Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Tölz

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Impressum:

Bund Naturschutz Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen
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Web: https://bad-toelz.bund-naturschutz.de/

Eingetragen im Vereinsregister Nr. 834 AG München Registergericht
1. Vorsitzender: Friedl Krönauer
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24/05/2026

Die meisten Menschen hören den Schwarzspecht jahrelang, bevor sie ihn sehen. Das Hämmern klingt, als würde jemand mit einem Stock auf einen toten Baum einschlagen.

Dann landet er auf einem Stamm drei Meter entfernt — und die Reaktion ist immer dieselbe.

Er ist so groß wie eine Krähe. Jeder andere Specht am Futterplatz passt in eine Hand. Das Gehirn baut eine Vorlage aus Kleinen und Großen Buntspechten: Specht bedeutet klein. Der Schwarzspecht bricht diese Vorlage.

Die rechteckigen Löcher in toten Bäumen stammen von ihm. Kein anderer heimischer Specht schlägt diese Form. Und die Höhle, die er zum Brüten anlegt, wird nach seinem Auszug zur umkämpftesten Adresse im Wald — Arten, die selbst nicht graben können, sind auf die Höhlen angewiesen, die er zurücklässt. Hohltauben, Raufußkäuze, Dohlen, Fledermäuse, Siebenschläfer.

Der tote Baum, an dem er arbeitet, ist das produktivste Objekt im Garten. 🌿

In unserem Landkreis sieht es ganz ähnlich aus...
18/05/2026

In unserem Landkreis sieht es ganz ähnlich aus...

18/05/2026

DIE MEISTEN "RETTUNGEN" TÖTEN DAS TIER, DAS IHR ZU RETTEN VERSUCHT.
Lernt, wann ihr helft — und wann ihr weitergeht.

IN RUHE LASSEN (das ist NORMAL):

Rehkitz liegt still im Gras — die Ricke ist auf Futtersuche, kommt zurück. Das Kitz hat kaum Eigengeruch (Raubtierschutz). Stundenlang reglos = normales Instinktverhalten. Aktion: Weggehen, Hunde fernhalten, nach 24 Stunden prüfen.

Befiedeter Jungvogel hüpft auf dem Boden — vollständig befiedert, lernt fliegen. Eltern in der Nähe, füttern weiter. Diese Phase dauert 1-2 Wochen. Aktion: Katzen drinnen lassen, Vogel in Ruhe lassen.

Wildkaninchen-Nest im Garten — Mutter besucht nur 2x täglich zum Säugen. Das Nest sieht verlassen aus = normal. Junge sind in Ordnung, wenn sie warm und aktiv sind. Aktion: In Ruhe lassen, mit Stöcken markieren um zu prüfen, ob gestört.

Igel tagsüber liegend — Igel im Tageslicht sind zwar ein Hinweis auf Stress, aber nicht automatisch krank. Erst beobachten, dann entscheiden. Wenn er sich bei Berührung einrollt und aktiv wirkt: in Ruhe lassen. Aktion: Beobachten aus Abstand, Wasser anbieten.

Erdkröte überquert Straße während Laichzug — kennt ihr Ziel, weiß, wo sie hingeht. Zurücktragen = sie versucht es erneut. Aktion: In Fahrtrichtung tragen, mindestens 10 Meter hinter dem Straßenrand absetzen.

SOFORT EINGREIFEN:

Blutend oder sichtbar verletzt — gebrochener Flügel, tiefe Wunde, kann nicht stehen. Aktion: NABU oder Wildtierstation anrufen, in Schachtel transportieren.

Nackter Jungvogel auf dem Boden — aus dem Nest gefallen, braucht Hilfe. Aktion: Wenn Nest zugänglich, zurücklegen. Wenn nicht, Wildtierstation anrufen.

Verwaist (Elterntier nachweislich tot) — totes Elterntier sichtbar, Junge kalt, schwach, schreien anhaltend. Aktion: Wildtierstation sofort anrufen.

Katzenangriff (auch ohne sichtbare Verletzung) — Katzenspeichel ist für Vögel und Kleinsäuger giftig. Tod durch Infektion ohne Antibiotika in 24-48 Stunden. Aktion: Sofort zur Wildtierstation transportieren.

