01/08/2026
📣 Die Hochschüler*innenschaft Österreichischer Rom*nja (HÖR) verzichtet heuer erstmals seit ihrer Gründung auf die jährliche Gedenkkundgebung am Ceija-Stojka-Platz in Wien Neubau. Mit diesem bewussten Schritt protestiert der erste Jugendverein der Volksgruppe gegen das jahrzehntelange Ausbleiben eines zentralen Denkmals für die im NS ermordeten Rom*nja und Sinti*zze in Wien.
Seit mehr als einem Jahrzehnt erinnern junge Rom*nja und Sinti*zze, Überlebende des Genozids sowie ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen jährlich am Ceija-Stojka-Platz an den nationalsozialistischen Völkermord, bei dem 90% der Volksgruppe der Roma ermordet wurden. Die HÖR beteiligt sich seit ihrer Gründung an diesem Gedenken und setzt damit ein Zeichen gegen das Vergessen.
„Heuer ist das anders. Heuer stehen wir nicht auf diesem Platz“, erklärt die HÖR.
Nach jahrelangem Einsatz von Organisationen wie der HÖR, sowie zahlreichen Aktivist*innen wurde der 2. August im Jahr 2024 vom Nationalrat als nationaler Gedenktag anerkannt. Bereits zum zweiten Mal begeht die Republik Österreich den Gedenktag mit einer offiziellen Kranzniederlegung durch den Präsidenten des Nationalrats. Die jüngste Generation der Volksgruppe prangert an, das Gedenken mit Walter Rosenkranz (FPÖ) sei unmöglich, weil dessen Partei von ehemaligen NS-Funktionären gegründet wurde.
Am Ceija-Stojka-Platz stellt die HÖR am 2.8.2026 ab 18 Uhr Kerzen für Passant*innen bereit, die als Zeichen des Gedenkens und gegen das Vergessen entzündet werden können. An die über 4.000 Rom*nja und Sinti*zze, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August in Auschwitz ermordet wurden, wird außerdem im Stephansdom in Wien erinnert. Das Gedenken wird von zahlreichen Organisationen der Rom*nja und Sinti*zze veranstaltet.