LmDR e.V.

LmDR e.V. Seit 1950 Interessenvertretung, Hilfsorganisation und Kulturverein aller Russlanddeutschen in der ganzen Welt: Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e .V.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. (LmDR) vertritt die Interessen der Deutschen, die innerhalb der Länder der ehemaligen Sowjetunion vertrieben wurden und nach dem Zweiten Weltkrieg im Verlaufe einiger Jahrzehnte als Russlanddeutsche nach Deutschland übergesiedelt sind. Die Bundesgeschäftsstelle der LmDR befindet sich in Stuttgart. Ihr langjähriger Vorsitzender in der Anfangszeit

war Karl Stumpp. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland bekennt sich zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen.

Austausch zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Bundesverband LmDR und Kulturzentrum BKDRStuttgart, 4. Mai 2026 – A...
08/05/2026

Austausch zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Bundesverband LmDR und Kulturzentrum BKDR

Stuttgart, 4. Mai 2026 – Auf Initiative des Bundesvorsitzenden Norbert Strohmaier fand am 4. Mai 2026 ein Arbeitstreffen mit dem Geschäftsleiter des Kulturzentrums BKDR, Waldemar Eisenbraun, in den Räumen der Bundesgeschäftsstelle in Stuttgart statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Vertiefung der bestehenden Zusammenarbeit zwischen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Kulturzentrum BKDR mit Sitz in Nürnberg, das durch den Freistaat Bayern gefördert wird.

Im Rahmen des Treffens wurden mehrere konkrete Kooperationsvorhaben besprochen. Diese betreffen insbesondere gemeinsame Angebote im Kontext des Gedenkens an „85 Jahre Deportation der Sowjetdeutschen“. Darüber hinaus soll die Verfügbarkeit der landsmannschaftlichen Wanderausstellung innerhalb Bayerns optimiert werden. Ein weiterer Aspekt des Austausches waren die wünschenswerten Synergien im Hinblick auf den nächsten Kalender sowie das Heimatbuch 2026.

Außerdem wurde das durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Format „Gemeinsam unterwegs“ als ein vielversprechendes Feld der Zusammenarbeit erörtert. Hier kann das Kulturzentrum BKDR durch Inhalte und Räume sowie durch thematische Exkursionen einen wertvollen Beitrag leisten.

Das ergebnisorientierte Arbeitstreffen unterstreicht das gemeinsame Ziel, die kulturelle Arbeit zu stärken und bestehende Kooperationen nachhaltig weiterzuentwickeln.

28/03/2026
24/02/2026

Terminankündigung: "Die Kaukasiendeutschen. Kultur, Geschichte und Gegenwart"

Vom 24. bis 26. Juli 2026 wird in der Bildungsstätte im Heiligenhof die BKDR-Fachtagung "Die Kaukasiendeutschen. Kultur, Geschichte und Gegenwart" stattfinden.

Merken Sie sich gerne schon einmal den Termin vor. Einige Zusatzinformationen finden Sie auf dem Flyer. Alle weiteren Infos zum Programm, den Konditionen sowie Anmeldedaten werden frühzeitig bekanntgegeben.





̈ndigung

Wir trauern um Nelli Kossko!Mit tiefer Anteilnahme nehmen wir Abschied von der russlanddeutschen Redakteurin und Autorin...
23/02/2026

Wir trauern um Nelli Kossko!

Mit tiefer Anteilnahme nehmen wir Abschied von der russlanddeutschen Redakteurin und Autorin Nelli Kossko, die am 19. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Ihr Tod hinterlässt eine spürbare Lücke nicht nur in der russlanddeutschen Medienlandschaft.

Nelli Kossko wurde 1937 in einer deutschen Siedlung in der Ukraine am Schwarzen Meer geboren. Ihr Vater Oskar Maser war Deutschlehrer; 1937 fiel er dem stalinistischem Terror zum Opfer. Nach dem Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion 1941, dem Vormarsch der Wehrmacht und dem Beginn der „administrativen Umsiedlung“ der Deutschen in der Ukraine landete Kossko zusammen mit ihrer Mutter 1944 im polnischen Warthegau, der damals zum Deutschen Reich gehörte. Nach Kriegsende wurden sie im Zuge der „Repatriierung“ in die UdSSR zurückverschleppt.

