07/10/2022
Es ist ein großer Teilerfolg für uns, dass dem rücksichtslosen Dynatrace-Hochhaus eine Absage erteilt wurde. Unser Widerstand und das Aufzeigen der Missstände haben viel Schaden abgewendet.
Doch zufrieden können wir damit noch nicht sein. Die Verkehrserschließung für das neue Dynatrace-Projekt ist absolut inakzeptabel und steht in völligem Widerspruch zu den Empfehlungen der städtebaulichen Kommission.
Das war unsere Presseaussendung von Anfang der Woche:
Tut uns leid, aber damit können wir noch nicht zufrieden sein!
„Natürlich ist es ein großer Teilerfolg für uns, dass dem rücksichtslosen Hochhaus eine Absage erteilt wurde. Unser Widerstand und das Aufzeigen der Missstände haben viel Schaden abgewendet. Wir sind uns auch bewusst, dass sich beim neuen, überarbeiteten Projekt viele wirklich angestrengt haben, um die Situation zu verbessern,“ so Raumplanerin und Sprecherin der Initiative, DI Christina Butterling, „doch zufrieden können wir damit noch nicht sein. Die Verkehrssituation ist nach wie vor komplett ungelöst und dann wird einfach der Entschluss gefasst die Straße „Am Fünfundzwanziger Turm“, eine bestehende Verbindung zwischen dem Wohn- und Betriebsgebiet zu sperren. Die Betroffenen erfahren davon aus der Zeitung. Wäre es nicht angebracht gewesen, vorab mal alle an einen Tisch zu holen und erst dann einen derart eingreifenden Entschluss zu fassen?“
„Uns regt das ganze Projekt schon so auf, es kostet sehr viel Kraft sich konstruktiv einzumischen und den Mut nicht zu verlieren. Wie hier vorgegangen wird, ist einfach nicht zu begreifen und zutiefst enttäuschend. Alles dreht sich darum, eine optimale Lösung für ein einziges Unternehmen zu finden. Die BewohnerInnen des Hafenviertels und soweit wir wissen auch die vielen langjährig angesiedelten Firmen werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Das hat mit qualitativer Stadtentwicklung NICHTS zu tun.“ so Doris Reichl, Anrainerin und Mitstreiterin der Initiative.
Inakzeptable Verkehrsführung
Der Bericht der städtebaulichen Kommission zur „Perspektive Petzoldstraße“ www.linz.at/images/files/Staedtebauliche_Kommission_Petzoldstrasse.pdf) wurde nach monatelangem Stillhalten endlich veröffentlicht und auch die Pläne für den Gestaltungsbeirat sind fertig. „Uns hat die Pläne offiziell noch niemand gezeigt und wir wissen auch warum“, sind sich die VertreterInnen der BürgerInneninitiative einig.
Nicht nur dass die, wie in den Medien kommuniziert, viergeschossige Hochgarage inkl. der vorgesehenen Ausbaureserven eigentlich siebengeschossig geplant ist. Nein. Die Pläne zeigen auch eine absolut inakzeptable Verkehrsführung. Die Verbindungsachse „Am Fünfundzwanziger Turm“ wird für die Öffentlichkeit, alle BewohnerInnen und alle anderen ansässigen Firmen gesperrt, aber die Ein- und Ausfahrt zur bestehenden und zur neuen Dynatrace-Tiefgarage soll weiterhin über das Wohngebiet (die Gallanderstraße) erfolgen. Diese Verkehrserschließung für das Dynatrace-Projekt steht in völligem Widerspruch zu den Empfehlungen der städtebaulichen Kommission. Die versprochene Verkehrsberuhigung für das Wohngebiet rückt damit in weite Ferne, zumal der Ausbau des Kreuzungsbereichs „Hafenstraße-Petzoldstraße“ aufgrund der beengten räumlichen Situation und der damit einhergehenden nötigen Grundabtretung Privater sehr, sehr schwierig wird. Laut städtebaulicher Kommission ist dies aber ein wesentlicher Schlüssel um eine optimale Verkehrsanbindung sicherstellen zu können.
Aber damit nicht genug, sogar FahrradfahrerInnen und FußgängerInnen wird der Weg durch die Überbauung „Am Fünfundzwanziger Turm“ abgeschnitten. Diese sollen sich zukünftig hintenrum durchschlängeln.
Die Verantwortung liegt jetzt bei der Stadt Linz
Momentan wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Auch wir sind uns einig, dass Dynatrace in der Stadt Linz bleiben soll. Es kann aber nicht sein, dass dies auf Kosten der hier teilweise seit Jahrzehnten lebenden BürgerInnen und der hier langjährig angesiedelten Betriebe geht. Wir fordern daher nicht nur ehrliche Transparenz und einen gemeinsamen Dialog. „Uns wird einfach so, eine Verbindungsachse weggenommen und öffentliches Gut an einen Privaten übergeben. Gut, aber dann bitte unser Wohnviertel auch wirklich dicht machen und einen Ausgleich für die fehlende öffentliche Fläche schaffen“.