11/05/2026
Schon beim Ankommen wurde deutlich: Dieser Abend war mehr als eine klassische Ausstellungseröffnung. Es ging um Begegnung, Geschichten – und um das, was Menschen miteinander verbindet.
Geschäftsführer Wolfgang Grabher griff in seiner Eröffnungsrede genau diesen Gedanken auf. Der Titel der Ausstellung sei treffend gewählt, denn viele Herausforderungen im Leben seien „nicht einfach, sondern doppelt verwoben“. Diese Vielschichtigkeit präge auch den Alltag der Menschen, die sich an Kaplan Bonetti gemeinnützige GmbH wenden – und zeige, wie wichtig Orte des Austauschs, des Verständnisses und neuer Perspektiven sind.
Eine tiefere, beinahe poetische Annäherung an das Werk von Marisa Kathan bot Gabi Bösch. Sie führte das Publikum in eine Bildwelt ein, die stark von Naturerfahrungen geprägt ist. Farben, Formen und Erinnerungen verdichten sich in den Arbeiten zu einer „Fülle, die bleibt“ – zu Eindrücken, die sich über Jahre hinweg festsetzen und künstlerisch Ausdruck finden.
Besonders eindrücklich beschrieb sie den Entstehungsprozess der Werke: Schichten werden aufgetragen, überdeckt und wieder freigelegt. Verborgenes wird sichtbar – ähnlich wie Erfahrungen, Brüche und Entwicklungen im Leben Spuren hinterlassen und Menschen prägen.
So entstehen Bilder, die an „mehrfach gewobene Teppiche“ erinnern – komplex, vielschichtig und voller Geschichten. Sie erzählen von Vergangenheit und Gegenwart, von Verlust und Hoffnung, von dem, was war, und dem, was bleibt.
Die Ausstellung ist noch bis Herbst 2026 in der Kantine von Kaplan Bonetti zu sehen und jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr für Besucher:innen und Kunstinteressierte geöffnet.