12/05/2026
Heute auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin wurde deutlich, wie weit sich Teile der Politik von der Lebensrealität vieler Beschäftigter entfernt haben.
Wer die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz verfolgt hat, konnte spüren, warum es im Saal Buhrufe und Protest gab. Denn wenn unter dem Begriff „Reformen“ plötzlich längere Arbeitszeiten, Eingriffe in die Rente, mehr private Vorsorge und Sozialabbau verkauft werden sollen, dann dürfen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter nicht schweigen.
Wir erleben seit Jahren, dass die Kolleginnen und Kollegen immer mehr leisten:
Schichtarbeit, Leistungsdruck, steigende Preise, Unsicherheit durch Transformation und Arbeitsplatzabbau. Und trotzdem soll am Ende wieder die arbeitende Bevölkerung die Rechnung zahlen?
Für Milliarden bei Aufrüstung und Konzernen scheint immer Geld da zu sein. Aber wenn es um sichere Renten, gute Gesundheitsversorgung, Mitbestimmung oder soziale Sicherheit geht, heißt es plötzlich: „Das ist nicht mehr finanzierbar.“
Nein. So funktioniert soziale Gerechtigkeit nicht.
Eine starke gesetzliche Rente ist kein Luxus.
Der Sozialstaat ist keine Belastung.
Mitbestimmung ist kein Hindernis.
Und gute Arbeitsbedingungen sind kein Kostenfaktor, sondern die Grundlage für ein stabiles Land.
Gerade wir Gewerkschafter wissen:
Wohlstand wurde nicht von oben verschenkt – er wurde von Beschäftigten erarbeitet und erkämpft.
Deshalb braucht es jetzt klare Haltung.
Keine Politik auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Keine Spaltung zwischen Jung und Alt.
Keine Schwächung des Sozialstaates zugunsten von Renditeinteressen.
Wer den sozialen Frieden erhalten will, muss die Menschen ernst nehmen, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten: in den Fabriken, in der Pflege, in der Logistik, im Handwerk, in den Büros und im öffentlichen Dienst.
Wir werden weiter laut bleiben.
Für Solidarität.
Für soziale Sicherheit.
Für gute Arbeit.
Und für eine gerechte Zukunft der Beschäftigten in unserem Land.