29/10/2024
Wichtige = Richtige Kommunikation mit Kindern. Familientrauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper achtet auf die wahrhaftige Wortwahl, unabhängig vom Alter.
Friedlich
„Papa, heia“, sagt die zweijährige Pia, als sie ihren Papa tot im Sarg liegen sieht.
„Ja, Papa macht ganz feste heia“, sagt Jessi, die Mama, die junge Witwe, ganz erleichtert. Sie hatte solche Sorge, ihre Tochter würde vor dem toten Papa Angst bekommen, weinen …
„Du kannst Pia ruhig sagen, dass der Papa tot ist. Er schläft ja nicht, er wird nicht mehr wach und eben auch nicht mehr lebendig“, sage ich.
„Muss ich es wirklich sagen?“ fragt Jessi. Pia ist auf ihrem Arm, sie betrachtet ganz ruhig den Papa.
„Ja“, sage ich. „Du als Mama musst wahrhaftig sein. Pia soll sich immer auf deine Aussagen verlassen können. Was, wenn du in zwei oder drei Jahren um deinen Mann in einem Moment weinst und Pia fragt: „Mama, weinst du, weil Papa immer noch schläft? Er soll endlich wach werden!“ Willst du ihr dann erst sagen: „Papa schläft nicht, er ist tot?“
Pia könnte auch Schlafstörungen und Verlassensängste entwickeln aus Sorge, da schläft wieder jemand „weg“.
Pia hat die ganze Zeit Papa betrachtet und auch uns zugehört, ohne dabei kognitiv zu verstehen, was wir da sagen.
Sie fragt wieder: „Mama, Papa heia?“
Und die Mama sagt: „Nein mein Schatz, Papa macht kein Heia. Papa ist tot.“
Da schaut Pia sie fragend an, kuschelt dann ihren kleinen Kopf an Mamas Hals und murmelt : “Papa heia.“
Ja, Pia darf das sagen, aber ihre Mama soll es nicht bestätigen. Sie darf und soll als Mutter ehrlich sein und kann Pia nach und nach in das Wissen, das Papa gestorben ist, hineinwachsen lassen.
Wie wertvoll, wenn Verstorbene friedlich schlafend aussehen, aber tatsächlich wäre es am wünschenswertesten, sie könnten friedlich sterben.
Und nicht zu vergessen:
In Deutschland und eigentlich überall ist es verboten, schlafende Menschen einfach zu beerdigen. 😉
Diese Begleitung der jungen Familie wurde durch die gemeinnützige LAVIA gGmbH finanziert. Diese junge Familie hätte aufgrund der Krankheit, Pflege und Kinderbetreuung keine Mehrkosten mehr tragen können.
Helft gerne, wenn ihr Unterstützer:in durch Spenden sein möchtet. Danke.
www.lavia-ggmbh.de