Die Sowjetunion verbannte die Familie zunächst in den Norden des europäischen Teils Russlands und später auf die Kolyma im fernen Osten. Erst nach Stalins Tod durfte Nelli Kossko 1956 den Verbannungsort an der Bering-Straße verlassen und ein Germanistik- und Anglistikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Swerdlowsk/Ural aufnehmen. Nach Abschluss des Studiums unterrichtete sie Deutsch und deutsche Literatur an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen der UdSSR.
1975 gelang ihr mit ihrer Familie die Auswanderung in die Bundesrepublik Deutschland. Dort war sie 18 Jahre als Redakteurin der Ost-Europa-Redaktion der „Deutschen Welle“ tätig. Mit ihren Sendungen trug sie dazu bei, dass sich das Tor nach Deutschland für die Russlanddeutschen weiter öffnete. In dieser Zeit half sie vielen, sich nach Jahren der Trennung wieder zu finden.

Mitte der 1990er-Jahre gründete Kossko die Zeitung „Ost-Express“ (Wostotschny Ekspress) “, eine der ersten Aussiedlerzeitungen auf dem deutschen Markt, und leitete das Blatt erfolgreich mehrere Jahre als Herausgeberin und Chefredakteurin. Sie hatte unbedingt eine Zeitung herausgeben wollen, die den (Spät-)Aussiedlern die notwendigen und vor allem praktisch orientierten Informationen für ihre erfolgreiche Integration lieferte.

Bekannt wurde sie zudem als Verfasserin zahlreicher Radiosendungen, Berichte, Artikel und Erzählungen in Zeitungen und Anthologien. Über viele Jahre setzte sie sich für eine bessere Verständigung zwischen den aus den Ländern der ehemaligen UdSSR zugewanderten Deutschen und den Einheimischen ein und kämpfte für die Anerkennung der russlanddeutschen (Spät)Aussiedler als gleichwertige und gleichberechtigte Bürger dieses Landes.

Ihr vielfältiges Ehrenamt umfasste unter anderem ein langjähriges Mitwirken bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (u.a. als Bundesvorstandsmitglied 1980 – 1982 und 1999 – 2002). Für ihren langjährigen Einsatz in der Landsmannschaft wurde ihr 2007 die Goldene Ehrennadel des Verbandes verliehen. 2008 wurde sie für ihr unermüdliches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

In ihrer schriftstellerischen Arbeit spiegelten sich ihre eigenen Erfahrungen wider, die sie während des II. Weltkriegs, in der Nachkriegszeit in der Sowjetunion und als Deutsche aus Russland in Deutschland machte.

In ihren zuletzt erschienenen Publikationen griff sie diese Themen erneut auf. Herausragend ist hier das im BKDR Verlag neu aufgelegte dreiteilige Buch „In den Fängen der Zeit“, das eine vielschichtige Spurensuche nach Herkunft und Erinnerung bietet. Ihre Arbeiten wurden sowohl in Fachkreisen als auch bei der breiten Leserschaft geschätzt, weil sie Stimmen am Rand hörbar und komplexe Identitätsprozesse sichtbar machten.

Nelli Kosskos kultureller Beitrag ging über das reine Schreiben hinaus: Sie engagierte sich aktiv im interkulturellen Dialog, leitete Lesungen, Diskussionsrunden und Workshops und zeigte, wie Literatur Brücken schlagen kann – zwischen Ost und West, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ihre Texte und ihr öffentliches Auftreten kennzeichneten eine klare Hürde gegen Vereinfachungen und eine behutsame, ehrliche Auseinandersetzung mit schwierigen historischen Erfahrungen ihrer eigenen Bevölkerungsgruppe.

Wir gedenken einer Autorin, deren Worte sehr lange nachhallen werden. Mögen ihre Bücher weiterhin Leserinnen und Leser inspirieren, Studierende anregen und jungen AutorInnen den Mut geben, sich literarisch auszudrücken. Unsere Gedanken gelten ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden sowie allen, die von ihrem Werk berührt wurden. Ruhe in Frieden, liebe Nelli!

Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
Deine Autorenkollegen / Literaturkreis der Deutschen aus Russland
Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland

https://lmdr.de/nachruf-auf-nelli-kossko/

25/01/2026
20/01/2026

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