In akuter Gefahr — Straße, Gartenpool, kann Raubtier nicht entkommen. Aktion: In Sicherheit bringen, dann einschätzen.

Jungtier seit 24+ Stunden allein — aus der Distanz beobachtet, kein Elternteil zurückgekehrt. Aktion: Wildtierstation anrufen.

SO TRANSPORTIERT IHR:
✓ Kartonschachtel mit Luftlöchern
✓ Handtuch auf dem Boden (keine bloßen Hände am Tier)
✓ Dunkel, ruhig, warm (Wärmflasche in Handtuch bei Bedarf)
✓ Kein Futter, kein Wasser (kann zu Einatmen führen)
✓ Innerhalb weniger Stunden zur Wildtierstation

NIEMALS:
❌ Jungtiere füttern (falsche Nahrung tötet)
❌ Wasser geben (kann einatmet werden)
❌ Über Nacht behalten "um zu sehen ob es sich bessert"
❌ Versuchen, es selbst aufzuziehen

KONTAKT: NABU-Artenschutzhotline, lokale Wildtierstation oder Tierheim mit Wildtieraufnahme.

Im Zweifel: ZUERST WILDTIERSTATION ANRUFEN, dann handeln.
Die meisten "Notfälle" sind keiner. Die meisten "gesunden" Tiere brauchen Hilfe. 🌿

18/05/2026

Ihr seid heute Morgen in den Garten gegangen und habt ein Netz zerstört, das Stunden gedauert hat zu bauen. Bis heute Abend wird die Spinne die alte Seide gefressen, das Protein recycelt und die gesamte Struktur von Grund auf neu gebaut haben.

Das passiert die ganze Saison über.

Die Wespenspinne — die große, gelbschwarz gestreifte Spinne mit dem Zickzack-Stabilimentum in der Netz-Mitte — fängt einen kontinuierlichen Strom von Schadinsekten rund um die Uhr. Nachtfalter, die sonst Eier an euren Tomaten gelegt hätten. Mücken. Zikaden. Fliegen. Käfer. Alles, was die Seide berührt, löst eine Vibration aus, die sie sofort liest. Sie eilt zum Kontaktpunkt, wickelt die Beute ein und verstaut sie.

Sie baut die meisten Nächte ein neues Netz — nimmt das alte ab, recycelt die Seide, spinnt eine frische Falle. Kein Pestizid, das man kaufen kann, arbeitet kontinuierlich, baut sich selbst neu auf und kostet nichts.

Die Wespenspinne jagt euch nicht. Sie will nicht in eurem Haus sein. Sie ist nicht aggressiv und beißt nicht, es sei denn, sie wird physisch festgehalten. Das Netz ist die gesamte Operation — sie baut es, überwacht es und jagt von dort.

Die Spinne mit dem Zickzackmuster in der Netzmitte ist oft die erste, die Menschen entfernen. Sie ist auch diejenige, die die Nachtfalter fängt, deren Raupen im Herbstgarten den meisten Schaden anrichten.

So könnt ihr sie arbeiten lassen:
Wenn ein Netz im Weg ist, darunter durchgehen oder den Ankerpunkt mit einem Stock vorsichtig verlagern — sie passt das Netz über Nacht an.
Ein Netz nahe dem Gemüsegarten oder einer Außenlampe befindet sich in der produktivsten Position überhaupt — lassen.
Die große Spinne in der Mitte ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit harmlos für euch. Sie steht an ihrem Posten.
Wenn ihr eingewickelte Pakete im Netz seht: das ist der Vorrat — Mücken, Fliegen und Käfer, die bereits gefangen sind.

Sie baut es heute Nacht wieder auf. Vielleicht dieses Mal lassen. 🌿

04/05/2026

Die Gehölz-Abteilung im Gartencenter ist größtenteils mit Zierarten bestückt — Pflanzen, die dichte Hecken bilden, immergrün sind und beim Kauf beeindruckend aussehen.

Das Problem: Viele der meistverkauften Heckenpflanzen Deutschlands sind für die heimische Fauna weitgehend wertlos. Eine Thuja-Hecke von zehn Metern Länge beherbergt in einem Jahr weniger Insekten als ein einziger alter Weißdornstrauch in einer einzigen Woche. Was dein Grundstück abschirmt, ernährt nichts.

