23/05/2024
🌟 klassische Reitlehre vs. Reitpädagogik 🌟
Gestern feierte mein Herzenspferd bei mir ihren 17. Geburtstag. Sie ist nicht nur mein absoluter Liebling, sondern auch das Juwel meiner Reittherapie bzw Reitpädagogik. Viele Kinder, Jugendliche wie auch Erwachsene lieben sie mit ihrem Sein und genau so wie sie ist. Auch wenn gerade viele Dinge etwas Ungewiss sind, bilde ich mich natürlich nebenher stetig etwas weiter.
So habe ich am Montag ein weiteres Webinar zum Thema Sitz- und Körperschule von Team Zauberponys gehört und seitdem beschäftigt mich ein Thema noch mehr als es das eh schon immerzu getan hat.
Klassische Reitlehre gegenüber Reitpädagogik...
Ich habe als Kind reiten gelernt auf gut ausgebildeten Pferdis. Eines nach dem anderen in der Abteilung. Das war eine tolle Sache. Auch heute findet sich noch viel das Abteilungsreiten in den Reitställen, wobei ich leider zu oft sehe, dass die Pferde bis zur Brust ausgebunden sind und nur auf Kommando der Trainerin funktionieren. Ist das das heutige Reiten lernen, wie die Kinder es lernen sollen? Auch ich habe lange Wendy gelesen und ach...ich war total geflasht von ihren Pferden Dixie und Penny und heute frage ich mich, ob das ein gutes Vorbild für mich ist bzw war. Ist das Pferd nicht in diesem Fall viel eher ein reines "Sportgerät" als ein Kumpel?
Ich bin seit nun sehr genau fünf Jahren Reittherapeutin und ich habe in den Jahren viel gelernt - auch über mich selbst. Ich begleite im Rahmen der Reitpädagogik einige Kinder und Jugendliche, denen es nicht darum geht stumpf - so nenne ich es einfach mal - im Kreis zu reiten, sondern die mit ihrem Pferd harmonisch zusammen sein wollen. Da geht es um das Miteinander.
Wenn ich nun überlege, dass ich Audna bis zur Brust hin ausbinde, damit sie auf keine blöden Gedanken kommt, dann zeigt sie mir erst recht, was das für eine blöde Idee ist. Audna hasst es. Sie wäre definitiv kein Pferd für die klassische Reitlehre und gleichzeitig liebt sie die "Arbeit" mit den Kindern und passt sehr gut auf ihre Schützlinge auf. Auch bei emotionalen Kindern schafft sie es ein Gleichgewicht in die Emotionen zu zaubern. Ich bin stets beeindruckt.
Die meisten der Eltern und natürlich auch Kinder, verstehen meinen Ansatz und meine Herangehensweise in meiner Arbeit. Die wenigsten zählen die Minuten, in denen ihr Kind auf dem Pferderücken sitzt. Zu oft ist es dem Kind wichtiger Zeit mit seinem Pferd zu verbergen als exakt 25,5 Minuten auf dem Pferderücken zu sitzen.
Zu mir finden genau diese Kinder und Jugendlichen den Weg, die eine Partnerschaft mit ihrem Pferd möchten, denen es darum geht Abenteuer und Erlebnisse mit ihrem Pferd zu teilen. So oft erleben wir auf einem Spaziergang so viele schöne Momente und genau diese Momente sind der Grundstein für eine Weiterentwicklung der Kinder. Es geht um mehr als nur Zeit auf dem Pferderücken und genau das möchte ich an die Kinder und Jugendlichen weitergeben.
̈ferhund