24/08/2026
Brustgeschirr vs. Halsband
Eine Leine ist eine Sicherung.
Eine Sicherung dafür, dass der Hund nicht auf die Straße läuft, nicht zu andern Menschen oder Hunden hinläuft, nicht jagen geht, sich und andere nicht in Gefahr bringt.
Auch wir sichern uns. Beim Autofahren legen wir den Sicherheitsgurt um Brustbein und Rippen, beim Bergsteigen, Fallschirmspringen und Drachenfliegen sichern wir uns am Becken, beim Kettenkarussell am Becken, beim Achterbahnfahren über den Überrollbügel an Rippen und Becken, beim Motorradfahren mit dem Helm am Schädel. Aber niemals sichern wir uns am Hals. Niemals würden wir uns an der Luftröhre sichern.
Warum sichern wir dann eigentlich den besten Freund des Menschen an der Luftröhre?
Am empfindlichsten Körperteil eines Tieres?
Weil man es schon immer so gemacht hat?
Ist das ein Argument?
HALLO!!!???? Die Luftröhre!!!???
Geben Sie sich doch bitte mal einen ganz kleinen, ganz feinen Handkantenschlag gegen die Luftröhre.
Merken Sie, wie unangenehm das ist?
Merken Sie, wie lange dieses unangenehme Gefühl noch nachhallt?
Ganz schön lang.
Ich habe im Selbstversuch eine halbe Stunde gezählt.
Ach so, Ihr Hund zieht nicht? Warum hat er dann eine Leine?
Es gibt keinen einzigen Hund, der nie zieht, aber noch viel weniger gibt es einen Menschen, der nie zieht. Sie ziehen -zig mal pro Spaziergang, mutmaßlich ohne es zu merken. Achten Sie es doch beim nächsten Spaziergang mal ganz bewußt darauf.
Wenn weder Hund noch Mensch nie ziehen würde, dann wäre die Erfindung der Leine unnötig. Es wäre unfassbar anstrengend für beide Parteien, so aufeinander zu achten, dass die Leine niemals straff ist, so dass beide nach wenigen Minuten schon total erschöpft wären. Der Spaziergang hätte für beide keinen Wert, denn sie könnten überhaupt nicht mehr auf ihre Umwelt achten, nur auf denjenigen, der am anderen Ende der Leine hängt.
Sorry, liebe Leser, das kann niemand über einen längeren Zeitraum durchhalten. Weder ein Mensch noch ein Hund. Und das hat nichts mit der Erziehung zu tun.
Daher meine große Bitte an Sie:
Bitte verwenden Sie ein gutsitzendes, locker verschnalltes Y-Brustgeschirr mit einem großen Halsausschnitt.
Auch wenn es nur für ein paar Meter um den Block sind.
Sie würden sich auch für die Autofahrt zum Bäcker den Sicherheitsgurt nicht um den Hals legen.
Sie würden sich auch für den kurzen Aufstieg auf den Berg die Sicherung nicht um den Hals legen.
Sie würden sich auch nicht für den kurzen Drachenflug oder den Fallschirmsprung die Sicherung um den Hals legen.
Und ein Hundetrainer, der behauptet, Leinenführigkeit nur über ein Halsband erreichen zu können, outet sich mit so einer Aussage selber: „Ich kann es leider nur über Sauerstoffentzug und Schmerzreize, ich weiß es nicht besser, ich kann es nicht besser, ich habe es nie besser/anders gelernt.“
Ein Hundetrainer, der ein Halsband benutzt, kann nur über Schmerzreize arbeiten.
Ist das für Sie jemand, der seinen Beruf beherrscht?
Bitte liebe Hundehalter, sichern Sie Ihren Hund so wie Sie sich sichern würden.
Es gibt zig Gründe für ein Y-Brustgeschirr, aber keinen Einzigen für ein Halsband.
Und ja, ich glaube Ihnen, dass das Anziehen etwas umständlich und langwieriger ist als das Überstreifen eines Halsbandes, aber dann ist es halt so. Manche Hunde mögen es halt nicht. Manche Kinder mögen auch das An- und Ausziehen eines T-Shirts nicht. Ich trage beim Mopedfahren auch nicht gerne einen Helm, der die Haare anklatscht, aber ich möchte gerne unversehrt weiterhin Vespa fahren.
Ich gehe davon aus, dass Ihr Hund auch nicht gerne zum Tierarzt geht, und dennoch machen Sie es. Weil es für die Gesundheit ist.
In diesem Sinne: Eine Leine ist eine Sicherung und nicht dazu da, dem besten Freund des Menschen weh zu tun.
Eva Windisch
www.mithundensein.de
Tel.: 0177 2826344 (jederzeit kostenlose Beratung, damit ich mir nicht nach jedem Artikel die Finger wund tippen muss)
Mail: [email protected]
Instagram: https://www.instagram.com/mithundensein/
You Tube: https://www.youtube.com/
TikTok: www.tiktok.com/
Podcast: https://good-vibrations-podcast.podigee.io/