13/06/2024
Der Wahlabend vom Sonntag hat bei vielen Menschen Spuren hinterlassen. Das Kreistagswahlergebnis im Erzgebirge zeigt, wie fast überall in Sachsen, eine weitere Verschiebung nach Rechts. Die Analysen sind zahlreich. Von „Ampel ist schuld“ über Egoismus und Angst vor Veränderung bis hin zur fortschreitenden Zerklüftung der Parteienlandschaft ist alles dabei. Wir werden da keine weitere Auslegung in den Topf werfen.
Wir erleben, wie viele Menschen geschockt oder gar verängstigt in die Zukunft schauen. Das Wort Abwandern fällt regelmäßig - früher öfter mal aus Spaß, nun immer öfter aus Ernst. Die Grundstimmung macht Angst. Besonders Menschen, die ohnehin schon mit Ausgrenzung zu kämpfen haben, fühlen sich in die Ecke gedrängt. Initiativen, die das gesellschaftliche Miteinander positiv prägen, stehen emotional und finanziell vor einem großen Berg von Ungewissheit.
Ein weiterer Rechtsruck bei den Landtagswahlen am 1. September kann das Ende für viele Vereine bedeuten, die das Leben hier erst lebenswert machen. Konkret bedeutet das: Weniger Diskussionsangebote, weniger Konzerte, weniger Bildungsreisen… Leute, es ist kein Spaß: Für alternative Kultur, Austausch und Mitmenschlichkeit wird immer weniger Platz sein.
Diskussionen scheinen mit vielen Menschen nicht mehr möglich. Auf Social Media sowieso nicht, denn dort werden zur Verstärkung der eigenen Ablehnung lieber Memes oder Lachsmileys gepostet. Aber auch in der Realität wird das Thema Politik lieber ausgespart oder nach dem ersten Widerspruch sofort beendet.
Und was machen wir nun?
Weitermachen. Sich unterhaken. Menschen unterstützen, die es besonders brauchen. Initiativen emotional und finanziell unterstützen. Konstruktiv bleiben. Und vor allem weiter über Politik sprechen - mit mehr Ruhe und Gelassenheit.