27/05/2026
Erfahrungsbericht Amputation beim Grey
Nach Besuch bei einem Physio wegen anhaltender Lahmheit durch einen geheilten Riss in der Bizepssehne, ging es für Pepper für ein Röntgenbild zum Tierarzt. Hier dann die unerwartete Diagnose: ein Tumor. Es folgten Untersuchungen, die uns sagten er ist definitiv bösartig, ist jedoch kein Tumor, der zum streuen tendiert.
Durch Peppers frühere Verletzung war die Schulter bereits angeschwollen, deswegen war es nicht möglich zu sagen seit wann der Tumor bereit am Wachsen war.
Innerhalb der nächsten zwei Wochen haben seine Schmerzen weiter zugenommen. Pepper hatte schon immer einen großen Charakter. Mit gerade mal 5 Jahren ist er sehr aktiv und ein kleiner Clown. Es sind aber immer mehr kleine Sachen aufgefallen, die mir gesagt haben, dass er mehr leidet, als er mich wissen lassen möchte.
Ein Wochenende lang habe ich mich über Amputationen beim Hund eingelesen und dann am Montag mit dem Tierarzt gesprochen. Wie es das Schicksal wollte, war am Mittwoch eine OP abgesagt worden und Pepper wurde eingeplant.
15 Tage nach der Diagnose ging es dann zur Operation. Vor dem Eingriff wurde ein Ultraschall der umliegenden Muskeln gemacht, sowohl wie ein Röntgenbild aller anderen Organe um eine Streuung auszuschließen. Der Eingriff dauerte rund 2,5h und wir haben weitere 2h in der Praxis im Aufwachraum verbracht.
Im Halbschlaf hat man dann geholfen den nun 5kg leichteren, aber immer noch 33kg wiegenden Pepper ins Auto zu legen und es ging für uns nach Hause.
Auf die Nachsorge hätte uns wohl niemand vorbereiten können. Mit einer alten Tischplatte und Kletterseilen wurde kurzerhand eine Trage gebaut, um Pepper aus dem Auto in die Wohnung zu tragen. Bereits während der Autofahrt hat jede kleine Bewegung zu Schreien geführt, wie sie nur die Greyhounds können.
Zuhause angekommen, gab es weitere Schmerzmittel, welche Pepper gleichzeitig ruhigstellen sollten.
Am Abend nach der OP musste er dann einmal aufgestellt werden, damit er sich draußen lösen kann. Mit einem Handtuch von hinten um den Bauch geführt, zwei Personen, die ihm an den Pfoten halfen und eine Person am Halsband, haben wir es zu viert geschafft ihn auf die Beine zu bekommen. Gelaufen ist er dann schon alleine.
Die nächsten Tage waren geprägt von schlaflosen Nächten für uns beide. Die ganze Nacht wurde gefiepst, gejault oder unter Schreien versucht alleine aufzustehen. Stand Pepper allerdings mal, wurden seine Hopser jeden Tag sicherer.
Die Wunde verheilte gut und es gab keinerlei Anzeichen für Bleeding, sodass 10 Tage nach der OP die Fäden gezogen werden konnten. Die Schmerzmittel wurden dann auch schon abgesetzt.
Zweieinhalb Wochen nach der OP ging es für uns in den Urlaub. Wir haben lange überlegt wie wir Pepper am besten und bequemsten ins Auto bekommen. Kaum war der Kofferraum offen, ist er von alleine reingesprungen. Genau das ist das Motto seiner ganzen Heilung. Jedes Mal, wenn ich überlegt habe, ob etwas zu schwer, zu weit, zu hoch für Pepper ist, macht er es einfach.
3 Wochen nach der OP würde ich sagen, dass sein ganzer Charakter wieder da ist. Er springt an mir hoch, kann sich wieder strecken, sitzen, auf dem Rücken liegen, flitzen. Natürlich müssen wir auch ein paar Anpassungen machen. Zum Beispiel läuft er gerade noch nicht gerne auf harten Untergründen. 4 Wochen nach der OP sind jetzt zweimal täglich 20 Minuten Gassi inklusive einer Renneinheit möglich. Pepper ist hier, um zu bleiben.
Auch wenn die Heilungsphase wirklich herausfordernd für Mensch und Hund war, zeigt mir seine Lebensfreude, dass es die goldrichtige Entscheidung war.