Österreichische Gesellschaft für Exilforschung - öge

  • Home
  • Österreichische Gesellschaft für Exilforschung - öge
Website

Österreichische Gesellschaft für Exilforschung - öge The Austrian Society for Exile Studies organizes, disseminates and promotes events and research about exile, flight, resistance and forced migration

22/10/2026

Die Widerstandskämpferin Mélanie Berger-Volle ist in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2026 im 106. Lebensjahr verstorben.

Als Jugendliche engagierte sich Mélanie Berger in Wien gegen die Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur und die österreichischen Nationalsozialist*innen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland floh sie im Alter von 16 Jahren – als Jüdin und Kommunistin doppelt gefährdet – mit nur 70 Schilling im Rucksack über Belgien bis in den Süden Frankreichs. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs musste ihre Widerstandgruppe von Exilösterreicher*innen erneut im Untergrund arbeiten, 1942 wurde Mélanie Berger verhaftet. In einer halsbrecherischen Aktion entkam sie aus dem Gefängnis in Marseille und schloss sich der Résistance an.

Mélanie Berger engagierte sich jahrzehntelang in der Erinnerungsarbeit. Sie wurde mit den höchsten französischen und österreichischen Orden geehrt, zuletzt trug sie im Vorfeld der Sommerspiele 2024 in Paris das Olympische Feuer.

Dem Dokumentationsarchiv gab Mélanie Berger bereits in den 1980er Jahren Interviews über ihr Leben. Vor zwei Jahren besuchte sie uns nochmals in Wien und sprach am DÖW mit über 50 Schüler*innen.

Mélanie, danke, dass du getan hast, was du tun musstest und, was viel zu wenige gewagt haben. Und danke, dass du uns davon erzählt hast!

Ein Nachruf von DÖW-Historikerin Linda Erker: https://www.doew.at/neues/wir-trauern-um-melanie-berger-volle

13/10/2026

[𝐞𝐯𝐞𝐧𝐭] Digitales Symposium des LastSeen-Projekts mit Michaela Raggam-Blesch
15. Oktober 2026, 16:00-17:30 Uhr
Anmeldung erforderlich.

Zum Gedenken an die Deportierten und um den aktuellen Wissensstand zu den Herbstdeportationen zusammenzuführen, veranstaltet das Projekt LastSeen im Wintersemester 2026/27 eine Reihe von Online-Vorträgen. Sie widmet sich der lokalen Deportationsgeschichte(n) im Deutschen Reich im Herbst 1941, bevorzugt mit Fokus auf mögliche visuelle Quellen.

In der kommenden Sitzung wird unsere stellvertretende Zentrumsleiterin Michaela Raggam-Blesch über den Beginn der reichsweiten Deportationen im Herbst 1941 aus Wien sprechen. Philipp Dinkelaker wiederum wird sich in seinem Vortrag mit dem Sammellager in der Synagoge in der Berliner Levetzowstraße auseinandersetzen.

Sämtliche Informationen zum Digital-Symposium und alle weiteren Termine findet ihr hier: https://www.lastseen.org/lastseen-digitales-colloquium

Den Link zur Anmeldung gibt es hier: https://www.lastseen.org/anmeldung

05/10/2026

🌫🌫🌫 // Die Woche im Literaturhaus Wien //

DI 6.10. um 19:00
¡Premiere! // DURCH NEBEL UND NACHT // Nathalie Rouanet // In ihrem neuen Roman erzählt Rouanet, inspiriert von den Erfahrungen ihres Großvaters, von Mut, Zusammenhalt und Verlust in einer Zeit existenzieller Bedrohung. Zugleich stellt sie die Frage nach dem familiären Erinnern und dem Schweigen über die Vergangenheit. Die 1966 in Frankreich geborene Autorin, Übersetzerin und Slammerin lebt seit 1990 in Wien. Im Gespräch mit der Ö1 Journalistin und Literaturkritikerin Julia Zarbach stellt Nathalie Rouanet ihren neuen Roman vor.