Die heimischen Alternativen schirmen genauso zuverlässig ab. Sie ernähren dabei Hunderte von Arten.

Fünf Tauschpaare für den deutschen Garten:

Thuja (Thuja occidentalis und Thuja plicata) → Hainbuche (Carpinus betulus). Gleiche dichte Hecken-Eignung, laubabwerfend aber braune Blätter bleiben bis Frühjahr. Hainbuche beherbergt über 180 Insektenarten. Thuja: unter zehn. Schnitt zweimal jährlich, nach dem Schnitt undurchdringlich.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) → Schlehe (Prunus spinosa) oder Weißdorn (Crataegus monogyna). Kirschlorbeer ist in Deutschland regional invasiv — seine Beeren werden von Vö**ln verbreitet, die Keimlinge dominieren Waldböden. Schlehe und Weißdorn bieten stattdessen Nistschutz, Blüte im März für Frühbestäuber und Früchte für Drosseln im Winter.

Forsythie (Forsythia × intermedia) → Kornelkirsche (Cornus mas). Gleiche frühe Gelb-Blüte, aber heimisch. Kornelkirsche blüht noch früher als Forsythie — erste Hummelnahrung im Februar. Früchte essbar, für Vögel hochattraktiv.

Rotahornhecke (Acer platanoides 'Crimson King') → Feldahorn (Acer campestre). Gleiche Heckeneignung, heimisch, beherbergt über 50 Insektenarten. Feldahorn-Flügelfrüchte sind Nahrung für Finken und Meisen.

Schneebeere (Symphoricarpos albus) → Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Gleiche Beeren-Optik im Winter, aber heimisch. Pfaffenhütchen ernährt Spinnmilben-Vertilger und bietet Nistplatz für Heckenbraunellen.

Für jede ökologisch tote Hecke gibt es eine lebendige Alternative. Sie braucht nur jemanden, der sie zeigt.

04/05/2026
04/05/2026

Ein Ei im Garten gefunden — und nicht sicher, wem es gehört? Farbe, Größe und Fundort reichen in den meisten Fällen aus, um die Art zu bestimmen. 🥚

Ein einzelnes Ei am Boden ist nicht zwangsläufig verlassen. Elster, Eichelhäher oder Rabenkrähe können es aus dem Nest verschleppt haben. Ein Ei unter einem dichten Strauch im April kann der Beginn einer Gelege sein, mit dem das Weibchen noch nicht angefangen hat zu brüten — viele Arten legen vier bis sechs Tage lang täglich ein Ei, bevor sie mit dem Brüten beginnen.

Was man wissen sollte, bevor man etwas anfasst:

Ein blaugrünes ungeflecktes Ei unter einer Hecke ist wahrscheinlich von der Amsel oder Heckenbraunelle — das Nest liegt höchstwahrscheinlich im Umkreis von zwei Metern.

Ein weißliches Ei mit feinen rötlichen Flecken in einer Baumhöhle oder einem Nistkasten stammt von der Blaumeise oder dem Rotkehlchen — der Nistkasten in der Nähe ist besetzt.

Ein getarntes graubraun geflecktes Ei auf dem Boden im Gras gehört der Feldlerche — niemals aufheben. Sie ist eine geschützte Art, die am Boden brütet.

Ein sauber aufgebrochenes Ei am Boden deutet auf Prädation durch Elster oder Eichelhäher hin — die Eltern werden einen neuen Versuch starten. 🐦

Das entscheidende Detail ist die Wärme. Ein warmes Ei wurde kürzlich bebrütet — die Eltern sind in der Nähe und kommen zurück. Ein seit Stunden kaltes Ei aus einem verlassenen Gelege lässt sich ohne professionellen Inkubator nicht mehr retten.

Im Zweifel: vor jedem Eingriff den NABU kontaktieren — nabu de oder den lokalen NABU-Verband vor Ort. 🌿

Jedes Ei, das in Ruhe gelassen wird, ist eine Chance auf Leben.

Liebe Mitglieder, Aktive, Freunde und Interessierte, und schon ist´s wieder rum dieses Jahr, gefühlt viel zu schnell, ab...
23/12/2025

Liebe Mitglieder, Aktive, Freunde und Interessierte,

und schon ist´s wieder rum dieses Jahr, gefühlt viel zu schnell, aber wenn man es dann R***e passieren lässt, merkt man, dass ganz schön viel los war.

