24/04/2026
Heute, am 24. April, gedenken wir der Märtyrer, die beim Genozid von 1915 ihr Leben verloren haben. Dieses Datum steht symbolisch für den Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung der Armenier sowie der Suryoye (Aramäer/Assyrer) im Osmanischen Reich. Es ist ein Tag der Trauer, des Erinnerns – aber auch der Mahnung, dass sich solches Unrecht niemals wiederholen darf.
Der sogenannte Genozid fand in weiten Teilen des damaligen Osmanischen Reiches statt, insbesondere in den Regionen Tur Abdin (Midyat, Nusaybin und İdil), Mardin, Diyarbakır, Hakkari, Urfa sowie rund um den Van. Auch in angrenzenden Gebieten wie dem heutigen Syrien, Irak und Persien (insbesondere Urmia) waren Christen von Verfolgung und Gewalt betroffen – sei es auf der Flucht oder durch direkte Angriffe.
Während der Massaker im Jahr 1915 im Tur Abdin (Midyat, Nusaybin und Idil) lebten etwa 40 Familien im Sederi, etwa 40 Familien in Badibe und etwa 20 Familien in Harabemishka. Die Einwohner von Sederi und Harabemishka zogen während der Angriffe nach Badibe, da das Dorf hoch gelegen ist und das gesamte Tur Izlo Gebiet überblickt.
Am 1. August griffen die Feinde die Suryoye in Badibe an. Unter den Anführern, die mutig an vorderster Front kämpften, waren Denho beth Kajjo und sein Neffe Gallo di Nisane aus Arbo sowie weitere Kämpfer aus Badibe. Sie verteidigten ihr Volk mit großer Standhaftigkeit und gaben trotz der schweren Kämpfe nicht auf. Unterstützung erhielten sie auch vom Mor Malke Kloster im Tur Izlo, von wo aus täglich 100 bewaffnete Männer entsandt wurden, um ihre Brüder zu unterstützen.
Der Kampf um Badibe dauerte 15 Tage. Am 15. Tag, dem Fest der Mariä Himmelfahrt, geschah ein Wunder: Die Suryoye, die in Badibe Zuflucht gefunden hatten, beteten gemeinsam mit den Priestern in der Sankt-Maria-Kirche und baten Gott um Beistand. Als das Gebet beendet war, stellten sie fest, dass die Feinde abgezogen waren – und sie den Kampf überlebt hatten.
Wir werden unsere tapferen Helden niemals vergessen. Möge Gott ihre Opfer und ihren Mut vergelten. Ihr Andenken lebt in uns weiter.
#1915