20/03/2026
Pressemitteilung
„Fünf Hausaufgaben für den neuen Minister“ – Landeselternrat Brandenburg stellt Forderungskatalog zum Amtsantritt vor
Der Landeselternrat Brandenburg (LER) gratuliert Gordon Hoffmann , dem neuen Bildungs-minister zu seinem Amt, verbindet dies jedoch mit einer unmissverständlichen Erwartungshal-tung. Um die Bildungskrise und die Verunsicherung an den Schulen zu stoppen, hat der LER dem Minister heute fünf zentrale „Hausaufgaben“ übergeben.
„Wir erwarten messbare Taten“, erklärt Matthias Knoll, Sprecher des Landeselternrates. „Die Geduld der Eltern in Brandenburg ist am Ende- trotzdem sehen wir optimistisch in Richtung des Führungswechsels im MBJS.“
Dazu sagt Anett Kehling , stellvertretende Sprecherin : „Der neue Minister tritt sein Amt in einer Zeit an, in der das Vertrauen der Eltern in das System Schule tief erschüttert ist. Wir haben keine Zeit mehr für Sonntagsreden. Unsere Kinder dürfen nicht die Leidtragenden von Haushaltskürzungen, einer verfehlten Personalplanung und überfrachteter Lehrpläne sein. Wir geben dem Minister diese fünf Hausaufgaben mit auf den Weg, damit Bildung in Branden-burg wieder zur Priorität wird. Wer die Basiskompetenzen unserer Kinder vernachlässigt, ver-spielt die Zukunft des ganzen Landes. Diese fünf Hausaufgaben sind der Prüfstein für die kommenden 3 Monate.“
Der 5-Punkte-Plan der Eltern:
1. Echte Lehrkräfte-Offensive & Unterrichtsgarantie: Stabilisieren reicht nicht! Wir brauchen Verbesserung! Schluss mit der statistischen Schönrechnerei beim Unter-richtsausfall. Wir fordern ein transparentes Echtzeit-Monitoring jeder ausgefallenen Stunde, um den Mangel endlich ehrlich zu bekämpfen. Es dürfen auch keine Personal-lücken in sehr gut funktionierenden Schulen aufgerissen werden, um Lehrermangel woanders zu mindern. Nicht „alle gleich schlecht“ darf das Ziel sein, sondern Optimie-rung und Steigerung landesweit.
2. Qualität im Ganztag – Mehr als nur Betreuung: Mit Blick auf den Rechtsanspruch ab 2026 fordern wir einen verbindlichen Qualitätsstandard. Ganztag darf nicht „Ver-wahren im Klassenraum oder im Hort“ bedeuten, sondern muss echte pädagogische Angebote, Rhythmisierung und gesunde Verpflegung garantieren.
3. Inklusion und Lehrpläne mit Augenmaß: Inklusion darf kein Sparmodell sein. Ge-meinsamer Unterricht benötigt ausreichend Sonderpädagogen – wo diese fehlen, müs-sen Förderschulkapazitäten als Schutzraum erhalten bleiben. Parallel müssen die Lehr-pläne entschlackt werden, um mehr Zeit für bedürfnisorientiertes , individuelles Ler-nen zu schaffen. Alle Schüler haben ein Recht auf beste Bildung- Begabtenförderung ist genauso notwendig, wie die Unterstützung von benachteiligten Kindern.
4. Rettungspaket Grundkompetenzen- Rechtssichere Digital-Garantie: Brandenburg darf bei Bildungsstudien nicht weiter abrutschen. Wir fordern eine Erhöhung der Bil-dungsqualität, um das Fundament für den weiteren Bildungsweg zu sichern. Auch die digitale Bildung darf nicht an Rechtsunsicherheit scheitern. Wir fordern landesweit einheitliche, funktionierende Lernplattformen und digitale Lehrmittel, die pädagogisch sinnvoll in den Alltag integriert sind.
5. Schule als sicherer Ort – Null Toleranz bei Gewalt: Wir erwarten ein landesweites, verbindliches Schutzkonzept gegen Mobbing, Gewalt und Extremismus. Schulen be-nötigen sofortigen Zugang zu Kriseninterventionsteams und klare Leitfäden, um Lehr-kräfte und Schüler in Konfliktsituationen nicht allein zu lassen. Dafür sind multipro-fessionelle Teams (Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter usw.) wichtig. Sicherheit und mentale Gesundheit sind die Grundvoraussetzungen für eine gute Bildung.
Der Landeselternrat betont, dass diese Punkte sicherlich das absolute Minimum darstellen, um das Vertrauen der Familien in das staatliche Bildungssystem zurückzugewinnen. Das Gremi-um freut sich aber auch auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Minister Gordon Hoffmann und steht für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung. Ein zeitnahes Gespräch mit dem neuen Bildungsminister zur Umsetzung dieser Prioritäten wird kurzfristig angestrebt.