Sämtliche der jährlich wiederkehrenden Aufgaben der Kreisgruppe, von der Amphibiensammlung über die Umweltbildung bis zur Pflege der Streuwiesen wurden brav abgearbeitet und die vielen Projekte im Landkreis und explizit in den Ortsgruppen stießen auf große Resonanz. Und dann gibt´s die zahlreichen „unvorhergesehen“ Ereignisse, wie beispielsweise laichende Amphibien in einem öffentlichen Schwimmbad oder kurzfristig angesetzte Baumfällungen, die uns auf Trab halten. Jede Maßnahme für sich genommen überschaubar, in der Summe ein beachtlicher Aufwand. Dies alles lässt sich jedoch nur sorgfältig und mit dem entsprechend positiven Nutzen für unsere Natur stemmen, weil wir stets auf Euch und Euer Engagement zählen können. Doch all unser Einsatz und Werkeln würde ohne die koordinierenden Hände unserer Geschäftsstelle ins Leere laufen.

Gerade die Zeit zum Jahresende sollten wir nutzen, um ein wenig zurückzuschauen und die Ereignisse aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Wir können das Vergangene zwar nicht revidieren, doch die Erkenntnis gewinnen, für die Zukunft vielleicht das Ein oder andere entspannter anzugehen. Insgesamt täte es uns gut, wenn wir uns etwas mehr in Gelassenheit üben würden. Und wenn wir uns die Weihnachtsgeschichte, insbesondere angesichts der allgegenwärtigen Krisen vor Augen halten, können wir auch feststellen, dass wir doch in sehr privilegierten Verhältnissen leben. Diese Tatsache und das Funktionieren unserer Gemeinschaft lassen doch das Gefühl großer Dankbarkeit aufkommen.

Mir bleibt, Ihnen allen unseren Dank auszusprechen, für Ihre Mitarbeit und Treue, mit der Sie dazu beitragen, unser überschaubares Umfeld positiv für Natur, Mensch und die Tierwelt zu gestalten.

Im Namen des Kreisgruppenvorstands und der Ortsgruppen wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein frohes und friedliches Weihnachtsfest und alles Gute für 2026.

Friedl Krönauer (1. Vorsitzender BN-KG Töl-Wor)

Mit großer Trauer haben wir die Nachricht erhalten. dass mit Heribert Zintl einer der ganz Großen im Naturschutz in unse...
11/12/2025

Mit großer Trauer haben wir die Nachricht erhalten. dass mit Heribert Zintl einer der ganz Großen im Naturschutz in unserem Landkreis von uns gegangen ist.

Heribert Zintl war langjähriger LBV-Kreisvorsitzender und Pionier des Vogelschutzes. Er schuf schwimmende Nistflöße für bedrohte Arten.

17/11/2025

🐉 Der Alpensalamander (Salamandra atra) lebt hoch oben in den feuchten Bergwäldern, Strauchheiden und Grasmatten der Alpen. Aber nicht nur sein Lebensraum ist besonders: Während andere Amphibien ihre Eier ins Wasser legen, bringt der Alpensalamander lebende Jungtiere zur Welt. Hierfür ist allerdings viel Geduld notwendig, denn er hat mit bis zur vier Jahren eine sehr lange Tragzeit und dabei aber eine extrem niedrige Reproduktionsrate.

😥 Das macht ihn besonders empfindlich: Der Klimawandel lässt die kühlen, feuchten Lebensräume der Alpen schrumpfen und der Freizeitdruck, Straßenverkehr und Lebensraumverlust setzen ihm zusätzlich zu.

Mit der Wahl zum „Lurch des Jahres“ macht er auf die Verwundbarkeit alpiner Lebensräume aufmerksam und auf die kleinen, oft übersehenen Helden, die sie bewohnen. 💚

Adresse

GebhardtStr. 2
Wolfratshausen
82515

Öffnungszeiten

Montag 15:00 - 18:00
Dienstag 08:00 - 11:00
Donnerstag 08:00 - 11:00
Freitag 08:00 - 11:00

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