Wenn man an Kenia denkt, denkt man zuerst an Safaris mit Elefanten, Löwen, Nashörnern und an den weißen Strand von Diani Beach. Nur ein paar Autostunden westlich der klimatisierten All-Inclusive-Hotels mit Pools und allen Annehmlichkeiten, die man sich vorstellen kann, leben die Menschen ohne Strom und ohne fließendes Wasser, meistens in einfachen Lehmhütten. Hier, etwa 80km südwestlich vom Mombas
a, im Kwale-Bezirk, kommt nie ein Tourist vorbei. Die Menschen leben in kleinen Dörfern zusammen und leben von dem, was sie auf dem eigenen Feld anbauen - meistens Mais. Die tägliche Wasserration wird mit großen gelben Plastikkanistern in langen Fußmärschen vom kilometerweit entfernten Brunnen geholt. Wer einen eigenen Wasseranschluß sein eigen nennen kann, gehört hier bereits zu den "Reichen" eines Dorfes. Hunger und Durst sind in dieser Region von Kenia noch kein Problem, auch wenn die Dürreperioden immer länger werden und in der Regenzeit der Niederschlag merklich weniger wird. Es gibt in fast allen Dörfern eine staatliche "Primary School", aber die vom Staat bereitgestellten Mittel für Lehrer und Bücher versickern zu einem Großteil in der korrupten Staatsmaschinerie und kommen in den Schulen nie an. Ein weiteres Problem ist der Lehrermangel. Je weiter die Schulen von der Küste entfernt sind, desto schwieriger ist es für eine Schule,
Lehrer zu finden. Schulklassen mit 100 Kindern in EINER Klasse sind keine Seltenheit. Fehlanzeige. Mit Glück können die Kinder mal einen Blick in eines der wenigen Schulbücher in der Schul"bibliothek" werfen, aber sie dürfen es nicht mit nach Hause nehmen.Wir haben die Primary Schools der Dörfer Mteza, Mbuguni und Vyongwani zum ersten Mal 2010 zusammen mit Freunden besucht, die diese Schulen und die Dorfbewohner bereits unterstützen. Und wir haben entschieden, dass wir uns hier ebenfalls engagieren wollen. Zurück zu Hause haben wir Freunden und Bekannten von unseren Eindrücken berichtet und die ersten Sammelaktionen für Kleidung und Spielsachen gestartet. Zunächst haben wir damit in den eigenen Spielzimmern und Kellern oder Dachböden begonnen und dann immer mehr Menschen aus dem privaten oder beruflichen Umfeld mit unserer Idee angesteckt. Seit 2011 sammelt sogar eine Kindertagesstätte aus Rheda-Wiedenbrück regelmässig für uns und wir haben verschiedene Unternehmen gewinnen können, uns Sachspenden zur Verfügung zu stellen. Was vor allem überzeugt hat, war, dass wir alle Spenden persönlich nach Kenia transportieren und so dafür sorgen, dass die Spenden ohne Umwege bei den Menschen ankommen, die sie benötigen. Aber wir wollen noch mehr erreichen. Zum Beispiel Schulbücher und Strom für die Schulen, bessere Klassenräume, mehr Schultoiletten...alles Ziele, für die wir finanzielle Ressourcen benötigen, die über unsere eigenen Möglichkeiten hinausgehen und die wir nur erreichen können, wenn wir in Deutschland als gemeinnütziger Verein eingetragen sind. Dieses Ziel haben wir am 27.09.2012 erreicht: "Sahibu Kenia e.V." ist ab sofort vom Finanzamt Gütersloh als gemeinnützig anerkannt.