DO 8.10. um 19:00
¡Präsentation | Gespräch! // DIE GESCHICHTE DER KINDERTRANSPORTE 1938/39 // In den Jahren 1938 und 1939 flohen über 10.000 Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei nach Großbritannien, um der Verfolgung durch die N***s zu entkommen. Diese als „Kindertransporte” bekannte Aktion wurde lange Zeit vorbehaltlos als humanitäre Rettung gefeiert – doch hinter den vielen Geschichten der Geretteten verbargen sich auch negative Erfahrungen. Diesem Aspekt widmet sich die Exilforscherin Andrea Hammel (Professorin für Deutsch und Direktorin des Centre for the Movement of People an der Aberystwyth University/Wales in ihrem Buch. Eine Veranstaltung der Österreichischen �Exilbibliothek// Präsentation auf Deutsch: Andrea Hammel // Gespräch auf Englisch: Andrea Hammel, Beatrice Segal und Jacob Segal // Moderation: Veronika Zwerger

Zu // Programm-Veranstaltungen // dem Livestream auf der Literaturhaus-Website // siehe https://www.literaturhaus-wien.at/programm/veranstaltungen/

23/09/2026
Am Samstag!
16/09/2026

Am Samstag!

16/09/2026

📚 Literature at the LBI: Franz Werfel
Franz Werfel (1890–1945) was one of the most celebrated novelists, poets, and playwrights of the German-speaking world in the first half of the twentieth century.

Born in Prague, Werfel became known for his humanist writing and his willingness to confront injustice. His best-known novel, The Forty Days of Musa Dagh (Die vierzig Tage des Musa Dagh), brought international attention to the Armenian genocide of 1915 and remains one of the earliest literary works to document the persecution of an entire people.

During the First World War, Werfel's outspoken pacifism was so controversial that he was charged with treason. In 1929, he married Alma Mahler, the widow of composer Gustav Mahler and architect Walter Gropius. Together they fled Austria after the N**i annexation in 1938, escaping through France and Spain before reaching the United States in 1940.
This photograph, taken in California in 1945, shows Franz Werfel with Alma Mahler and literature professor Adolf D. Klarmann.

The Leo Baeck Institute preserves photographs and archival materials documenting Werfel's life and the wider community of German-speaking writers and intellectuals who rebuilt their lives in exile.

📸 Franz Werfel, Alma Mahler, and Adolf D. Klarmann, California, 1945. Leo Baeck Institute Photo Collection, F 11139.

15/09/2026
15/09/2026

GEMEINSAMES EUROPÄISCHES ASYLSYSTEM (GEAS)

Was ändert sich für Schutzsuchende in Österreich?

Kostenloses Online-Webinar mit Rechtsanwalt
Dr. Norbert Kittenberger, BA

📅 Donnerstag, 17. September 2026
🕕 18:00–20:00 Uhr
💻 Online
🗣️ Sprache: Deutsch

THEMEN:
• Neue Formen des internationalen Schutzes & neue Aufenthaltstitel
• Neue Verfahrensregeln und Verfahrensarten
• Neue Beschwerdefristen
• Recht auf Verbleib & aufschiebende Wirkung
• Arbeit während des Asylverfahrens
• Familienzusammenführung: neue Rechtslage & offene Fragen

ZIELGRUPPE:
Vereinsfunktionär:innen, Community-Organisationen, Sozialarbeiter:innen, Jugendarbeiter:innen, Pädagog:innen, Berater:innen, ehrenamtlich Engagierte sowie alle Interessierten.

🎙️ Vortrag: Dr. Norbert Kittenberger, BA
Rechtsanwalt für Asyl-, Fremden- und Staatsbürgerschaftsrecht

🎤 Moderation: Shokria Rezai
Sport- und Kulturverein NEUER START

KOSTENLOS ANMELDEN

Anmeldung bis 16. September 2026

https://forms.cloud.microsoft/e/12Njst3bhu

Der Zugangslink zum Webinar wird nach der Anmeldung zugesandt.

