Mabuhay Helping Hands e.V.

Mabuhay Helping Hands e.V. Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Mabuhay Helping Hands e.V., Wohltätigkeitsorganisation, Bad Münder.

In allen Projekten trafen wir aktuelle und auch ehemalige Patenkinder, kleine und große. Wir verteilten und bekamen schö...
14/04/2026

In allen Projekten trafen wir aktuelle und auch ehemalige Patenkinder, kleine und große. Wir verteilten und bekamen schöne Geschenke, liebevoll selbst gestaltet. Wir waren in verschiedenen Lokalitäten, sogar in einem deutschen Restaurant in Manila. Viele Begrüßungen, Begegnungen, und auch Abschiede. Hier ein kleiner Querschnitt.

Zu den Highlights der Reise gehören die Graduation-Feiern.
14/04/2026

Zu den Highlights der Reise gehören die Graduation-Feiern.

Besuch von 6 Vorstandsmitgliedern im Cebu-Projekt Es gab viele tolle Vorführungen,  Essen für alle und Verteilung von Ge...
14/04/2026

Besuch von 6 Vorstandsmitgliedern im Cebu-Projekt
Es gab viele tolle Vorführungen, Essen für alle und Verteilung von Geschenken, Post und Schulmaterialien.

🌺 Heute ist es soweit! 🌺Unser Mabuhay Filmcafé startet heute um 14:30 Uhr mit leckerem Kaffee und Kuchen ☕🍰Um 15:30 Uhr ...
01/03/2026

🌺 Heute ist es soweit! 🌺

Unser Mabuhay Filmcafé startet heute um 14:30 Uhr mit leckerem Kaffee und Kuchen ☕🍰

Um 15:30 Uhr feiern wir dann die Premiere unseres Reisefilms 🎬
Begleitet uns mit auf eine bewegende Reise auf die Philippinen — zu unseren Projekten, den Kindern und vielen besonderen Momenten.

Nebenbei erwartet euch ein kleiner Frühlingsbasar mit:
🌸 tollen selbsthergestellten Sachen
🎁 unseren beliebten Mabuhay-Wundertüten
🎟️ einer Tombola mit großartigen Preisen

Kommt vorbei, wir freuen uns sehr auf euch! 💛

Valentinstag ist auf den Philippinen nicht nur ein Tag für Verliebte, sondern man bedankt sich bei Familie und Freunden ...
14/02/2026

Valentinstag ist auf den Philippinen nicht nur ein Tag für Verliebte, sondern man bedankt sich bei Familie und Freunden für die Liebe und Zuwendung. Wer kann, der schenkt auch Blumen, Süßigkeiten oder Herzchen-Geschenke, oder eine besondere Karte. Das können unsere Patenkinder nicht, aber sie haben an ihre Paten mit Worten und Briefen gedacht.
Happy Valentines Day!

Herzliche Einladung!
10/02/2026

Herzliche Einladung!

