12/05/2026
"Der starke Rückgang liegt vor allem an Österreichs Abhängigkeit von Wasserkraft, die rund 60 Prozent der gesamten heimischen Stromproduktion ausmacht. Die ersten Monate dieses Jahres waren bereits viel zu trocken, weswegen Wasserkraftwerke um rund ein Viertel weniger Strom geliefert haben."
Wir haben uns mit dem überproportionalen Ausbau der Wasserkraft selber in eine Sackgasse manövriert: Winterlücke, Speicherproblem und Anfälligkeit für Dürren. Und anstatt endlich einzusehen, dass es wirklich an der Zeit ist, endlich die Stromproduktion zu diversifizieren, predigen die TIWAG & die Tiroler Landesregierung unermüdlichen: noch mehr Wasserkraft!
Österreich galt in der EU lange als Vorzeigestaat in Sachen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Der Anteil war 2024 mit 86 Prozent höher als in fast allen anderen EU-Staaten. 2025 ist der Anteil von erneuerbaren Energien in Österreich um mehr als 18 Prozent gesunken – stärker als überall sonst in der EU. Gleichzeitig hat Österreich um 15 Prozent mehr Strom aus fossiler Energie produziert. Die Treibhausgasemissionen aus der heimischen Stromerzeugung sind deswegen um rund 40 Prozent gestiegen.
Der starke Rückgang liegt vor allem an Österreichs Abhängigkeit von Wasserkraft, die rund 60 Prozent der gesamten heimischen Stromproduktion ausmacht. Die ersten Monate dieses Jahres waren bereits viel zu trocken, weswegen Wasserkraftwerke um rund ein Viertel weniger Strom geliefert haben. Den größten Zuwachs bei erneuerbaren Energien gab es 2025 bei Photovoltaik-Anlagen, die vor allem im Sommer wichtig sind und dann oft einen Überschuss produzieren. Die Stromspeicher in Österreich sind dafür aber nicht ausreichend ausgebaut.
Der Ausbau von Windkraft geht währenddessen nur schleppend voran. Dabei wäre sie in Österreich eine wichtige Stütze im Energienetz, die auch in Trockenphasen und im Winter die Stromversorgung absichert. Wasserkraft ist seit Jahrzehnten die Stütze für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Doch Wasser wird auch in Österreich immer knapper. Deswegen braucht Österreich eine flexible und zukunftsfähige Stromversorgung.