Eine Veranstaltung von NEUER START in Kooperation mit VIDC.

23/08/2026

Join in online for “Kindertransport and W.G. Sebald: Historiography, Literature, and Place 25 Years On,” a special workshop exploring the intertwined legacies of the Kindertransport and the work of acclaimed German writer W.G. Sebald, with particular attention to his life and presence in Northeast England.

Hosted by the book review co-editors of Central European History, the workshop will bring together scholars to discuss historiography, literature, memory, and place, as part of preparations for a special review issue of the journal.

📅 September 5, 2026
🕘 9:30 a.m.–2:30 p.m. EST
💻 Online via Webex
🎟️ Registration is free: https://wmich.webex.com/weblink/register/rfb0e7807e1f7af64a3d75c6542594dab

Whether you are a scholar, student, researcher, or simply interested in Central European history, literature, and memory, all are welcome to participate. Please feel free to share this event with colleagues and organizations who may be interested!

16/08/2026

Hermann Leopoldi war ein bedeutender österreichisch-jüdischer Komponist, Kabarettist und Klavierhumorist. Er wird am 15. August 1888 in Wien geboren und begeistert sich schon früh für die Musik. Sein erstes Engagement als Pianist erhält er bereits als Jugendlicher 1904. Auch nach dem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg macht er weiter Musik, komponiert Lieder und tritt auf Kleinkunstbühnen auf. Noch 1937 wird er dafür mit dem silbernen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Ein Jahr später, am 31. Mai 1938, verschleppen die Nationalsozialisten ihn in das Konzentrationslager Dachau und von dort im September ins KZ Buchenwald.

Dort befiehlt Lagerführer Arthur Rödl im Winter 1938 einen Musikwettbewerb. Er will, dass auch Buchenwald ein „Lagerlied“ hat, wie es sie bereits in anderen Lagern gibt. Die Nationalsozialisten nutzen Musik im KZ, um ihre Macht zu demonstrieren. Beispielsweise müssen die Häftlinge zur Unterhaltung der N***s musizieren oder beim Appell singen. Gleichzeitig ist Musik für viele Häftlinge eine Überlebensstrategie. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in dem „Buchenwaldlied“ wider, welches den Wettbewerb gewinnt. Hermann Leopoldi schreibt es gemeinsam mit Fritz Löhner-Beda, ebenfalls ein begabter Künstler. Dass das Lied somit von zwei Juden geschrieben ist, wird vertuscht.

An einem Dezemberabend müssen alle Häftlinge das Lied einüben. Jedes Mal, wenn Lagerführer Rödl nicht zufrieden ist, müssen sie von vorn beginnen. Vier Stunden lang singen rund 11.000 Häftlinge in der Winterkälte zum Vergnügen betrunkener SS-Männer. Die Melodie klingt nach einem unbeschwerten Volkslied. Doch im Text erkennt man, dass Hermann und Fritz das Lied vor allem für die Häftlinge geschrieben haben. In der letzten Strophe heißt es:

„[…] wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!“

Für Hermann Leopoldi sollte sich das bewahrheiten. Im Februar 1939 kann er Buchenwald verlassen, nachdem seine in den USA lebende Frau eine Bürgschaft für ihn organisiert hat. Anfang März reist er in die USA, wo er seine Karriere wieder aufnimmt. 1947 kehrt er zurück nach Wien. Fritz Löhner-Beda überlebt die Verfolgung durch die Nationalsozialisten nicht.

Address

Rooseveltplatz 2

1090

Alerts

Be the first to know and let us send you an email when Österreichische Gesellschaft für Exilforschung - öge posts news and promotions. Your email address will not be used for any other purpose, and you can unsubscribe at any time.

Shortcuts

  • Want your organization to be the top-listed non profit organization?

Share