02/02/2026

Aus dem Reisebericht:
"Ich hatte ja angekündigt, dass ich noch ein bisschen etwas zum *Thema Hütten und Feuer* erzähle.
Ich habe bereits erwähnt, dass es im Slum immer wieder zu Bränden kommt. Immer wieder kleine Feuer. Aber im letzten Jahr gab es ein großes Feuer in einem unserer Slumteile – und zwei unserer Projektfamilien verloren dabei alles.
Ihre Hütten brannten vollständig nieder. Und mit ihnen alles, was diese Familien besaßen: Kleidung, Schulmaterialien, Brillen, Lebensmittel. Wirklich alles wurde vom Feuer verschluckt.
Das war ziemlich genau eine Woche nach unseren damaligen Hausbesuchen. Dort, wo wir kurz zuvor noch gestanden hatten, war plötzlich nichts mehr. Alles abgebrannt.
Gott sei Dank kam kein Mensch zu Schaden.
Was danach geschah, war eine unglaubliche Welle der Hilfe. Sowohl aus Deutschland als auch direkt auf den Philippinen.
Wir starteten einen Spendenaufruf und innerhalb kürzester Zeit wurden Gelder für die beiden betroffenen Familien gesammelt. Zusätzlich wurden jeweils die Schwestern der beiden Projektkinder ebenfalls in das Patenprogramm aufgenommen und fanden sehr schnell Patinnen und Paten, sodass die Familien auch langfristig besser unterstützt werden konnten.
Aber besonders bewegend war die Hilfsbereitschaft vor Ort.
Die Familien wurden zunächst in eine Schule evakuiert. Und unsere anderen Projektfamilien halfen ihnen sofort. Menschen, die selbst fast nichts haben, teilten Kleidung, Schulmaterialien und Lebensmittel mit den betroffenen Familien.
Bis heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.
Ein 13-jähriges Mädchen, selbst Mabuhay-Projektkind, besitzt genau drei T-Shirts. Und davon gab sie eines ab.
Die Leute sagen immer, ich spende viel. Nein. Dieses Mädchen hat viel gespendet. Ein Drittel von dem, was sie besitzt.
Von den aus Deutschland gespendeten Geldern konnten wir für die Familien zunächst vorübergehend Wohnungen anmieten. Sie konnten Kleidung, Haushaltsgegenstände und Schulmaterialien neu kaufen. Außerdem finanzierten wir Baumaterialien, sodass die Familien ihre Hütten wieder aufbauen konnten.
Und genau das sieht man in dem Video. Es ist eine kleine Roomtour.
Hier lebt eine Witwe mit ihren Kindern. Sie haben an derselben Stelle wieder ein kleines Häuschen aufgebaut. Nicht groß. Ganz einfach. Aber mit Liebe. Es gibt sogar einen kleinen Tannenbaum.
Die Mutter ist heute Elternkoordinatorin im Slumprojekt. Die Mädchen helfen ehrenamtlich beim Tanzen und geben Nachhilfe und sind beide Einserschülerinnen.
Eine Familie, die wirklich ihr Bestes gibt und die jede Spende mehr als verdient hat.
Diese Hütte ist ein kleines Wunder.
Und genau das sagte die Mutter beim Hausbesuch auch selbst:
„Mein Haus ist klein, aber wenigstens habe ich wieder ein Haus.“ "

Aus dem Reisebericht: "Bei jedem einzelnen Hausbesuch haben wir einen zweiseitigen Steckbrief für die Patinnen und Paten...
24/01/2026

Aus dem Reisebericht: "Bei jedem einzelnen Hausbesuch haben wir einen zweiseitigen Steckbrief für die Patinnen und Paten ausgefüllt. Dieser Steckbrief erfüllt für uns gleich mehrere Funktionen gleichzeitig. Zum einen dient er dazu, den Patinnen und Paten einen möglichst konkreten, persönlichen Einblick in das Leben „ihres“ Kindes zu geben. Zum anderen hilft er uns selbst dabei, die aktuelle Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien systematisch zu erfassen, zu analysieren und regelmäßig zu aktualisieren. Gerade weil sich Lebensumstände hier sehr schnell ändern können – durch Krankheiten, Naturkatastrophen, Gewalt oder Jobverlust – ist diese kontinuierliche Aktualisierung enorm wichtig.

Auf der Vorderseite des Steckbriefs stehen zunächst ganz persönliche Informationen über das Kind. Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht banal wirken, für die Beziehung zwischen Kind und Patin oder Pate aber unglaublich wertvoll sind: das Lieblingstier, das Lieblingsessen, die Lieblingsfarbe. Dazu kommen Angaben zur Schule – wie das Kind dort zurechtkommt, ob es Lernschwierigkeiten gibt, ob es Unterstützung braucht oder sich gerade positiv entwickelt. Auch aktueller Hilfsbedarf wird hier festgehalten, also zum Beispiel fehlendes Schulmaterial, gesundheitliche Probleme oder besondere Belastungen.

Besonders auffällig war bei der Frage nach dem Lieblingsessen, dass sehr viele Kinder „Hühnchen“ oder „Eier“ genannt haben. Das klingt zunächst unspektakulär, sagt aber sehr viel über ihre Lebensrealität aus. Die Kinder essen fast ausschließlich Reis. Reis ist das Grundnahrungsmittel, oft das Einzige, was es gibt. Wenn ab und zu einmal ein Ei oder ein kleines Stück Hühnchen dazu kommt, ist das etwas Besonderes – ein echtes Highlight. Für viele Kinder ist das bereits „ihr Lieblingsessen“.

