merkt man gar nicht.“

Denn Autismus ist nicht weniger da, nur weil man es nicht sofort erkennt.

Was hilft, ist genau hinzuschauen, wenn man es nicht bemerkt. Nachzufragen, wie sich Autismus zeigt. Welche Herausforderungen es mit sich bringt. Was das Kind braucht.

Es geht nicht darum, zu bewerten. Sondern um besser zu verstehen.

⭐️Wenn Erziehung überfordert Warum du dein autistisches Kind nicht auf die gleiche Weise erziehen kannst wie ein neuroty...
27/05/2026

⭐️Wenn Erziehung überfordert

Warum du dein autistisches Kind nicht auf die gleiche Weise erziehen kannst wie ein neurotypisches Kind.

Ich sehe es immer wieder.

Viele Eltern glauben, ihr Kind soll nicht anders erzogen werden.

Damit es „normaler“ ist.
Damit es sich daran gewöhnt.
Damit es sich nicht anders fühlt.

Aber genau dadurch wird es sich anders fühlen.

Es wird lernen zu maskieren.
Eigene Bedürfnisse zu unterdrücken.
Sich immer stärker anzupassen.

Entgegen seiner natürlichen neurodivergenten Art.

Autistische Kinder können nicht einfach gleich erzogen werden wie neurotypische Kinder.

Du kannst sie nicht verbal zutexten.
Du kannst nicht hundert Dinge an einem Tag unternehmen.
Du kannst nicht auf dieselbe Weise mit ihnen sprechen und dann erwarten, dass sie alles verstehen, behalten und umsetzen.

Gerade autistische Kinder ohne zusätzliche Intelligenzminderung, die sprechen können, werden ständig überschätzt.

Dann heißt es oft:

„stur“
„unartig“
„unaufmerksam“
„überdreht“

Dabei ist es ihr Gehirn.
Ihr Nervensystem.
Ihre Wahrnehmung.
Ihre Verarbeitung.
Ihre Kommunikation.

All das arbeitet anders als bei neurotypischen Kindern.

Manche Eltern glauben, es sei besser, darauf keine Rücksicht zu nehmen.

Dann würde sich der Autismus „verbessern“.

Aber oft ist das Kind einfach überfordert.

Sein Nervensystem ist dysreguliert.
Es ist im Überlebensmodus.

Ich habe erst vor kurzem erlebt, wie einem autistischen Kind nach einem Schulausflug der ganze restliche Tag verbal erklärt wurde.

Was noch alles passiert.
Was es zu essen gibt.
Wohin gefahren wird.
Was danach noch kommt.

Das Kind war bereits unruhig.

Warum?

Weil es so viele Informationen nicht aufnehmen kann.
Und schon gar nicht speichern.

Trotzdem wird erwartet, dass es damit zurechtkommt.

Es wird nicht visuell unterstützt.

Denn:

„Das braucht mein Kind nicht. Es versteht ja alles.“

Aber so ist es nicht.

Nach einem aufregenden Schultag mit vielen Reizen und Änderungen in der Routine soll es sich auch noch den restlichen Tagesablauf merken.

Dazu steht noch ein Ausflug an.

Irgendwann zeigt sich die Überforderung.

Zum Beispiel durch Weinen.
Schreien.
Dinge werfen.
Treten.
Davonlaufen.
Nicht einschlafen können.
„Trödeln“ beim Schlafengehen.

Und dann wird gesagt:

„Jetzt ist es unartig.“

Dabei zeigt sich nur, dass es zu viel war.

Wenn diese Überforderung nicht verstanden wird, wird sie größer.

Wenn das Kind dafür bestraft wird, lernt es zu maskieren.

Es lernt, sein Verhalten zu unterdrücken.
Seine Bedürfnisse zu verstecken.
Seine Grenzen zu ignorieren.

Deshalb ist es so wichtig, Autismus richtig zu verstehen.

Autistische Kinder brauchen Erziehung, die zu ihrem Nervensystem passt.

Nicht typische Erziehungsstile, die für neurotypische Kinder gedacht sind.

Darum braucht dein Kind passende Unterstützung.

⭐️Visuelle Hilfsmittel.
⭐️Kurze Ablaufpläne.
⭐️Tagespläne.
⭐️Timer oder Sanduhr für Zeitverständnis.

⭐️Sprich in zwei bis drei kurzen, eindeutigen Sätzen.

Dann warte.

⭐️Gib deinem Kind Verarbeitungszeit.

Erwarte nicht, dass es sich Dinge merkt, die du nur verbal gesagt hast.

⭐️Plane weniger.

⭐️Gib deinem Kind genug Ruhe und Erholungszeit.

So, wie dein Kind sie wirklich braucht.

Wenn dein Kind Verhalten zeigt, auch wenn es für dich „nur“ ein bisschen unrund wirkt, suche den Grund.

Was war zu viel?
Was war unklar?
Was hat Sicherheit genommen?
Was hat das Nervensystem überfordert?

Und dann reduziere die Überforderung.

Erziehe dein autistisches Kind nicht gleich wie ein neurotypisches Kind.

Damit hilfst du ihm nicht.

Du schadest ihm eher.

Dein Kind braucht keine Erziehung, die es normaler macht.

Es braucht Erwachsene, die verstehen, wie sein Gehirn und Nervensystem arbeiten. Dann wird das Kind sich als richtig ansehen und Selbstvertrauen entwickeln. Denn du gibst deinem Kind was es braucht. Du bist der sichere Hafen. Du verstehst es und nimmst darauf Rücksicht, wenn es sonst vielleicht niemand tut.

Damit zeigst du nicht nur deinem Kind, dass es richtig ist, wie es ist. Du zeigst auch dem Umfeld was Akzeptanz, Verständnis und Inklusion ist!

Adresse

Niederrußbach
3702

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 18:00
Dienstag 09:00 - 18:00
Mittwoch 09:00 - 18:00
Donnerstag 09:00 - 18:00
Freitag 09:00 - 18:00
Samstag 09:00 - 13:00

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