20/04/2026
Töggi 💔 Wieder eine richtig schwierige Entscheidung. Wieder anders als bei all den anderen lieben Wesen, die so lange bei uns waren. Und nicht mehr da sind. Weil wir sie einschläfern lassen mussten. Weil es nicht mehr länger ging. Weil die Schmerzen zu groß waren, weil ein Liegen lassen bis zum Tod keine Option war, weil es keine Chance mehr gab für Heilung oder Besserung.
Aber Töggi war nicht krank, er war einfach nur sehr, sehr alt. Er brauchte spezielles Futter, er brauchte seinen Freund Brandur und uns als Guide, er brauchte in den letzten Monaten immer öfter unseren Traktor und spezielle Hebegurte, mit deren Hilfe wir ihn hochheben und wieder hinstellen konnten. Er brauchte im besten Fall vier Menschen dabei, denn sobald er stand, wollte er los und wir mussten uns beeilen, die Gurte vom Frontlader und von ihm zu lösen und eine Person musste ihn solange festhalten. Dann tippelte er los, als wäre nichts gewesen, gemeinsam mit seinem Freund Brandur nach oben zu seinem Zelt, seiner Futtertheke, seinem Wasser.
Wir standen ständig unter Strom, beobachteten ihn mit Argusaugen, maßen die Zeit, die er lag, zählten seine Versuche aufzustehen. Entschieden noch zu warten, in der Hoffnung, dass er es wieder selber schafft oder fuhren mit dem Trecker los, um ihm hoch zu helfen.
Zum Schluß lag er fast jeden Tag vormittags drei Stunden und nachmittags drei Stunden. Es wurde immer wärmer und Töggi lag am liebsten immer in der prallen Sonne, die Kriebelmücken und die Fliegen kamen zurück.
Die Entscheidung traf ich am Mittwoch Nachmittag als ich bei ihm saß. Ganz alleine, nur mit ihm und Brandur. Und merkte, dass er nicht mehr entspannt in der Sonne lag, schwer atmete, sich immer wieder umschaute zu seinem Bauch und zu seinem schwachen Hinterbein.
An diesem Tag schaffte er es nicht allein, auf zu stehen. Zum letzten Mal holten wir den Trecker. Inzwischen war es fast schon Routine geworden, ihn hoch zu heben. Die Technik, die Gurte unter ihn zu bekommen, hatten wir immer weiter optimiert. Das Material, die Hebegurte, der Abstand zum Frontlader, alles passte und auch Töggi hatte sich daran gewöhnt, dass der Trecker ihm relativ nahe kam.
Und doch stand die Entscheidung. Unsere Tierärztin konnte am nächsten Tag mit Zeit und Ruhe kommen, um ihn einzuschläfern.
Wieder legte Töggi sich in die Sonne und ich hoffte, dass er liegen bleibt bis unsere Tierärztin käme. Aber nein, er stand selber wieder auf, nach zehn heftigen Versuchen, schaffte er es wieder einmal. So entstanden die letzten Fotos von ihm, auf denen er nicht so wirkt, als wäre er ein dem Tode geweihtes Pony.
Auch wenn wir Töggis einzigartige Persönlichkeit, seinen Dickkopf und sein großes Vertrauen in uns sehr vermissen, zweifelt niemand von uns die Entscheidung an. Auch wenn Töggi sicher noch Tage oder Wochen hätte leben können.
Töggi, geliebter Opi. Pony mit speziellen Bedürfnissen in Intensivbetreuung. Wir haben jeden einzelnen Handschlag, jeden Gedanken, was wir noch besser für dich machen können, alle Flexibilität sehr sehr gerne für dich getan. Nun ist dein Zelt leer, die tägliche Routine mit dir ist einfach weg und du fehlst.
Wir hoffen sehr, dass du alle wunderbaren Wesen, die uns und dich begleitet haben, dort wieder triffst, wo du jetzt bist. Ohne altersschwache Knochen, nicht mehr müde, erschöpft und fast blind. Bestimmt treffen wir uns eines Tages wieder.