Auch bei den Lieblingstieren zeigte sich ein klares Bild: Hunde und Katzen wurden mit großem Abstand am häufigsten genannt. Der gesamte Slum wimmelt von Hunden und Katzen, viele davon streunend, ungeimpft und krank. Und damit verbunden ist eine große Gefahr, die man von außen oft unterschätzt: Tollwut. Kurz vor unserer Ankunft im Slum wurde ein Kind von einer Katze gebissen, bei der nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sie Tollwut hatte. Das Kind musste eine ganze Reihe von Impfungen bekommen. Hier sind wir für die Krankenhaus- und Behandlungskosten eingesprungen.
Tollwut ist eine Krankheit, bei der es keinen Spielraum gibt. Unbehandelt verläuft sie tödlich.

Die Rückseite des Steckbriefs widmet sich der Familiensituation. Hier halten wir fest, wie die Familie zusammengesetzt ist:
Was arbeiten die Eltern?
Wie viele Geschwister gibt es, wie alt sind sie, leben alle im gleichen Haushalt?
Dazu kommt eine sehr ausführliche Analyse, wie sich der letzte Taifun auf die Familie ausgewirkt hat. Die Auswirkungen sind extrem unterschiedlich. Manche Familien hatten Glück und sind relativ glimpflich davongekommen. Andere haben buchstäblich alles verloren.
Bei einigen Familien wurde die komplette Hütte zerstört. Bei anderen steht sie zwar noch, ist aber eigentlich nicht mehr bewohnbar. Besonders häufig betroffen sind Hütten mit Holzböden. Durch die Überschwemmungen sind diese Böden so aufgeweicht, dass man kaum noch darauf stehen kann, ohne einzubrechen. Viele dieser Hütten stehen auf Stelzen – darunter fließt kein klares Wasser, sondern ein Müllfluss. Dort leben Schlangen, Ratten, Insekten. Für Kinder ist das eine extrem gefährliche Situation, für Erwachsene ebenso.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Steckbriefs ist eine detaillierte Checkliste. Hier wird angekreuzt, was in der Familie tatsächlich vorhanden ist: Gibt es ein Bett? Eine Matratze? Einen Tisch? Einen Stuhl? Einen Kleiderschrank? Einen Kühlschrank? Diese Liste ist enorm wichtig, um gezielt helfen zu können – aber sie zeigt auch sehr deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen von solchen Dingen sind.
Es ist gut, dass wir bei diesen Hausbesuchen selbst anwesend sind, wenn die Bögen ausgefüllt werden. Denn die Definitionen dessen, was ein „Bett“ oder ein „Stuhl“ ist, unterscheiden sich massiv von unseren europäischen Vorstellungen. Beim Hausbesuch bei einem Mädchen z.B. erklärte sie uns ganz stolz, dass sie ein eigenes Bett habe. In ihrer Realität bedeutet das: ein paar alte Kleidungsstücke, zusammengeknüllt auf dem Boden, auf denen sie schläft. Für sie ist das ein Bett – für uns natürlich nicht.
Ähnlich verhält es sich mit Stühlen. Nur weil man auf einem umgedrehten Plastikeimer sitzen kann, würden wir das nicht als Stuhl bezeichnen. In vielen Familien gilt das jedoch bereits als Sitzgelegenheit. Diese Unterschiede machen deutlich, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen, nachzufragen und Dinge nicht einfach zu übernehmen, sondern gemeinsam einzuordnen.
Diese Steckbriefe sind anstrengend auszufüllen. Sie sind emotional herausfordernd. Aber sie sind ein unglaublich wichtiges Werkzeug."

24/01/2026

Ausschnitte aus dem Reisebericht, Thema Hausbesuche in Cebu:

