09/05/2026
💯
Was die Besitzer sehen:
* der Hund ist total abgelenkt
* er sucht ja gar nicht ordentlich
* vielleicht hat er gar keinen Spaß
* er kann das nicht
* die anderen Hunde sind viel besser
* komm, such jetzt endlich
* dauernd macht er was anderes
* ich glaub der hat die Spur verloren
*...
Was ich als Trainerin sehe:
* hey cool, er erkundet die Umwelt
* so ein toller Kerl, total selbstsicher
* whow, der kann sich super selbst regulieren
* Wahnsinn, wie der mit der Nase arbeitet
* genau da war vorher die Versteckperson
* so konzentriert, trotz Ablenkung
* jetzt setzt er schnüffeln zur Beruhigung ein
* ur schwierig aber er gibt nicht auf
*...
Trailen ist kein linearer Prozess. Und es ist oft ganz anders als es wirkt. Wir dürfen nicht von uns ausgehen sondern müssen uns drauf einlassen, dass die Sinneswelt des Hundes völlig anders funktioniert als unsere.
Trailen bedeutet nicht, dass der Hund die Nase in die Luft streckt und mit 100 km/h zum "Opfer" rast wie ein Ferrari auf der Rennstrecke. Kann sein, dass der Hund so arbeitet, dann ist das auch ok. Aber genauso gut und in Ordnung ist es, wenn er die ganze Umgebung aufnimmt und erkundet, sich langsam vorarbeitet, Gestehen wir den Hunden ein, dass sie IHRE Arbeit auf IHRE Art erledigen, IHRE Fähigkeiten so einsetzen, wie es IHNEN am besten hilft. Dass SIE die Experten sind und dass sie klug genug sind, alle verfügbaren (Geruchs) Informationen optimal zu nutzen.
BTW: und nebenbei, beim beobachten und bestaunen, lernen wir ein bisschen "Hundisch", die schönste Fremdsprache der Welt!
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