25/04/2026
Gewalt an Frauen darf nicht verharmlost werden – Harald Thau soll zurücktreten
Jede 3. Frau in Österreich hat bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Mehr als 60 % der Frauen, die körperliche Gewalt durch den Lebenspartner erlebt haben, haben dies innerhalb dieser Beziehung wiederholt erfahren. Zum Zeitpunkt der Gewalt ist bei der Hälfte der Fälle vor allem viel Alkohol im Spiel. Gewalt gegen Frauen ist in Österreich ein massives Problem und betrifft alle sozialen Schichten unabhängig von kultureller Herkunft und Bildung. Dem Frauenbeirat in Mödling ist es daher seit seiner Gründung ein zentrales Anliegen, gegen die Gewalt an Frauen in der Stadt zu kämpfen und diese nicht stillschweigend hinzunehmen.
Gerade Politiker haben eine enorme Vorbildwirkung, vor allem auch dann, wenn sie in der medialen Öffentlichkeit eine hohe Präsenz zeigen und über die Region hinaus politische Verantwortung tragen. Wenn nun in den Medien berichtet wird, dass gegen Nationalratsabgeordneten und Stadtrat Harald Thau eine Wegweisung bzw. ein sofortiges Betretungsverbot ausgesprochen wurde, ist das kein Kavaliersdelikt und darf nicht verharmlost werden. Dieser Schritt setzt die Annahme voraus, dass "ein gefährlicher Angriff auf Leben, Gesundheit oder Freiheit" bevorsteht. Ein derartiges Verbot wird nicht leichtfertig ausgesprochen. Vielmehr steht die Polizei in der Kritik, diese Schutzmaßnahme nicht oft genug zu setzen.
Bei Gewalt an Frauen kann und darf es keine Toleranz geben. Ich fordere daher Harald Thau auf, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und zurückzutreten.