27/08/2026
Schachhauptstadt Linz
Vom 15. bis 23. August drehte sich im Oberbank Donauforum in Linz alles um die österreichischen Staatsmeisterschaften im Standardschach und um das parallel ausgetragene Oberbank-Challenger-Open. Gesamtpreisgeld war bei den Staatsmeisterschaften mit 14.800 EUR dotiert und beim Oberbank Challenger-Open um weitere 20.000 EUR. Also insgesamt 35.000 EUR. Richtig gelesen. Dabei handelt es sich es sich um ein Schachturnier. Dabei, das Who´s who der österreichischen Schachelite und mit dabei 5 Mitglieder des Schachklub Fürstenfeld. GM Dominik Horvath, IM Laurenz Borrmann, FM David Schernthaner, FM Julian Leitgeb und Daniel Kölber.
Bei den Staatsmeisterschaften wurde ein Rundenturnier mit 10 Teilnehmern gespielt.
GM Horvath als Nummer 1 gesetzt und IM Laurenz Borrmann als Nummer 10. Von Anfang an entwickelte sich eine spannende Meisterschaft. Die große Überraschung war aber der letztgesetzte IM Laurenz Bormann. In der entscheidenden achten Runde schließt Dominik an der Spitze zu Borrmann auf, der es gegen Kindermann verabsäumt eine Gewinnstellung fertig zu spielen und ihm schließlich ins Remis entgleitet. Die 9. Runde musste entscheiden. Im Kampf um den Titel wählt Laurenz gegen Dotzer in leicht besserer Stellung eine Abwicklung, die forciert zu einer Zugwiederholung führt und ihm die GM-Norm sichert. Ein sensationeller Erfolg für den eloschwächsten Teilnehmer des Turniers. Dominik bemüht sich gegen Schwabeneder lange um den Sieg, muss sich aber mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Die bessere Zweitwertung bringt ihm trotzdem die Titelverteidigung und somit Staatsmeister 2026 GM Dominik Horvath (Fürstenfeld) 2. Platz IM Laurenz Borrmann (Fürstenfeld) und 3. Platz IM Valentin Baidetskyi
Oberbank Open Challenger
Parallel dazu startete das Oberbank-Challenger-Open, das mit 117 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zahlreichen Ländern erneut stark besetzt war. An der Spitze der Setzliste standen IM Ruben Gideon Köllner aus Deutschland, IM Jakob Postlmayer und GM Gerald Hertneck. Auch die österreichischen Nachwuchsspieler David Schernthaner, Daniel Kristoferitsch und Julian Leitgeb zählten zum erweiterten Favoritenkreis. Für zusätzliche Spannung sorgte die besondere Bedeutung des Turniers: Die drei bestplatzierten Spieler mit österreichischer FIDE-ID erhalten das Recht, 2027 im Rundenturnier der Staatsmeisterschaft zu spielen. Auf den Sieger warteten so nebenbei 2.500 Euro, insgesamt wurden im Open 20.000 Euro ausgeschüttet. Mit FM David Schernthaner, Daniel Kölber und Fürstenfelder Lokalmatador FM Julian Leitgeb, haben sich als Stammspieler des SK Fürstenfeld und nicht nur Schachfreunde zur täglichen intensiven Vorbereitung in ein Appartement eingemietet. Und es sollte sich auszahlen. Von Beginn an war Julian und David im Spitzenfeld und Daniel im vorderen Mittelfeld zu finden. Runde für Runde das gleiche Bild, wobei Julian schon die Möglichkeit hatte eine Vorentscheidung zu treffen. Die 8. Runde. 9 Spieler hatten noch die Chance einen der begehrten Plätze (drei bestplatzierte Spieler) zu erreichen. Julian gegen IM Postlmayer. Im Fußball würde man sagen, Julian „erspielt“ sich einen Elfmeter, der von Innenstange zu Innenstange und doch nicht ins Tor geht. Leider nur Remis. So musste die letzte 9. Runde entscheiden, ob Julian im nächsten Jahr beim begehrten Rundenturnier der Österreichischen Meisterschaften dabei ist oder nicht. Das Auslosungsglück war leider auch nicht auf Julians Seite Mit IM Olga Badelka erwischte er noch dazu das schwerste Los von allen in der letzten Runde. Während Köllner und Stickler relativ friedlich remisierten, IM David Schernthaner gegen Wendl Philipp den Stärkeunterschied zeigte und IM Lokalmatador Jakob Postlmayer gegen den Deutschen auch keine Schwierigkeiten hatte, musste also Julian gewinnen. Kurz, um wieder in der Fußballersprache zu bleiben, fehlte ein Zentimeter für das erhoffte Ziel. Mit dem Remis erreichte Julian den undankbaren 4. Platz. Sportlich fair kommentierte Julian dann seine Leistung. Er hatte es selbst in der Hand, war mit seinen Partien zufrieden, remisierte gegen 4 Internationale Meister, und machte ein Eloplus von 29 Punkten und ein Preisgeld kam auch noch dazu. Der Fürstenfelder Stammspieler IM David Schernthaner profitierte dadurch und erreichte so den begehrten 3. Platz. Gratulation. Daniel Kölber erreichte Rang 15 von 117 Teilnehmern. Somit konnte sich der Schachklub Fürstenfeld auch über Gold und Silber bei den Staatsmeisterschaften und Bronze und leider nur Blech beim Challenger freuen.
Den Staatsmeistertitel der Frauen gewinnt IM Olga Badelka vor Veronika Exler und Lokalmatadorin Alina Donets. Übrigens landet IM Olga Badelka beim Challenger auch noch auf dem 6. Gesamtplatz.
Julian steckt den Kopf aber nicht in den Sand, denn nach 10 Stunden „Heimurlaub“ ging es nach Maria Saal zum Kadertraining des österreichischen Nachwuchses. Trainiert wird der Kader übrigens vom Spitzenspieler des Schachklub Fürstenfeld GM Ferenc Berkes. Weiter geht es mit Freunden und Trainingskameraden zum Schachopen nach Triest und danach gleich nach Spanien zum Open Sestao Basque Country. Auch Mama Silke wird sehr gefordert sein. 😊
Fotos: Johanna Seiser, Chris Holzinger, Peter Kranzl