„ Von früh am Morgen bis tief in die Nacht hinein haben wir Hausbesuche gemacht. So einfach dieses Wort klingt – „Hausbesuche“ – so komplex, anstrengend und emotional fordernd ist die Realität dahinter.
Unsere Wege führten uns durch schlammige Pfade, enge, kaum passierbare Gassen, über wackelige Leitern und provisorische Stege. Wir standen vor Hütten, die so einsturzgefährdet waren, dass wir als schwerere Europäer nicht hineingehen konnten, aus Angst, sie könnten unter unserem Gewicht zusammenbrechen. …
Wir unterstützen eigentlich zwei Slumteile…Ein Stadtteil ist stark geprägt von Drogen und Prostitution. Viele Mütter verdienen sich aus purer Not etwas Geld mit Prostitution oder durch Tanzen in Bars dazu. Einige von ihnen haben Kinder von unbekannten Freiern. Es gibt keinerlei finanzielle Unterstützung durch die Väter, sie kennen ihre Kinder nicht einmal.
In diesem Stadtteil gibt es auch viele sogenannte Vendors. Vendors sind Menschen, die Kleinstwaren auf der Straße verkaufen – Süßigkeiten, Getränke, Zi******en, Obst, manchmal selbst gekochtes Essen. Oft tragen sie ihre Waren auf Tabletts oder in kleinen Wagen vor sich her. Viele Kinder helfen dabei mit, weil jeder zusätzliche Peso zählt.
Im anderen Slumteil leben vor allem Familien von Fabrikarbeitern. Sie arbeiten fast rund um die Uhr in Fabriken, häufig in der Produktion von Kleinteilen, die später in Handys oder anderen elektronischen Geräten verbaut werden. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal. Viele arbeiten so lange Schichten, dass sie direkt in der Fabrik übernachten, weil sich der Weg nach Hause zeitlich nicht lohnt. Und trotzdem verdienen sie oft weniger als zwei Euro am Tag. Davon lässt sich keine Familie ernähren. Egal, wie fleißig sie sind – mit Arbeit allein kommt man auf den Philippinen nicht aus der Armut heraus.
Alle Tätigkeiten, mit denen man zumindest ein halbwegs stabiles Einkommen erzielen kann, setzen einen Collegeabschluss voraus. Doch ein Collegebesuch ist teuer – oft sogar teurer als in Deutschland. Selbst wenn beide Eltern arbeiten, ist es unmöglich, dieses Geld anzusparen. Die Menschen leben von Tag zu Tag, kaufen Shampoo, Waschmittel oder Zahnpasta in winzigen Einweg-Tütchen, weil sie sich keine großen Flaschen leisten können.

Die Hütten in den Slums sind fast immer illegal gebaut. Irgendjemandem gehört das Grundstück eigentlich. Oft haben die Besitzer lange kein Interesse daran, weil es sich um unattraktive Flächen handelt: ständig überschwemmte Gebiete direkt neben Müllflüssen, Hänge, an denen die Hütten halb über dem Abgrund stehen, oder Flächen direkt an der Autobahn – wirklich direkt an der Straßenkante. Manchmal aber entscheiden sich die Grundstücksbesitzer doch, ihr Land zurückzufordern. Dann werden die Hütten ohne Vorwarnung abgerissen, und die Familien stehen von einem Tag auf den anderen auf der Straße.
Das ist auch einigen unserer Projektfamilien passiert. Für manche von ihnen haben wir daraufhin Wohnungen angemietet und sie zumindest in der Anfangszeit bei der Miete unterstützt…..
Das Leben im Slum ist für uns kaum vorstellbar. Winzige Hütten, oft ohne Fenster, teilweise nicht einmal drei Quadratmeter groß. Keine Betten, keine Matratzen – geschlafen wird auf dem Fußboden. Oft zusammengekauert, weil es nicht einmal möglich ist, sich auszustrecken. Es gibt keine Toiletten, keine Badezimmer, kein fließendes Wasser. Dafür gibt es Müll. Müll überall. Und mitten darin spielen die Kinder, springen selbstverständlich über offene Abwasserkanäle, in denen tote Ratten liegen.
Wer noch nie in einem Slum war, kann sich diese Situation kaum vorstellen. Fotos zeigen nur einen Bruchteil dessen, was man dort erlebt. In den kleinsten Hütten war es unmöglich zu fotografieren – wir passten nicht hinein, und durch die fehlenden Fenster war es zu dunkel. Was man auf Bildern ebenfalls nicht wahrnimmt, ist der Geruch. Tausende Menschen leben hier auf engstem Raum, ohne Toilette, ohne Müllabfuhr – und das riecht man.
Slums entstehen überall dort, wo niemand sonst wohnen möchte: an Abhängen, unter Brücken, entlang von Flüssen. Wir arbeiten in zwei Stadtteilen in Cebu, die beide an einem Fluss liegen. Dieser Fluss besteht aus mehr Müll als Wasser und wird gleichzeitig als Toilette genutzt. In der Regenzeit tritt er regelmäßig über die Ufer und überschwemmt die Hütten mit schmutzigem Wasser...."

