25/08/2026
Theoretische Modelle brauchen praktische Erfahrung - Soziale Unternehmen bieten diese Möglichkeiten und setzen auf engere Zusammenarbeit.
Über 60 zu sein und Arbeit zu suchen bedeutet in Österreich meist, sie über ein Jahr lang zu suchen. 55 Prozent der arbeitslos vorgemerkten Personen ab 60 sind langzeitbeschäftigungslos, über alle Altersgruppen sind es 34 Prozent.
Diese Jahre fehlen später auf dem Pensionskonto. Wer sie arbeitslos verbringt, erwirbt kaum Ansprüche und geht mit einer entsprechend geringen Pension in den Ruhestand. Im heurigen Budgetprozess hat sich das noch verschärft, denn für Bezieher:innen von Notstandshilfe wird nun weniger in die Pensionsversicherung eingezahlt. Aus verfestigter Arbeitslosigkeit wird Altersarmut.
Gleichzeitig soll diese Altersgruppe länger im Erwerbsleben bleiben. Der AK Arbeitsmarktmonitor 2025 zeigt, warum: Bei der Erwerbstätigkeit der 55- bis 64-Jährigen liegt Österreich mit 58,8 Prozent im EU-Schlussfeld, der EU-Schnitt beträgt 65,2 Prozent. Die Bundesregierung will den Anteil der Beschäftigten über 60 Jahren bis 2027 von derzeit 5,2 auf 6,1 Prozent erhöhen.
Beides zusammen ergibt eine einfache Rechnung. Ein späteres Pensionsantrittsalter allein schafft noch keine Arbeitsplätze. Es verlängert aktuell nur die Zeit, die Menschen ohne Arbeit überbrücken müssen.
Zwei Dinge ändern das. Kompetenz und Erfahrung müssen unabhängig vom Alter zählen. Und es braucht Arbeitsplätze, die bis zum Pensionsantritt Bestand haben.
Es sind Soziale Unternehmen, die diese Arbeitsplätze für viele Menschen dieser Altersgruppe bereitstellen. In Betrieben mit Aufträgen, Kundinnen und Kunden und Kollektivvertrag, mit aktuellen Qualifikationen und mit dem Übergang aus einer Anstellung in die Pension.
Weil sich Verantwortung rechnet.
AK Arbeitsmarktmonitor 2025, Berechnungen WIFO. Statistik Austria, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 1. Quartal 2026. AMS-Daten Juli 2026.