01/08/2023
Im Rahmen von Hospitationen konnten sich die Zwillingschwestern Leona W. (20) und Ellen W. (20) gegenseitig in ihren Berufsbildungswerken besuchen. Die beiden aus Bielefeld stammenden Auszubildende, die bereits auch schon in Videos von „Aktion Mensch“ vertreten sind, konnten die unterschiedlichsten Eindrücke für sich gewinnen.
Leona: (16.7.23 – 21.7.23 im B*W Neuwied zu Besuch)
Ich habe das B*W Neuwied auf dem ersten Blick als sehr große Einrichtung wahrgenommen, da mein „Heimat-B*W“ kleiner ist. Aber ich habe mich mit Hilfe meiner Schwester schnell zurechtfinden können. Den Ausbildungsbereich meiner Schwester konnte ich aus Datenschutztechnischen Hintergründen nur bedingt einsehen, aber die Schule konnte ich kennenlernen. Was mir sehr gut gefiel, war der „Kioskdienst“ den meine Schwester stundenweise führte. Durch Kennenlernen ihrer Freunde konnte ich auch sehen, wie Menschen dort ihre Freizeit gestalten. Es gibt einen großen Freizeitbereich, wo sich viele Teilnehmer beschäftigen. Zudem liegen Einkaufsmöglichkeiten nahe. Mein Eindruck als Zwillingsschwester war, dass viele Mitmenschen erst einmal überrascht geschaut haben, als sie mich mit meiner Schwester sahen und man schnell verwechselt wurde. Auch interessant war es, die Wohnform meiner Schwester in Haus C kennen zu lernen. Haus C ist ein Verselbständigungsbereich, mit eigener Küche, die dem Schlafraum angeschlossen ist. Dort ist die Betreuung gleichwertig im Vergleich zu meinem Internat und ich merke, dass meine Schwester sich in diesem Rahmen sehr wohl fühlt. Auch ich könnte mir ein Leben in diesem B*W vorstellen, aber dennoch war es die richtige Entscheidung, dass meine Schwester und ich getrennte B*W´s ausgewählt haben. Das „Getrenntsein“ ist zwar nicht immer schön für uns, aber wir werden mehr als Einzelperson mit eigener Persönlichkeit wahrgenommen.
Ellen: (23.7.23 – 28.7.23 im B*W Josefsheim Bigge zu Besuch)
Ich habe die Einrichtung in Bigge als sehr ländlich und kleiner wahrgenommen, was mir gut gefiel. Einkaufsmöglichkeiten gibt es nicht weit entfernt vom B*W. Leider war es so, dass ich aufgrund des „typischen“ Sauerlandwetters nicht viel vom Stadtgebiet sehen konnte. Ich hatte die Möglichkeit Einblicke in den Beruf meiner Schwester zu bekommen und bekam Erklärungen über ihre Aufgabenbereiche. Eine interessante Erfahrung den Produktdesignerberuf kennen zu lernen, aber auch für mich die Bestätigung, dass ich mit meiner Ausbildung zur Bürokauffrau die richtige Wahl getroffen habe. Ich erhielt Einblick über die Freizeitmöglichkeiten, den Freizeitbereich und lernte die Freunde meiner Schwester kennen. An der Wohnform im Internat meiner Schwester gefällt mir der Wohn-/Küchenbereich, der sehr groß ist und gut ausgestattet ist. Ebenso gefällt mir, dass in dieser Wohnform mehrere Teilnehmer wohnen und man so Kontakte knüpfen kann und auch dort seine Freizeit gestalten kann. Auch ich könnte mir vorstellen im B*W Bigge zu wohnen, aber wie meine Schwester schon sagte, war es die richtige Entscheidung getrennte Wege zu gehen, um als Einzelperson gefördert und wahrgenommen zu werden. So kann sich jeder einzelne von uns besser entwickeln – auch wenn wir für immer unzertrennlich bleiben. Wenn ich meine Ausbildung beendet habe, werde ich meiner Schwester wieder besuchen.