Großeinkauf in Cebu,  allein ein Einkaufswagen voller Damenbinden.... gepackte Tüten für alle Familien...und das ist der...
23/01/2026

Großeinkauf in Cebu, allein ein Einkaufswagen voller Damenbinden.... gepackte Tüten für alle Familien...und das ist der Inhalt einer Tüte.

Aktuell aus dem Reisebericht, vielleicht kann jemand helfen. Es ist in Cebu:"Ich bin noch immer ganz schockiert von unse...
20/01/2026

Aktuell aus dem Reisebericht, vielleicht kann jemand helfen. Es ist in Cebu:
"Ich bin noch immer ganz schockiert von unserem letzten Hausbesuch. Es war ein wirklicher Extremfall, der mich nicht loslässt.
Die Familie besteht aus einer alleinerziehenden Mutter mit zwölf Kindern. Die ältesten Kinder haben inzwischen selbst Kinder, die ebenfalls dort leben. Alle zusammen wohnen in einer winzigen Hütte auf einem Berg. Der Vater ist drogenabhängig, hat die Familie vor Jahren verlassen und sich nie wieder gemeldet.
Die Hütte liegt nicht direkt im Slum, sondern in einem Gebiet, in dem ausgestoßene Familien leben. An einer extrem steilen Straße, an einem Ort, an dem sonst niemand wohnen möchte. In dieser Gegend leben fast ausschließlich drogenabhängige Menschen. Es ist gefährlich. Es gibt Prostitution, Drogenhandel, Waffenhandel. Wirklich keine Umgebung, in der man seine Kinder großziehen möchte. Aber wenn man sehr arm ist, hat man oft keine Wahl.
Die Nachbarschaft ist so gefährlich und die Hütte so alt, dass man sie nicht richtig abschließen kann. Es gibt ein Loch im Boden, das als Badezimmer genutzt wird. Das Dach darüber ist teilweise eingestürzt, jeder kann hineinsehen. Es gibt keinerlei Privatsphäre. In dieser Familie hat es bereits viele sexuelle Übergriffe gegeben – durch Nachbarn, aber auch durch männliche Familienmitglieder.
Deshalb waren einige Mädchen der Familie für mehrere Jahre im Bonita Home untergebracht. Das Bonita Home ist ein Heim für sexuell missbrauchte Mädchen. Ein Großteil unserer heutigen Ehrenamtlichen stammt von dort, auch Roselyn, unsere Projektleiterin. Das Bonita Home war jahrelang in der Verantwortung der Franziskanerschwestern. Sister Juliet hat es aufgebaut, bevor sie nach St. Agnes versetzt wurde. Rund 150 Mädchen lebten dort, darunter auch schwangere Mädchen und junge Mütter mit Neugeborenen.
Dann war das Heim fünf Jahre lang in der Hand eines anderen Ordens – und unter diesem ging es den Mädchen sehr schlecht. Sie wurden klein gemacht, beschimpft, erlebten Gewalt. Bei der kleinsten Kleinigkeit wurden sie aus dem Heim geworfen. So auch eine Tochter dieser Familie. Sie wurde zurück zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern geschickt.
Damit sie ihr Studium nicht abbrechen musste, wurde sie ein Patenkind bei Mabuhay. Wir unterstützen sie seitdem bei den Studiengebühren – etwa 500 Euro pro Semester – und beim Transport zum College. Sie ist gerade 21 Jahre alt geworden, sehr talentiert, kann singen, tanzen, Gitarre spielen. Und trotzdem ist ihr Leben extrem hart. Vor allem, weil sie auch heute noch immer wieder sexuelle Gewalt erlebt.
Schon bei unserem Hausbesuch im letzten Jahr waren wir geschockt von den Zuständen. Damals haben wir auch die jüngere Schwester ins Mabuhay-Patenprogramm aufgenommen, um die Familie weiter zu unterstützen. Der Studentin haben wir angeboten, in unser Mädchenhaus zu ziehen. Aber sie wollte ihre jüngeren Geschwister nicht im Stich lassen.
Jetzt, beim erneuten Hausbesuch, waren die Verhältnisse wieder erschreckend. Ja, es gibt Verbesserungen durch Mabuhay: Die Kinder schlafen nicht mehr auf dem nackten Boden, sondern auf einer Matratze. Es gibt Schuluniformen, Schuhe für die Schule. Aber die sexuelle Gewalt ist weiterhin da – insbesondere durch einen Bruder.
