09/05/2026
Morgen, am Sonntag, 10. Mai 2026 ist es wieder soweit: Es steht wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai „Muttertag“ im Kalender.
Entstanden ist dieser Tag, weil Anna Marie Jarvis 1907 zum Todestag ihrer Mutter in den USA einen Gedenktag veranstaltete und sich im Jahr danach dachte, dass es doch schön sei, nicht nur der verstorbenen Mütter zu gedenken, sondern allen Müttern zu danken.
Dieser Tag bietet in vielen Familien Anlass zur Freude, zum Danke sagen, zum Austausch von Geschenken oder Blumen, zu gedeckten Frühstückstischen oder gemeinsamen Ausflügen. In vielen Kindertagesstätten und Schulen wird seit Wochen gebastelt, gewerkelt oder es wurden Gedichte selbst formuliert oder in Schönschrift abgeschrieben.
Wie ist das aber, wenn das Kind oder die Mama verstorben ist? Wenn eine Frau keine Kinder bekommen kann?
Dann trägt das Muttersein eine andere Sprache, eine die leise geworden ist und doch tiefer klingt als alles Laute. Die Arme sind leer, das Herz wiegt schwer und doch sehnt oder liebt es weiter ohne Pause, für immer, über das Hier und Jetzt hinweg.
Dann ist Muttersein mehr als Nähe und Gegenwart. Es ist die Sehnsucht und das, was bleibt, wenn alles andere gegangen ist: Liebe, die nicht endet, sehnsüchtige, nachgetragene Liebe.
Dann ist dieser Tag auch ein Tag, der nachdenklich und traurig machen kann, der deutlich macht, wie sehr die Verstorbenen und Nichtgeborenen uns fehlen.
Vielleicht denken wir morgen auch daran?