08/06/2026
Presseaussendung vom Anti Atom Komitee für Euch zur Information!
WIDERSTAND GEGEN DEN ATOMAUSBAU: Es kann losgehen!
Während viele Länder den Ausbau Erneuerbarer vorantreiben, plant die Tschechische Republik einen beispiellosen Ausbau der Atomkraft, um damit vorgeblich seine fossilen Kraftwerke zu ersetzen. „Dieses Argument haben wir aber auch schon beim Bau von Temelín gehört“, sagt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee in Freistadt.
Den Anfang soll am Standort Dukovany eine Erweiterung um zwei Blöcke zu den bereits in die Jahre gekommenen und sicherheitstechnisch von Anfang an bedenklichen vier Reaktoren machen, um damit die Leistung des AKWs zu verdoppeln.
Für ein Bauwerk dieser Größenordnung braucht es klarerweise umfangreiche Vorbereitungen, aktuell angefangen mit geologischen Erkundungen. Als nächstes müssen zur Anlieferung der teils überdimensionalen Kraftwerkskomponenten die Verkehrswege tauglich für Schwertransporte dieser Größenordnung gemacht werden. Bis 2030 sollen so neue Straßen, Brücken und Umfahrungen gebaut, bestehende ausgebaut oder erneuert werden. Unter anderem soll auch für den Schiffstransport das Bett der Elbe ausgebaggert werden. Geschaffen werden müssen weiters Wohnungen für etwa 22.000 vorwiegend ausländische Fachkräfte und deren Familien samt einer Anpassung der Infrastruktur.
„Vom eigentlichen Kraftwerksbau ganz zu schweigen, werden allein diese Maßnahmen die Umwelt – und das nicht nur vor Ort – schon völlig verändern“, kommentiert Gerold Wagner.
Sollten die Reaktoren eines Tages in Betrieb gehen, entstehen durch die geringe Effizienz von AKWs obendrein und nur teilweise nutzbar kontinuierlich mehr als 4.000 Megawatt an Abwärme in die Umgebung.
Eine Erweiterung des AKWs um 2 Reaktoren, steht analog dazu auch in Temelín auf dem Programm. Hier sollen aber zusätzlich auch noch die von der Atomindustrie als Hoffnungsträger gesehenen sogenannten SMRs ins Spiel kommen, Reaktoren mit etwas weniger Leistung.
Auf einem Gelände neben dem Kraftwerk, dem „Nuklearpark Südböhmen“, sollen diese entwickelt und später gebaut werden. Auch wenn die bislang nur auf dem Papier existieren, dürfte eine Fabrik für „kleine“ aber doch hektargroße Reaktoranlagen sich jedenfalls nicht gerade in die Landschaft schmiegen. Darüber hinaus ist es nicht unwahrscheinlich, dass hier auch noch auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen könnte. Nur am Rande erwähnt seien außerdem Pläne zur Errichtung einer Verbrennungsanlage bei Temelín für gefährlichen Sonderabfall aus der Industrie.
Das Anti Atom Komitee freut sich schon seit längerem darauf, dass auch der oberösterreichische Umweltanwalt Martin Donat erste Schritte gegen diesen Wahnsinn setzt. Ihm liegt eine länderübergreifende Naturlandschaft offensichtlich sehr am Herzen und jedenfalls können dafür sicher bereits bestehende Kontakte nach Tschechien genutzt werden.
AKW Temelin: Foto von Czeva/wikimedia.org