15/06/2026
UBV = Unabhängiger Bauernverband
Die jüngst versuchte Anzettelung einer Diskussion über notwendige neue Wahlplattformen bei Landwirtschaftskammerwahlen wurde nun vom UBV-Obmann Karl Keplinger zurechtgerückt.
Insbesondere Vertreter der AGÖ - Agrargemeinschaft Österreich - wollen mit Gewalt erreichen, dass der UBV sich auflösen soll und bei einer Plattform mitwirkt, die von AGÖ-Vertretern gelenkt werden soll.
Bei der AGÖ gibt es intern seit längerem ein hartes Ringen um die sogenannte Deutungshoheit.
Die AGÖ-Vertreter Konrad und Muhr meinen, sie seien das Sprachrohr der österreichischen Bauern.
Neben deren persönlichem Ringen um die Meinungshoheit kämpft man auch darum - soll die AGÖ eher dem ÖVP-Lager dienen oder - wie das von Konrad in vielen Sprachnachrichten gewünscht wird, sich der FPÖ anschließen. Muhr kommt aus der FPÖ, Konrad war vielleicht eher ein Schwarzer, aber jetzt redet er auch täglich über die FPÖ.
Dabei ist es eben der Wunsch der beiden Akteure, dass sich alle Bauernorganisationen, die nicht dem BB angehören, sich dieser Plattform anschließen. Auch für Kammerwahlen, die FPÖ würde eh alles bezahlen. Man könnte daher dem Umkehrschluss ziehen, dass die FPÖ den genannten Herren Geld für ihr Wirken bezahlt.
Gleichzeitig klären sie täglich auf, wer was zu tun habe. Sie möchten Zeugnisse verteilen, wer in ihren Augen etwas gut macht und wer in ihren Augen weg muss. Sie "drohen" laufend mit unqualifizierten Aussagen insbesondere dem Minister gegenüber und „wenn er nicht spure, gehöre er weg“. Sie kritisieren jeden anderen, der sich engagiert und sich in eine Diskussion mit Lösungen einbringt. Ein besonderer Reibebaum ist dabei für die beiden Herren der UBV.
Nun, es ist gut, wenn sich viele Engagierte für die Anliegen und Sorgen der Bauern einbringen. Aber nicht durch Dreschflegel Argumente, sondern mit konkreten Lösungen.
Stichwort Lösungen:
Der UBV kann mit Fug und Recht von sich behaupten, dass er zahlreiche konkrete Lösungen für Bauernanliegen schriftlich auf den Tisch gelegt hat. Damit unterscheidet sich der UBV auch gravierend von anderen Organisationen. Alle UBV-Vorschläge wie UBV-Forderungen findest du auf www.ubv.at.
Und ja, die ökonomische Situation ist für praktisch jede Sparte äußerst schwierig bis desaströs. Lösen tut man dies aber nicht mit Drohungen, sondern mit konkreten Lösungen.
Die UBV-Vorschläge sind Lösungen, die man umsetzen kann und keine Sammlung von Überschriften.
Am Ende entscheidet aber der Wähler - sprich Bauer, was er konkret wie haben will.
Und augenscheinlich geht es den Bauern noch zu gut oder gut, ansonsten würden sie vermutlich anders wählen.
Um das Wort unabhängig noch einmal klar zu definieren:
Wir gehen davon aus, dass Österreicher wissen, was unabhängig heißt. Und damit auch, dass der UBV ein von Parteien unabhängiger Bauernverband ist.
Dieser Umstand ist den Parteien ein Dorn im Auge.
Dem Bauernbund von der ÖVP deshalb, weil der UBV konkret aufzeigt, was die BB - Agrar-Politik in den letzten 40 Jahren versäumt hat.
Und der FPÖ deshalb, weil sie unbedingt als „einziger Herausforderer“ der ÖVP die Bauern auf ihre Seite ziehen will.
Das parteipolitische Gezerre wird jedem Bauern recht sein, wenn es echte Lösungen für Bauernanliegen gibt.
Dazu sollten sich aber alle Parteien ohne Ausnahmen für Bauernanliegen interessieren.
Losgelöst von parteipolitischen, ideologischen Empfindungen.
Es braucht Sachlösungen, keinen ideologischen Slalom oder Sumpf.
Möglicherweise wäre eine bürgerliche Mehrheit in Regierungen eine bessere Antwort für Bauernanliegen als andere Formen der Regierungszusammenarbeit.
Es stellt sich aber die Frage:
Die FPÖ sitzt inzwischen in 6 Landesregierungen, sie stellt dabei einen Landeshauptmann und 5 Landeshauptmann Stellvertreter. Doch was hat die FPÖ dabei bis heute bereits konkret für die Bauernsorgen erwirkt bzw. vorgeschlagen und umgesetzt?
In konkreter Erinnerung ist die FPÖ-Forderung in einer Presseaussendung an die Bauern - rund um die Diskussion der Preise für Lebensmittel im Lebensmittelhandel, dass die Bauern und die Verarbeiter auf Gewinne bei Lebensmitteln zugunsten der Konsumenten verzichten sollen.
Nachdem die Bauern keine Gewinne haben, worauf sollen die Bauern also in den Wünschen der FPÖ verzichten? Das ist keine konkrete neue Form an guter Agrarpolitik.
Die FPÖ teilt damit im Grunde die Position der ÖVP, mit welcher man in derzeit 6 Bundesländer eine Koalition bildet.
Die ÖVP stellt seit 1986 den Agrarminister, sie huldigt die EU-Agrarpolitik - GAP und verteidigt das - damit einher gehende Bauernsterben – ansonsten würde man ja eine andere Agrarpolitik machen.
Auffallend ist derzeit nur der niederösterreichische ÖVP-Agrarlandesrat Stefan Pernkopf, der täglich in Videobotschaften interessanterweise lauter UBV-Forderungen präsentiert bzw. einfordert, welche der BB in den letzten 10 Jahren bei Kammervollversammlungen abgelehnt bzw. für sinnlos abqualifizierte. Pernkopf kämpft gerade darum, LH von Niederösterreich werden zu wollen und da versucht er, mit den guten Argumenten des UBV bei den Bauern zu punkten.
Wer sich also in einer unabhängigen Bauernvertretung engagieren will, der kann jederzeit beim UBV mitwirken. Dazu braucht es keinen neuen Verein - Verband, der hinten herum von einer Partei finanziert bzw. gesteuert wird - am Ende also wieder die Partei anschafft, wo es langgehen soll.
Wem das Angebot des UBV nicht passt, der kann ja eine neue Wahlplattform gründen, die dann eine echte Legitimation durch die Bauern bekommt, um die Stimme der Landwirtschaft zu bekommen.
Alles andere ist ein Etikettenschwindel.
Anbei der Artikel im "Top Agrar" zum UBV und dessen Unabhängigkeit.
Dem UBV wird von Medien eine politisch rechte Gesinnung unterstellt. Grund sind Funktionärsaussagen in einem russischen TV-Beitrag im Vorjahr. Wir haben mit Obmann Karl Keplinger gesprochen.