Hier auf den Philippinen interessiert das leider kaum jemanden, wenn man im Slum lebt. Dann hat man faktisch keine Rechte. Es kommt niemand, um zu helfen. Außer vielleicht wir.
In der Nähe der aktuellen Hütte gibt es eine Wohnung zu mieten. Die Mutter möchte nicht weit weg, weil sie dort einen kleinen Laden hat. Dieser kleine Laden und ihre Arbeit als Straßenreinigerin sind ihre einzigen Einnahmen. Sie verdient umgerechnet etwa 88 Euro im Monat. Das reicht nicht für zwölf Kinder und mehrere Enkelkinder.
Unsere Idee wäre, diese Wohnung für die Studentin, ihre Mutter und zwei jüngere Schwestern zu mieten – eine davon ist ebenfalls im Patenprogramm. Die älteren Kinder und Jungen könnten bei der ältesten Schwester in der alten Hütte bleiben. Aber wir wollen zumindest die Mädchen in Sicherheit bringen. Das ist in diesem Stadtteil schwierig, aber eine eigene Wohnung mit einer Tür, die man schließen kann, wäre ein Anfang.
Die Wohnung ist für vier Personen geeignet. Die Miete beträgt 6.000 Pesos – etwa 88 Euro. Das entspricht einem kompletten Monatsgehalt der Mutter. Diese Lösung funktioniert nur, wenn wir dafür eine Spenderin oder einen Spender finden. Morgen klärt sich, ob das möglich ist. Wenn es klappt, bräuchten wir einmalig etwa 264 Euro Kaution und monatlich 88 Euro Miete.
Mir persönlich wäre eine Aufnahme ins Mädchenhaus lieber. Aber dort könnten weder die Mutter noch die jüngeren Geschwister mitkommen. Diese Wohnung wäre zumindest ein erster Schritt.
Wir haben die Hausbesuche mit einem geliehenen Van gemacht, aber die Straße zu dieser Hütte ist so steil, dass wir das letzte Stück zu Fuß gehen mussten. Auf dem Weg zurück zum Auto nahm die Studentin meine Hand, sah mich mit Tränen in den Augen an und sagte kein Wort. Ich habe sie umarmt und ihr gesagt, dass wir einen sicheren Ort für sie finden werden.
Ich hoffe so sehr, dass wir dieses Versprechen halten können. Für Donnerstag sind wir wieder verabredet, und wenn alles gut geht, kann ich an diesem Tag bereits die Kaution bezahlen. Das wäre ein enorm wichtiger Schritt – weg von dieser unsicheren Hütte, hin zu einem Ort mit einer Tür, die man schließen kann, mit etwas Schutz und Würde.
Doch selbst wenn das gelingt, bleibt die nächste Sorge schon im Raum: Für ihr nächstes Semester fehlen noch 525 Euro Studiengebühren. Das ist das Geld für das nun anstehende sechste Semester. Hier gibt es kein BAföG, keine staatliche Unterstützung, keine Auffangsysteme. Entweder man kann die Gebühren zahlen – oder man hört auf zu studieren. So einfach und so brutal ist das.
Für diese junge Frau würde ein Abbruch des Studiums bedeuten, dass all ihre Mühen, all ihre Kraft und all ihr Durchhalten der letzten Jahre umsonst gewesen wären. Und sie hat so viel getragen, so viel ausgehalten, so viel Verantwortung übernommen – für ihre Geschwister, für ihre Mutter, für eine Familie, die kaum noch Halt findet.
Ich hoffe sehr, dass wir auch dafür eine Lösung finden. Damit dieses Versprechen nicht nur Worte bleiben, sondern sich Schritt für Schritt in etwas Reales verwandeln kann: Sicherheit, Bildung und eine echte Zukunftsperspektive. Es ist gleich schon wieder halb drei nachts. Eigentlich müsste ich dringend schlafen, der Wecker wird viel zu früh klingeln. Aber mein Kopf ist noch viel zu voll, mein Herz noch viel zu wach. Schreiben ist gerade das Einzige, was hilft, all das Erlebte ein kleines Stück zu ordnen, bevor die Müdigkeit mich endlich einholt."

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