20/04/2026
Slow Food ist mehr als ein Logo. Mehr als eine Auszeichnung. Mehr als ein Siegel auf einer Tür. Es ist ein Netzwerk, eine Bewegung, die seit fast 40 Jahren wächst.
Seinen Ursprung nahm dieses Netzwerk 1986 in Rom. Carlo Petrini protestierte damals mit Freund:innen gegen die Eröffnung eines Fast-Food-Restaurants an der Spanischen Treppe. Doch es ging um weit mehr als ein einzelnes Lokal.
Es ging um die Frage, wie wir essen wollen. Und unter welchen Bedingungen unsere Lebensmittel entstehen.
1989 wurde Slow Food zur internationalen Bewegung. Im Manifest war vom „Recht auf Genuss“ die Rede – und von der Verteidigung von Vielfalt, Qualität und kultureller Identität.
In den Jahren danach wurde diese Haltung Schritt für Schritt konkret:
Mit Initiativen wie der Arche des Geschmacks und den Slow Food Presidi wurde die Vielfalt unserer Lebensmittel geschützt. Mit der Terra Madre entstand ein weltweites Netzwerk von Produzent:innen, Gastronom:innen und Gemeinschaften. Und mit der Formulierung von gut, sauber und fair wurde klar, wofür Slow Food steht.
Denn in einem wirklich nachhaltigen Ernährungssystem geht es nie nur um einen einzelnen Aspekt, sondern immer um das Zusammenspiel aller drei Aspekte. Es geht um die Frage, wie unsere Ernährungssysteme in Zukunft aussehen sollen.
Um Landwirtschaft innerhalb planetarer Grenzen.
Um Biodiversität.
Um faire Arbeitsbedingungen und gerechte Wertschöpfung.
2020 wurde Slow Food Österreich in Salzburg gegründet – mit dem Ziel, der Bewegung auch hierzulande eine starke Stimme zu geben. Seither haben wir unter breiter Beteiligung unseres Netzwerks Kriterien erarbeitet, die klar definieren, was gut, sauber und fair in Österreich konkret bedeutet.
Denn eines hat sich seit 1986 nicht verändert: Die Überzeugung, dass Genuss und Verantwortung zusammengehören. Und dass eine zukunftsfähige Esskultur nur gemeinsam entstehen kann.
Foto: Slow Food International