31/05/2026
Gleisdorfer Blitz Open 2026 – Schach, Spannung und Dokl-Dinner
-----
Am 26. Mai ging im Gleisdorfer forumKloster wieder das alljährliche und inzwischen fast schon legendäre Gleisdorfer Blitz Open über die Bühne, das auch gleichzeitig als Steirische Landesmeisterschaft galt.
-----
Unter der souveränen Leitung von Maximilian Ofner, Michael „Mikey“ Missethan und als Schiedrichter Robert Kreisl und
Dominik Prem, lief das Turnier wie ein Schweizer Uhrwerk – oder zumindest deutlich präziser als die meisten unserer Zeitnotphasen.
-----
Wie jedes Jahr war Fürstenfeld mit einer starken Delegation vertreten. Allerdings galt das auch für den Rest des Teilnehmerfeldes. Schachfreunde aus der gesamten Steiermark und weit darüber hinaus pilgerten nach Gleisdorf, um sich beim wohl größten Blitzspektakel des Landes die Figuren um die Ohren zu hauen.
-----
Nach 13 kräftezehrenden Runden stand schließlich ein verdienter Sieger fest: Unser Staatsliga-B-Spieler IM Yevgeniy Roshka spielte ein nahezu perfektes Turnier und sicherte sich mit unglaublichen 12,5 Punkten aus 13 Partien den Turniersieg und damit Gold. Die Konkurrenz durfte sich höchstens damit trösten, einmal am Nachbarbrett gespielt zu haben.
-----
Den zweiten Platz holte FM David Schernthaner mit starken 10,5 Punkten. Rang drei ging an CM Chen Chicheng Leon, der mit 9,5 Punkten und sensationellen +208 Elo-Punkten für die wohl größte Überraschung des Turniers sorgte. Wer ihn vor dem Turnier nicht kannte, tat es spätestens danach.
-----
Auf Platz vier landete das Fürstenfelder Urgestein IM Manfred Freitag mit 9 Punkten. FM Nico Marakovits kämpfte sich gegen Ende noch einige Plätze nach vorne und belegte Rang sieben. Wer Nico kennt, weiß allerdings das er damit nicht ganz zufrieden war.
Weitere Fürstenfelder Platzierungen:
•
17. Platz: Pakina Varvara, die als Ehefrau des Siegers offenbar beschlossen hat, dessen Schachwissen Stück für Stück zu übernehmen.
•
26. Platz: Maximilian Harmtodt, unser Senkrechtstarter, der lange ganz vorne mitkämpfte, am ende leider etwas zurückviel.
•
31. Platz: Manuel Eibinger, der selbst in turbulenten Zeiten noch Zeit für ein Blitzturnier fand.
•
33. Platz: Kryvosheiev Nikita, der sich mit einem starken Endspurt noch weit nach vorne spielte.
•
37. Platz: Herbert Gölles, dessen Turnierfazit lautete: „Es hätte schlimmer kommen können.“
•
56. Platz: Qi Louis Yuxiang, der mit +56 Elo-Punkten durchaus zufrieden die Heimreise antreten konnte.
•
74. Platz: Alexander Harmtodt, der sich inzwischen längst als Organisator, Netzwerker und Drehscheibe des Fürstenfelder Schachs etabliert hat.
-----
Einmal mehr zeigte Gleisdorf eindrucksvoll, dass die Gerüchte,
dort sei „nichts mehr los“, schlicht und einfach falsch sind. Nach einem kurzen und etwas unglücklichen Ausflug in die Staatsliga B ist der Verein wieder voll in der steirischen Landesliga verankert und präsentierte sich als hervorragender Gastgeber eines erstklassigen Turniers.
-----
Natürlich ist das Gleisdorfer Blitz Open nicht nur ein sportlicher Höhepunkt. Kurz vor Ende der Transferphase wird traditionell auch abseits der Bretter intensiv gerechnet, spekuliert und hinter vorgehaltener Hand verhandelt. Manche Züge werden eben nicht auf dem Schachbrett gemacht. ;)
-----
Den gelungenen Abschluss bildete schließlich ein gemütliches Dokl-Dinner der Fürstenfelder Delegation, bei dem noch über vergebene Chancen, Zukunftspläne und vermutlich bereits die ersten Revanchen für das nächste Jahr angekündigt wurden.
-----
Fazit: Ein hervorragend organisiertes Turnier, starke Leistungen der Fürstenfelder Spieler, beste Werbung für den Schachsport – und ein weiterer Beweis dafür, dass Gleisdorf im steirischen Schachkalender weiterhin ein ganz großes Ausrufezeichen setzt.
-----
(Bericht: Herbert)